Gesellschaft | 10.04.2015

Achtundvierzigster Brief aus Deutschland

Es ist ein Graus: Immer mehr finanzstarke Unternehmen bezahlen für versteckte Werbung in Artikeln. Unsere unbescholtenen Kollegen von Eine Zeitung sind zum Glück nicht korrumpierbar. Die Briefe bleiben auch in Zukunft frei von jeglicher Werbung. Darauf stossen wir an, am besten mit einem Aying - dem Bier der Biere aus Bayern!
Die Briefe aus Deutschland verkommen auch in Zukunft nicht zu nutzloser Werbepost. Und jetzt ein erfrischender Schluck Ayinger Bier! (
Bild: Katharina Good)

Hallo, hochverehrte Schweiz,

 

wir fassen heute ein ganz heißes Eisen an: gekaufter Content. Der geneigte Leser, unbescholten und ahnungslos in seiner Engadiner Einöde, kann mit dem Begriff vielleicht nicht viel einfangen.

 

Wir erklären es Ihnen: Firmen – Coca-Cola, Mercedes Benz, Rolex, Microsoft, Apple*, um nur ein paar Beispiele zu nennen (die Liste ließe sich beinahe endlos fortführen) – schreiben total unverfänglich an Medien und Seitenbetreiber, fragen nett nach, wie es so geht, imitieren dabei geschickt den Bloggerduktus („Hey, hi, ich bin völlig begeistert von deiner Seite!“) und kommen dann relativ schnell zum Punkt. Sie wollen ihre Produkte auf der Seite unterbringen, aber nicht so, dass es aussieht, als wäre es Werbung. Dafür kriegt der Seitenbetreiber dann Geld oder ähnliches.

 

Uns ist nun etwas passiert, was wir kaum für möglich gehalten haben: jemand hat uns kontaktiert und wollte etwas in den beliebten „Briefen an die Schweiz“ platzieren. Es ging um ein ganz typisches Schweizer Produkt, dass jeder kennt. Wirklich jeder. Hätten wir den Markennamen nur einmal in den Text untergebracht, wäre das niemandem aufgefallen und wir wären stinkreich geworden.

Aber nicht mit uns!

 

Wir geben zu, auch wir sind Geld generell nicht abgeneigt – und viel Geld schon mal gar nicht. Und auch wir tun fast alles, um welches zu verdienen. Aber wir haben uns damals, als wir mit dem Schreiben anfingen, einen Schwur geleistet: Nur wir alleine entscheiden, mit welchem Inhalt wir unsere Briefe an die Schweiz füllen. Wir haben genug Stolz und Würde, uns nicht von irgendwelchen namhaften Firmen für welches Geld auch immer in die Briefe quatschen zu lassen. Das wäre ein Verkauf unserer Seele. Und die ist uns Deutschen mehr als heilig.

 

Zudem haben wir einen Ruf zu verlieren. Stellen Sie sich nur einmal vor, wenn Sie als Schweizer plötzlich herausbekämen, dass der aufrichtige Deutsche, zu dem Sie seit jeher voller Demut und Neid hinaufblicken, sich kaufen lässt.

 

Was könnten Sie denn dann überhaupt noch Ernst nehmen? Würden Sie nicht auch plötzlich all unsere anderen Briefe aus der Vergangenheit kritisch betrachten und wären verunsichert, was wirklich von Herzen kam und was billig verkauft wurde?

 

Nein, wir betrachten uns als Botschafter unseres Landes und die Folgen wären fatal, wenn wir auch nur einer Marke wie Adidas, Milka, Pepsi, Tink.ch, amazon oder McDonald’s die Chance geben würden, ihre Produkte in unseren Briefen unterzubringen.

Nicht mit uns!

 

Und mit diesen Worten verabschieden wir Sie ins wohlverdiente Wochenende. Haben Sie Spaß, trinken Sie vielleicht sogar das ein oder andere Bierchen. Ein kühles Nass, es soll ja recht warm werden – auch bei Ihnen! Etwas Erfrischendes. Wie das Ayinger, selbst gebraut im wunderschönen Aying in Bayern. Er kühlt ihren Gaumen und schmeckt Jung und Alt!

 

Ayinger – DAS Bier unter den Bieren! Also, unserer Meinung nach wirklich das beste, was man Hopfen und Malz antun kann.

 

 

Bis nächste Woche,

Ihr Deutschland