Gesellschaft | 31.10.2014

Dreissigster Brief aus Deutschland

Was ist denn hier los? Statt einer feierlichen Würdigung des dreissigsten (!) Briefs aus Deutschland, werfen unsere Kollegen von eine Zeitung der Schweiz Doppelzüngigkeit vor. Dabei würden wir Schweizer nie soetwas tun. Immerhin sind wir überall äusserst beliebt, nicht wahr?
Trägt einen Brief zum Absender zurück. Die belehrende Post aus der Schweiz geriet in Deutschland einigen in den falschen Hals. (
Bild: Katharina Good)

Moment mal.

 

Liebe Schweiz, haben Sie uns vielleicht irgendetwas zu sagen?

 

Wir sind zutiefst erschüttert und so dermaßen enttäuscht, dass es uns die Schrift verschlagen hat.

 

Warum, fragen Sie? Ja, überlegen Sie mal scharf!

 

Na? Keine Idee? Hm?

 

Okay: Vor zwei Tagen blätterten wir ein wenig im Internet herum und auf der beliebten deutschen Homepage Dink.de fanden wir plötzlich einen sogenannten “Brief aus der Schweiz”. Und darin stand folgendes:

 

“Ahoi Nachbarn,

 

von nun an bekommt ihr wöchentlich einen Brief von uns mit Ratschlägen und Tipps, wie ihr in Zukunft besser werden könnt. Das ist dringend notwendig, denn einer aktuellen Umfrage zufolge findet 89 Prozent der Weltbevölkerung euer Land unsympathisch, hässlich, arrogant und abstossend. Wir wollen dabei helfen, dass sich das ändert und ihr schon in ein paar Jahren so beliebt und angesehen seid wie die moderne Schweiz!

 

Zunächst einmal ein ganz wichtiger Tipp! Schafft dieses bescheuerte ESZETT ab. Sowas braucht niemand!”

 

Und dann folgen noch allerlei Tipps, wie wir Deutschen unser Ansehen, unser Leben und so weiter verbessern könnten. Wir sollen mehr Waffen in Privatbesitz haben, wir sollen uns aus den Schweizer Finanzgesetzen heraushalten und zu guter Letzt sollen wir auch noch eine Dialektkultur aufbauen!

 

Ja, was soll denn das?

 

Mit welchem Recht erlauben Sie sich so eine maßlos arrogante Einmischung in unsere Angelegenheiten? Und vor allem: was fällt Ihnen eigentlich ein, unsere Briefe zu kopieren? Das fängt beim Titel an und hört beim Inhalt auf!

 

 

Wir sind sprachlos.

 

Fassungslose Grüße,

 

Deutschland!