Gesellschaft | 08.05.2015

Arena hält am Thema fest

Text von Michael Küng | Bilder von Sendung Arena, SRF
Für die erste Sendung im neuen Studio wurde bewusst keine Tagesaktualität ausgewählt. "Wir haben in der Woche vor dem Start kein Strich am Inhalt gemacht, da ich nur damit beschäftigt war, mir die neuen Abläufe einzuprägen", erklärte Jonas Projer (Moderator und Redaktionsleiter Arena).
Jonas Projer (Moderator und Redaktionsleiter Arena),
Bild: Sendung Arena, SRF

In der ersten Sendung war die Schweiz und ihre Hilfsbereitschaft ein Thema. Diese Thematik zog sich auch in die zweite Sendung, die von der Flüchtlings-Katastrophe im Mittelmeer beeinflusst wurde. Am vergangenen Freitag diskutierten die Protagonisten über die Asyl-Probleme im Inland. Mit den drei verwandten Themen wurde ein Themen-Schwerpunkt über die ersten drei Sendungen gesetzt.

 

In der ersten Sendung wurde über die Grundlagen der Schweizer Humanität und Neutralität debattiert. In der zweiten Sendung wurden diese von einigen Teilnehmern der Diskussion ein Stückweit eingefordert. Und da sich nun ein Flüchtlingsdrama ereignet hat und am aktuellen Beispiel darüber diskutiert werden konnte, in wie fern die Schweiz ihre Rolle in der Welt wahrnehmen soll, blieben die Sendungen miteinander verbunden.

 

In der dritten Sendung wurde über die internen Probleme mit den Flüchtlingen diskutiert. Also auch wieder ein Thema, welches mit der humanitären Geschichte der Schweiz in Verbindung steht. Befürworter könnten argumentieren, dass die Setzung eines Themenschwerpunktes gut tut, da die einzelnen Diskussionen aufeinander aufbauen und in die Tiefe gehen konnten. Dem entgegenzusetzen wäre, dass die neue Arena, sich (noch) nicht bei nüchternen Sachverhalten und weniger emotionalen Themen beweisen musste.

 

Die neuen Tools

Der Prüfstand, eine Möglichkeit für den Moderator mit einem Protagonisten ins Einzelgespräch zu gehen, und der Expertenknopf,  welcher dem Experten über ein akustisches Signal Gehör verleiht. Diese neuen Ideen fügen sich immer besser in die Struktur der Sendung ein.

 

Die Redaktion hat sich offenbar nicht festlegen können, ob die Politiker-Runde stehen oder sitzen sollen. In den ersten zwei Sendungen wurde im Sitzen diskutiert, in der dritten Sendung wurde im Stehen debattiert. Dass die geladenen Gäste im Sitzen diskutieren sollten, wurde uns Journalisten bei der Premiere als wichtige Erneuerung vorgestellt. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass sich die Protagonisten so mehr auf die Diskussion fokussieren könnten.

 

Das neue Arena-Konzept kam in der Presse unterschiedlich gut an

Alle grossen Tageszeitungen und wichtigen Online- Portale berichteten am Tage nach der Premiere über das Neue Arena- Studio. “persoenlich.com” machte die Arena zum Mega-Event: “Es wird die wohl grösste Schweizer TV- Premiere des Jahres”. Die Presse- Stimmen halten sich die Waage: Eine Hälfte der Medien fand die Arena gut, die andere schlug eher kritischere Töne an. Erstaunlich war, dass das sonst eher kritisch eingestellte Medienhaus Ringier positiv berichtete. In Anspielung an die mit dem neuen Konzept eingeführte Eröffnungs- Stimme, welche den Blick-Journalist an “hart aber fair” (ARD) erinnerte, titelte er in Blick Online “Die neue ‘Arena’ ist hart, aber fair”.

 

Projer kommt bei allen Medien als kompetenter Gesprächs- und Redaktionsleiter gut an. Die NZZ macht ihn zum “Arena- Dompteur”. Was die Diskussionskultur betrifft, spart sie aber nicht mit Kritik. “Die Debatte vom Freitag über die Schweizer Neutralität zeigte allerdings, dass der begrüssenswerte Wille zur sachlichen Verdichtung schwer realisierbar ist.Wer Worthülsen platzieren will, kann auch unter dem neuen Regime nicht daran gehindert werden.” meinte die NZZ.

 

Am härtesten geht die Solothurner Zeitung mit der neuen Arena ins Gericht. Sie stellt fest “Am Freitagabend bleibt auch die neue Arena langweilig”. Zudem gefällt dem Journalisten die Sendezeit nicht, denn er schreibt: “Das Grundproblem bleibt bestehen: Am späten Freitagabend hat kaum jemand Lust auf politische und zuweilen langweilige Diskussionen”.

 

Der langsam einsetzende Bedeutungsverlust der Arena hat nach meiner Einschätzung nichts mit dem Sendeplatz zu tun, eher mit dem überholten alten Konzept der Sendung. Diese Probleme sollten jetzt mit dem neuen Studio der Vergangenheit angehören.

 

Podcast


Tink.ch sprach mit dem Publikum und stellte den Anwesenden die folgende Frage: Was sind Ihre Erwartungen an die neue Arena?
Hören sie auch wie Jonas Projer an die Abstimmungs- Arena zur Billag- Gebühr (RTVG) herangeht. Den Podcast finden Sie hier.

 

(Quellen: Die Zwischentöne entsprechen der offiziellen neuen Arena Titelmusik, SRF. Die Bilder sind Print Screens aus der Sendung Arena, SRF.)