Kultur | 19.04.2015

Ein Stück Trennungsschmerz

Text von Stephanie Bos | Bilder von Stephanie Bos)
Anlässlich der Dokumentarfilmtage 2015 gastiert im Museum für Wohnkultur die "Museum of Broken Relationships"- Ausstellung. Sie zeigt Objekte, die an vergangene Beziehungen erinnern und vermag damit auf allen Tasten der Emotionen zu klimpern.
Die "Trennungsobjekte" vermischen sich mit den Dauerausstellungsstücken. (
Bild: Stephanie Bos)

In den hohen und dunklen Räumen der Patriziervilla befinden sich vom 17. April bis zum 30. August 2015 viele gebrochene Herzen und deren Geschichten. Unterschiedliche Objekte zeigen den Zuschauern die Trennungen anderer. Die Auswahl reicht von Geldschein über Axt, Plüschtier oder Foto bis hin zum Gemälde des eigenen Geschlechtsorgans.

 

Mit einigen Stücken kann man sich vielleicht selbst identifizieren, einige sind eher düster, manche heiter. Zum Beispiel ein Bild der jungen Kniebrüder und die damit verbundene, nicht erfüllte Jugendliebe zu einem der Zirkusartisten. Gesammelt wurden die Objekte auf der ganzen Welt – nun sind auch 38 Basler Stücke hinzugekommen.

 

Schmerz verarbeiten

Die verantwortlichen Künstler Olinka ViŠ¡tica und DraŠ¾en GrubiŠ¡ić haben ihre Arbeit mit sich selbst begonnen. Die beiden waren vor vielen Jahren ein Paar und wählten ein Objekt, das ihre Trennung auf den Punkt bringt.

Ihre Idee war es, die Beziehung bewusst in Erinnerung zu halten und nicht aufgrund des schmerzlichen Endes auch die schönen Momente zu verdrängen oder gar zu vergessen.

Ein Aufziehhase symbolisiert für sie beide ihre Trennung, wie DraŠ¾en verrät. Dieses Urstück bleibt dem Basler Publikum leider vorenthalten. Das Tier wurde der Kollektion entnommen. Was als Objekt der beiden im weitesten Sinne bleibt, ist die Idee der Ausstellung.

 

Schwierige Suche

Die Stücke, die von Menschen aus Basel gespendet wurden, sind dank Beschriftung gut erkennbar.

Benedikt Wyss, Co-Kurator der Ausstellung, hätte sich mehr Geschichten und Objekte aus Basel gewünscht, nur sei die Resonanz trotz der gut platzierten Werbung gering gewesen. Wyss klopfte schliesslich bei Bekannten an. Sogar seine Mutter musste dran glauben, wie er erzählt.

 

Viele schlugen eine Spende aus, weil sie ihre eigenen Trennungen als zu unspektakulär und nicht interessant genug für eine Ausstellung empfanden.

Andere waren mit der Ausformulierung ihrer Geschichte oder ihres symbolischen Gegenstands schlicht überfordert. Dabei macht gerade die Diversität der Ausstellungsobjekte und deren Erklärung den Charme des “Museums of Broken Relationships” aus. Sie ist Beweis dafür, wie unterschiedlich wir Menschen lieben und uns trennen.

 

Die dazugehörigen selbst verfassten Texte, die die gewählten Gegenstände erklären, wurden kaum redigiert und gespendet werden konnte alles, was man eben individuell mit einer zerbrochenen Beziehung verbindet.

Auch wenn die Ausstellung in Basel bereits steht, geht die Suche nach neuen Objekten immer weiter.

Es könnte sein, dass sich viele Menschen durch den Besuch animiert fühlen, weitere Gegenstände zu spenden.

Die Künstler würden sich über neue lustige, traurige, spannende oder auch unspektakuläre Geschichten und Ausstellungsstücke aus der Schweiz freuen.