Politik | 26.01.2015

Wahlen sind 2015 das Kernthema beim SRF

Text von Michael Küng | Bilder von zvg/SRF)
Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) lud zur Jahres-Medienkonferenz 2015. Dabei wagte das Unternehmen den Blick in die Zukunft. Während das SRF vieles der ersten Jahreshälfte bekannt gab, blieb es bei der zweiten umso bedeckter.
SRF-Direktor Ruedi Matter präsentiert die Pläne des Unternehmens für das Jahr 2015. (
Bild: zvg/SRF)

Die Berichterstattung über die Nationalratswahlen wird in diesem Jahr auf ein erträgliches Niveau zurückgeschraubt. Bei den letzten Wahlen vor vier Jahren hatte man den Berner Bundesplatz zum «Treffpunkt Bundesplatz« erklärt. Schlussendlich war diese Marke, welche damals in fast allen Programmen der gesamten SRG ausgestrahlt wurde, aber nur eine zu gross geratene Weiterentwicklung von «Jeder Rappen zählt«. Sämtliche Wahl-Sendungen kamen damals vom Berner Bundesplatz und mussten sich der Dachmarke unterordnen.

 

Das Herzstück in diesem Jahr sind die klassischen Informationssendungen im Fernsehen, die mit Spezialausgaben und wahlspezifischen Themen auf Zuschauerjagd gehen dürfen. Beim Radio wurden die zum Inventar gehörenden Präsidentengespräche speziell hervorgehoben. Diese werden im Herbst im Morgenprogramm «Präsidenten-Z’Morge« von Radio SRF 1 ausgestrahlt. In diesem Gefäss werden die Präsidenten der grossen Parteien zu Gast sein.

 

Stolz ist man darauf, dass das Bundeshaus am Wahltag besser in die Wahlberichterstattung miteinbezogen wird, so werden die Gespräche mit Parteichefs und ihren Parteistrategen in die Wandelhalle verlegt. Die Kritiker, die lieber die Stadt Bern als Hauptaustragungsort der zwölfstündigen Wahlsendung sehen möchten, werden nicht zufriedengestellt, das Rechenzentrum sowie die Schaltzentrale der Sendung bleiben in Zürich.

 

Mona Vetsch chauffiert Politiker

Lange wurde in der Branche gemutmasst, welche Aufgaben die seit Jahren für das SRF tätige Journalistin Mona Vetsch bekommen wird. Während sie auf der Radioseite seit Ewigkeiten für SRF 3 tätig ist, ist sie beim Fernsehen vor kurzem von ihrer Tätigkeit als Club Moderatorin zurückgetreten und wieder der Dok-Redaktion beigetreten.

 

Vetsch feierte als Mitarbeiterin in ebenjener Redaktion und als Reisejournalistin in den Neunzigern und Anfang der 2000 Jahre ihre grössten Erfolge. Mit dem neuen Projekt dürfte sie ihre Fähigkeiten ideal vereinigen und bei guter Umsetzung an ihre erfolgreichen Zeiten anknüpfen. Mona Vetsch wird Politiker im Auto zu Terminen und Wahlveranstaltungen chauffieren und sie so ganz nah kennenlernen. So dürfte ein wichtiges Gesicht des SRF endlich wieder einmal mehr Beachtung finden.

 

Herbstevent noch unklar

Das Hauptthema im Bereich Show ist die Castingshow «Die grössten Schweizer Talente«,  welche von Februar bis April mit der dritten Staffel zurückkehrt. Dies hat SRF aber schon vor längerer Zeit bekannt gegeben. Bezüglich des sogenannten Herbstevents im Show Bereich, letztes Jahr war dies die Fernsehsendung «Kampf der Chöre«, hüllen sich die Verantwortlichen noch in Schweigen.

Was jedoch feststeht ist, dass das SRF weiterhin am Konzept der Event-Programmierungen festhält. Eine fixe zweite Unterhaltungssendung, sozusagen ein Nachfolger des abgesetzten «Benissimo«, sei auch weiterhin nicht geplant, so Sven Saarbach.

 

Sechs neue Filme müssen reichen

In Sachen Fiktion wird in ähnlichem Umfang wie im vergangenen Jahr produziert. Sechs neue SRF-Fernsehfilme sollen dieses Jahr ausgestrahlt werden. Darunter dürfte wohl aber keine so herausragende Produktion mehr sein, wie dies mit dem ursprünglich als Fernsehfilm geplanten «Akte Grüninger« im letzten Jahr der Fall war. Bis 2016 will das SRF die nächste Mini-Serie in die Hand nehmen. Es bleibt zu hoffen, dass diese als Ergänzung zum Bestatter gedacht ist und nicht als Nachfolge-Serie.