Kultur | 24.03.2015

Vom Sozialamt zur Showbühne

Text von Julia Spiess | Bilder von zVg)
Zwei Männer, ein einzigartiger Musikstil und eine Menge weiblicher Fans. Die Synthie-Pop-Band Hurts aus Manchester sind die Senkrechtstarter schlechthin.
Theo Hutchcraft (r.) und Adam Anderson - Hurts. (
Bild: zVg)

Schicksalhafter kann es nicht sein. Vor acht Jahren lernten sich Theo Hutchcraft, heutiger Sänger der Band Hurts und Pianist Adam Anderson, bei einer Schlägerei ihrer Freunde kennen. Es war vier Uhr nachts. Zu betrunken, um sich die hübschen Gesichter einzuschlagen, begannen sie über Musik zu plaudern und gründeten daraufhin eine Band. Kaum zu glauben, aber wahr soll es, laut den beiden, sein. Einst vom Sozialamt abhängig, treten sie heute nur noch mit Chanel und Dior Anzügen auf.

 

Geldnot? Geschichte. “Durch gute Kleidung fühlt man sich gleich viel besser und nicht als ein Versager”, sagt Theo Hutchcraft gegenüber dem BBC News Magazine London UK. Von Versagern ist schon lange nicht mehr die Rede, denn mit einer Million verkauften Platten ihres Debütalbums Happiness (2010) sind sie eine der erfolgreichsten Bands Europas. Das Lied Stay blieb wortwörtlich in den Köpfen der Leute hängen, allein in Deutschland belegte das Lied drei Wochen lang die Charts. Dies liegt vielleicht auch am Film Kokowääh von Til Schweiger, welcher den Song verwendete.

 

Bühnenperformance mit netter Geste

Stets geschniegelt und die Haare auf Hochlack frisiert, performen sie auf der Bühne und beglücken ihre Fans am Ende des Konzerts jeweils mit weissen Rosen, die sie in das Publikum werfen.

Die Lieder von ihren ersten beiden Alben Happiness und Exile passen perfekt zu ihrer Erscheinung: Düster, dunkel und melancholisch, passend zu ihrer Vergangenheit. Doch gerade mit Wonderful life schafften sie den Durchbruch in Europa. Irgendwie ungewohnt, denn der Titel passt eigentlich so gar nicht zu den beiden Briten.

 

Preisabsahnen im Schnelltempo

Nachdem Wonderful life im Radio auf und ab gespielt wurde, folgte mit Happiness ein Preis nach dem anderen. Vom Bambi bis zum Echo Award und Nominierungen bei den Swiss Music Awards 2011 als beste internationale Band, um einige Beispiele zu nennen. Von Eintagsfliegen ist bei Hurts nicht die Rede.

 

Drei Jahre nach ihrem ersten Album gelangten sie 2013 mit dem Album Exile und den Singles Somebody to die for und Blind erneut in die deutschen Charts. Ihrem Musikstil sind sie treu geblieben. Traurig und melancholisch, von zerbrochener Liebe ist die Rede. Also Finger weg für Leute, die nahe am Wasser gebaut sind.

 

Zukunftsblick

Obwohl Hurts mit ihren ersten beiden Alben die Chats im Nu gestürmt hatten und regelmässig vor restlos ausverkauften Hallen spielen durften, lassen sie mit dem dritten Album lange auf sich warten. Ob sie ihr Niveau halten können und mit ihrer Musik erneut grosse Erfolge feiern dürfen, ist noch ungewiss. Wir warten jedoch gern.