Gesellschaft | 06.12.2014

Schon abgelaufen – ach was!

Text von Laura Rufer | Bilder von Matthias Käser
Haltbarkeitsdaten entsprechen oft nicht der realen Haltbarkeit der Lebensmittel. Tink.ch hat nachgeforscht, wie lange Lebensmittel wirklich behalten werden können und wo Vorsicht geboten ist.
Viele Nahrungsmittel werden fälschlicherweise nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums weggeworfen.
Bild: Matthias Käser

Was abgelaufen ist, muss in die Tonne, glaubt der westliche Mensch irrtümlich. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist jedoch der Zeitpunkt, bis zu welchem eine gute Qualität der Lebensmittel garantiert werden kann. Danach nimmt der Standard möglicherweise ab. Joghurt kann beispielsweise mehrere Tage bis Wochen nach dem Ablaufdatum noch gegessen werden, schreibt foodwaste.ch. Es gibt sogar Lebensmittel, welche unbegrenzt lange behalten werden können. Dazu gehören Zucker und Salz. Deren Datumsaufdruck soll der Umsatzsteigerung dienen. So kaufen die Leute mehr, weil sie glauben, das Produkt sei nicht mehr verzehrbar.

 

Generell gilt: Auf den Geschmack, den Geruch und das Aussehen kommt es an. Scheinen diese drei Faktoren einwandfrei zu sein, so kann das Produkt sorgenlos konsumiert werden. Im Gegensatz zum Mindesthaltbarkeitsdatum ist das Verbrauchsdatum verbindlich. Dieses wird hauptsächlich für Geflügel und andere Fleischwaren gebraucht. Ist das Verbrauchsdatum überschritten, so gehört das Produkt in die Tonne. Ansonsten droht eine Lebensmittelvergiftung.

 

Backwaren und Käse richten sich nicht nach ihrer Haltbarkeit

Frische Brötchen schmecken am besten. Dies bedeutet aber nicht, dass Backwaren nicht länger konsumiert werden können. Toastbrot kann laut haltbarkeit.net bis zu zwei Wochen gelagert werden. Zwieback kann sogar bis zu einem Jahr aufbewahrt werden, solange die Packung ungeöffnet ist. Wurde sie aufgemacht, verkürzt sich die Haltbarkeit auf drei Wochen.

 

Ein weiteres, nicht ganz dem Mindesthaltbarkeitsdatum entsprechendes Produkt ist Käse. Zwischen den einzelnen Sorten bestehen jedoch grosse Unterschiede: Die Haltbarkeit reicht von wenigen Tagen bis hin zu maximal vier Wochen.

 

Auch Eier sind länger haltbar als oft vermutet wird. Eiag.ch schreibt, Eier könnten bis zwei Wochen nach dem Ablaufdatum konsumiert werden. Vorausgesetzt, dass sie nicht roh verzehrt werden. Die Eier sollten ausserdem im Kühlschrank gelagert werden. Bei Lagerung in warmer Umgebung verderben sie schnell.

 

Schimmel als Indiz für abgelaufene Produkte

Schimmel auf Lebensmitteln ist seit Urzeiten ein Indiz für abgelaufene Lebensmittel. Die weisse oder grünliche Schicht ist vor allem wegweisend für Obst und Gemüse, Brot, Konfitüre und Milchprodukte. Schimmel ist für den Körper gefährlich, da er krebserregende Stoffe enthält. Nebst Schimmel ist ein muffiger Geruch ein häufiger Indikator für nicht mehr essbare Lebensmittel, schreibt die Zeitschrift Beobachter.

 

Die richtige Lagerung macht es aus

Wie lange Lebensmittel haltbar sind, hängt nicht zuletzt von ihrer Lagerung ab. Deshalb sollte besonders gut auf die Lagerung im Kühlschrank geachtet werden. Gemüse gehört in das unterste Fach des Kühlschranks. Gleich darüber liegt das Fleisch, da es an dieser Stelle bestmöglich gekühlt wird. Für die Platzierung in der Mitte eignet sich Joghurt am besten. Käse ist im obersten Fach gut aufgehoben. In die Kühlschranktür gehören Milch und Eier. Brot hat jedoch nichts im Kühlschrank verloren. Die Lagerung an diesem Ort verlängert eben nicht die Haltbarkeit von allen Lebensmitteln.