Gesellschaft | 11.04.2015

Facebook und die ständigen Diskussionen um die Privatsphäre

Text von Anja Matt | Bilder von Lukas Blatter)
Facebook ist das grösste soziale Netzwerk der Welt und erfreut sich über grosse Beliebtheit. Über eine Milliarde Menschen haben bereits ein eigenes Profil angelegt. Doch seit seiner Gründung gibt es viele Diskussionen um das soziale Netzwerk. Denn mit dem Schutz der Privatsphäre scheinen es die Betreiber nicht so genau zu nehmen.
Lassen sich Daten auf Facebook sicher verschliessen? (
Bild: Lukas Blatter)

Dank Facebook ist ein riesiges Netz aus Personen auf der ganzen Welt entstanden. Es werden täglich Unmengen von Bildern, Links, Beiträge und Nachrichten ausgetauscht. Ein weiterer Schritt zum „Global Village“ ist getan und es scheint, als seien der Kommunikation keine Grenzen mehr gesetzt.

 

Immer wieder wird Facebook aber wegen seiner problematischen Einstellung zur Privatsphäre kritisiert. Dies liegt zunächst einmal daran, dass die USA eine andere Auffassung von Privatsphäre haben, als wir hier in Europa. Doch damit nicht genug. In der Kritik werden meist zwei Problematiken angesprochen. Zum einen die mangelnde Aufklärung und Naivität der User, die die weitgreifenden Folgen solch einer Plattform noch nicht einschätzen können, weil dies doch ein eher junges Vorkommen ist.  Zum anderen gibt es nur unzureichenden Möglichkeiten, sein Profil, seine Daten und seine Beiträge zu schützen. Facebook beharrt aber immer wieder auf ihren eigentlichen Zweck: Der Datenaustausch und die Kommunikation sind Hauptmerkmale von Facebook. So sagt auch ihr Slogan, der auf der Startseite steht: „Facebook ermöglicht es dir, mit den Menschen in deinem Leben in Verbindung zu treten und Inhalte mit diesen zu teilen.“

 

Die Privatsphäreeinstellungen von Facebook gelten, trotz einiger Verbesserungen, immer noch als unübersichtlich und kompliziert. So wurden einige «Schlupflöcher« gefunden, wie man Angaben der Nutzer nicht ganz unsichtbar machen kann. Zum Beispiel kann man bei einigen Einstellungen nur auswählen, dass „Freunde“, „Freunde von Freunden“ oder „Alle“ die Beiträge sehen können. Es fehlt die Option „Niemand“. Die letzte große Veränderung gab es Anfang 2015. Wer ab diesem Zeitpunkt nicht mehr mit den Neuerungen einverstanden ist, wird von Facebook wörtlich dazu aufgefordert, sein Nutzerprofil zu entfernen. Ansonsten akzeptiert man sie automatisch.

 

Die Macht von Facebook wird also auch nach über zehn Jahren unterschätzt. Welche (langwierigen) Folgen es haben kann, wenn man schnell mal eben etwas mit der ganzen Welt teilt, werden oft nicht bedacht. So bleibt neben dem allgemein fehlenden Schutz der Privatsphäre durch Facebook, auch die Gutgläubigkeit und Unwissenheit der Nutzer die häufigste Falle, in die sie tappen.