Dreissigster Brief aus Deutschland

Moment mal.

 

Liebe Schweiz, haben Sie uns vielleicht irgendetwas zu sagen?

 

Wir sind zutiefst erschüttert und so dermaßen enttäuscht, dass es uns die Schrift verschlagen hat.

 

Warum, fragen Sie? Ja, überlegen Sie mal scharf!

 

Na? Keine Idee? Hm?

 

Okay: Vor zwei Tagen blätterten wir ein wenig im Internet herum und auf der beliebten deutschen Homepage Dink.de fanden wir plötzlich einen sogenannten “Brief aus der Schweiz”. Und darin stand folgendes:

 

“Ahoi Nachbarn,

 

von nun an bekommt ihr wöchentlich einen Brief von uns mit Ratschlägen und Tipps, wie ihr in Zukunft besser werden könnt. Das ist dringend notwendig, denn einer aktuellen Umfrage zufolge findet 89 Prozent der Weltbevölkerung euer Land unsympathisch, hässlich, arrogant und abstossend. Wir wollen dabei helfen, dass sich das ändert und ihr schon in ein paar Jahren so beliebt und angesehen seid wie die moderne Schweiz!

 

Zunächst einmal ein ganz wichtiger Tipp! Schafft dieses bescheuerte ESZETT ab. Sowas braucht niemand!”

 

Und dann folgen noch allerlei Tipps, wie wir Deutschen unser Ansehen, unser Leben und so weiter verbessern könnten. Wir sollen mehr Waffen in Privatbesitz haben, wir sollen uns aus den Schweizer Finanzgesetzen heraushalten und zu guter Letzt sollen wir auch noch eine Dialektkultur aufbauen!

 

Ja, was soll denn das?

 

Mit welchem Recht erlauben Sie sich so eine maßlos arrogante Einmischung in unsere Angelegenheiten? Und vor allem: was fällt Ihnen eigentlich ein, unsere Briefe zu kopieren? Das fängt beim Titel an und hört beim Inhalt auf!

 

 

Wir sind sprachlos.

 

Fassungslose Grüße,

 

Deutschland!

Marta, Morley, Me, Valentin & You

Durch die weiter anhaltende Flutwelle von Gitarre-spielenden Singer-Songwritern, die auf die derzeitige Popkultur hinabbricht und die Mainstream-Szene prägt, wird es für viele Nachwuchstalente immer schwieriger, aus  der breiten Masse herauszustechen.

Der 31-jährige Jake Morley aus dem Norden Londons  reitet diese Welle nicht nur mühelos, sondern bricht während dem Surfen auch noch zu neuen Ufern auf. Seine Wellen-Erprobung hat sich schliesslich bezahlt gemacht: Morleys Debütalbum “Many Fish To Fry” wurde bei den Klang-Kritikern des Vereinigten Königreichs einstimmig als Ausnahme-Werk eingeschätzt.

 

Butter bei die Fische

Drei Jahre nach der Veröffentlichung seines Debütalbums hat Morley bereits viele Fische gebraten, ein Ende seiner Odysee ist aber noch lange nicht in Sicht. Der Brite trotzt heftigen Hochsee-Stürmen, und wird von diesen dazu geleitet, sich und seine Musik trotz solider Grundbasis ständig neu zu erfinden. So bekleiden viele seiner Songs Minuten der Melancholie, während andere dazu verlocken, ausgelassen zu tanzen und die schönen Stunden des Seins zu feiern. Vereint wird das vielschichte Klangbild Morleys durch seine hervorragenden Lyrics und eine musikalische Untermalung der Extraklasse.

 

Original Berner Stadtmusikanten

Begleitet wird Jake Morley von der Berner Band “Me, Valentin & You”. Valentin, das ist Valentin Kugler, der bereits vor der Gründung seines Ensembles auf den Strassen der Schweiz mit musikalischen Elementen experimentierte.  Durch die satten Klänge mit einem Hauch der Melancholie, die von den federartigen und gleichzeitig brachialen Stimmfarbe Kuglers ummantelt werden, unterscheidet sich das Vierergespann aus der Hauptstadt  nicht nur von ihren nationalen Kollegen, sondern bleibt auch in der globalen Gegenüberstellung einmalig.

Die vielseitige und universale Musik der beiden Acts verspricht einen Abend voller Überraschungen. Für Liebhaber verträumter Klänge ist der Mittnovemberabend im Berner Marta ein absolutes Muss.

 

PlayLIVE#Bern


PlayLIVE#Bern versucht eine Top-Adresse für die besten internationalen Musiker aus den Bereichen Rock, Pop, Indie, Singer-Songwriter, und vielen mehr zu sein. Das Ganze in Berns Altstadt, die PlayLIVE#Bern mit der Postleitzahl 3011 definiert. Im Zentrum steht Musik als Kunstform. PlayLIVE#Bern ist in der Auswahl ihrer Bookings frei und präsentiert nur das, wovon sie selber überzeugt sind. Sie versuchen Schweizer Musiker mit den internationalen Acts in Verbindung zu bringen, sei es als Support Act oder in anderer Form.

Links

Ein schlechter Sommer

Liebe Leser

Liebe Zuhörerinnen

Liebe Zuschauer

 

Es ist ja nicht nur unser Job. Wir machen das gerne: die Neuigkeiten, die Hintergründe, die Zusammenhänge. Wir liefern sie. Zum Aufwachen aus dem Radio, zum Kaffee auf Papier, vor der Abendunterhaltung im Fernsehen. Und natürlich rund um die Uhr auf dem Smartphone. Wir machen das nicht, weil wir uns für besonders wichtig halten. Das wäre töricht, gerade in Zeiten von Social Media. Aber wir machen es eben auch nicht nur des Geldes wegen. Tief in uns schlummert die Überzeugung, dass wir mit unserem Journalismus etwas bewirken. Wenn wir über das Schlechte, das Leid, das Grauenvolle in der Welt berichten, wird sich doch etwas tun, etwas tun müssen. So zumindest die Hoffnung.

 

Nein, es war kein einfacher Sommer. Für uns nicht und auch für Dich nicht. Nein, es ist nicht einfach, mit Enthauptungen aufzustehen, mit Kriegen Kaffee zu trinken und vor dem Spielfilm die neusten Flüchtlingsdramen vom Mittelmeer zu verstehen. Auch für uns Journalisten ist diese Arbeit nicht einfach. Sie war es nie. Aber schlechte Nachrichten gab es schon immer, mag darauf manch einer gleichgültig antworten.

 

Stimmt. Aber stimmt nicht ganz.

 

Noch nie seit dem 2. Weltkrieg waren so viele Menschen auf der Flucht, wie in diesem Sommer: 51,2 Millionen Menschen sind es laut UNO-Bericht. Vertrieben, verängstigt und verloren. Im Mittelmeer starben laut UNO-Angaben seit Jahresbeginn mindestens 3000 Flüchtlinge. Viermal mehr als im vergangenen Jahr. Schätzungen gehen davon aus, dass auf eine identifizierte Leiche zwei Vermisste kommen. Im Gaza-Streifen, einem der dichtest bevölkerten Gebiete der Erde, fand einmal mehr ein Krieg statt. 2200 Opfer forderte er den Kriegsparteien zufolge. In Syrien und im Irak versuchen Barbaren mit brutalsten Mitteln einen angeblich islamischen Gottesstaat zu errichten, der mit dem Islam recht wenig zu tun hat. In der Ostukraine bekämpfen sich Wladimir Putins Marionetten und ukrainische National-Hardliner mit Hakenkreuzen auf der Uniform. Die Vereinten Nationen schätzen die Zahl der Toten seit Ausbruch des Krieges in der Ukraine auf mehr als 3600.

 

Alle diese Ziffern vermögen das menschliche Leid, das damit verbunden ist, nicht im Ansatz wiederzugeben.

 

Der Bürgerkrieg in Libyen, Auseinandersetzungen im Südsudan, bewaffnete Konflikte in Mali, Nigeria, Somalia und im Jemen: Kaum einer nimmt noch Notiz davon. Kriege verkommen zum Rauschen in der Informationsflut, weil sie nicht gross genug sind, um auf dem internationalen Nachrichtenparkett gegen andere noch grössere, noch blutigere, für den Westen wichtigere Kriege zu bestehen.

 

Dazu kommt eine Krankheit, die in Westafrika Tausende dahinrafft. Nein, ein guter Sommer sieht anders aus. Man kann dazu natürlich sagen: Schlechte Nachrichten gab es immer schon.

 

Doch in diesem Sommer gab es Tage, an denen sich die Nachrichten von immer neuen gekenterten Flüchtlingsbooten überschlugen. An denen die Zahl der Toten in immer abstraktere statistische Sphären stieg. Es gab den Tag, an dem Agenturen von 70’000 syrischen Flüchtlingen berichteten, welche bei Kobane die Grenze zur Türkei überquert haben. Nur um die Zahl kurze Zeit später auf 100’000 zu erhöhen. Und wenige Stunden danach nochmals auf 130’000 Flüchtlinge. (Hierbei geht es lediglich um eine einzelne Flüchtlingswelle, nicht um Gesamtzahlen.)

 

Man kann natürlich antworten: Schlechte Nachrichten gab es schon immer. Aber man muss nicht. Denn es sind diese Meldungen und die Ereignisse dahinter, welche mich zu dem gleichzeitig aufmunternden, wie niederschlagenden Schluss kommen lassen: Nein, so schlecht waren die Nachrichten nicht schon immer. Der vergangene Sommer war für uns Menschen besonders schlecht.

 

Auf dass ihr uns nicht mit Gleichgültigkeit dafür straft, liebe Leserinnen, liebe Zuhörer, liebe Zuschauerinnen.

 

Euer Journalist

“Das Vermeidbare vermeiden”

Begegnungen mit dem veganen Lebensstil sind alltäglich geworden, und dies, obwohl die Zahlen etwas anderes sagen. Laut dem Bundesamt für Statistik ass der durchschnittliche Schweizer im Jahr 2012 51 Kilo Fleisch, während bloss rund fünf Prozent der Schweizer Bevölkerung ganz auf Fleisch verzichten.

 

Cristina Roduner, Sprecherin der Veganen Gesellschaft Schweiz, erklärt im Gespräch mit Tink.ch ihre Gedanken und Motivationen zum Veganismus und nimmt Stellung zu verschiedenen Kritikpunkten.

 

Tink.ch: Weshalb haben Sie sich dazu entschieden, Veganerin zu werden?

Cristina Roduner: Ich habe mich für ein Leben entschieden, das darauf ausgerichtet ist, möglichst wenig Leid bei menschlichen und nicht-menschlichen Tieren und möglichst wenig Schaden an unserem Planeten zu verursachen. Das geht mit einem veganen Lebensstil am besten.

 

Gibt es in ihrem Umfeld oft kritische Bemerkungen zu ihrem Ernährungsstil?

Ja, leider. Nicht nur in meinem direkten Umfeld, sondern auch sonst. Kürzlich beispielsweise im Zug. Da las ich gerade das Buch “Artgerecht ist nur die Freiheit” von Hilal Sezgin und wurde von einem Mitreisenden aus dem Nichts heraus ziemlich aggressiv deswegen angemacht.

Als Mediensprecherin der Veganen Gesellschaft Schweiz bin ich immer wieder in Medien präsent. Das führt ab und an dazu, dass sich Menschen bemüssig fühlen, mir kleine, “nette” Hassbriefe zu schicken. Das ist schade, und ehrlich gesagt ein ziemliches Armutszeugnis derjenigen, die Briefe geschrieben oder mich grundlos blöd angemacht haben.

 

Wie äussert sich Veganismus in ihrem Alltag, abgesehen von der Ernährung? Wo kaufen Sie beispielsweise Ihre Kleider ein?

Ich lebe nach dem Motto “Das Vermeidbare vermeiden”. Das bedeutet in der Konsequenz, dass ich alles, was irgendwie möglich ist, ohne tierliche Inhaltsstoffe kaufe. So ist es mir am wohlsten, weil ich so am wenigstens Tierleid verursache. Kleidung kaufe ich überall dort ein, wo für mich klar nachvollziehbar ist, woher die Rohstoffe stammen, wer die Kleidung hergestellt hat und unter welchen Bedingungen. Mir ist es wichtig, mit meinem Kaufentscheid dazu beizutragen, dass andere ein würdevolles Leben führen können und dass kein grosser Schaden angerichtet wird. Ich achte auf Fair-Trade und ökologisch sehr strenge Gütesiegel. Zudem versuche ich, wann immer möglich, regional und saisonal einzukaufen.

 

Wie hoch sind diverse Ausgaben aufgrund ihres Lebensstils, im Vergleich zu denen eines Fleischessers?

Mein Lebenspartner und ich führen seit vielen Jahren ein gemeinsames Haushaltsbuch. Der Umstieg auf einen veganen Lebensstil ist nicht wirklich sichtbar. Wir geben immer noch ungefähr gleich viel aus für Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Gebrauchs wie zuvor. Wo wir einen Unterschied merken ist die Umstellung auf Bio-Produkte und Fair-Trade. Das kostet mehr, ist aber eben auch fairer.

 

Kann es sich jeder Mensch leisten, vegan zu leben?

Die Frage ist nicht, ob wir es uns leisten können. Die Frage ist viel mehr, ob wir es uns leisten können, weiter nicht vegan zu leben! Nur schon die ökologischen Auswirkungen unseres massiven Fleischkonsums sind so negativ, dass wir alle eigentlich so rasch als möglich auf eine rein pflanzliche Ernährung umstellen sollten.

Fleisch, Milchprodukte und Eier sind nur deshalb relativ günstig, weil sie massiv subventioniert werden. Würden wir den reellen Preis bezahlen, würden wohl viele rein aus Kostengründen auf eine rein pflanzliche Ernährung umstellen.

 

Muss man sich wirklich vegan ernähren, um das Wohl der Tiere zu schützen? Würde es nicht reichen, ausschliesslich auf lokale Bio-Produkte mit Freilandhaltung zu setzen?

Nein, das würde keinesfalls ausreichen. Bio wird häufig mit “glücklichen Tieren” gleichgesetzt. Das ist ein von der Marketingindustrie stark gefördertes Bild, das überhaupt nicht der Realität entspricht.

Der Anteil an Bio-Fleisch  macht in der Schweiz weniger als fünf Prozent aus, auch wenn mir gegenüber fast alle Nicht-Veganerinnen und Nicht-Veganer behaupten, sie essen nur Fleisch von glücklichen Bio-Tieren. Es gibt kein Fleisch von glücklichen Tieren, nur von toten.

 

Auch bei “Bio” muss das Tier rentieren. Es ist eine Ressource, die möglichst viel Gewinn einfahren soll. Das Tierwohl bleibt auch hier auf der Strecke. So leiden rund ein Drittel aller Bio-Milchkühe an Euterentzündungen, das sind genauso viele wie auf konventionellen Höfen. Federpicken oder gar Kannibalismus unter Hühnern gilt auch in der ökologischen Haltung als ernsthaftes Problem. Bio-Puten werden, nicht anders als die “Turbo-Puten” in den Tierfabriken, mit Kraftfutter in nur fünf Monaten auf ein Gewicht von zwanzig Kilogramm hochgemästet, die Folge sind schwere Gelenkschäden. Kälber werden nur wenige Stunden nach der Geburt ihren Müttern weggenommen und einzeln in “Iglus” gesperrt, auch da macht Bio keine Ausnahme. Schliesslich erreichen Nutztiere auch in der Öko-Haltung nur noch einen Prozentsatz ihrer eigentlichen Lebenserwartung – und das, obschon ein möglichst langes und selbstbestimmtes Leben zum Credo der Bio-Landwirtschaft gehört!

 

Würden Sie ihre Kinder auch vegan ernähren?

Ich habe keine Kinder, würde sie aber, wenn ich Mutter wäre, selbstverständlich vegan aufwachsen lassen.  Ich würde meine Kinder zu Menschen erziehen wollen, denen nicht egal ist, welche Auswirkungen ihr Tun und Handeln hat. Und ich würde ihnen beibringen wollen, dass jedes Tier ein Recht auf ein freies, selbstbestimmtes Leben hat. Ich finde es bedenklich, dass viele Kinder schon von klein auf beigebracht bekommen, dass man die einen Tiere lieben soll und die anderen nur zum Essen da sind. Da werden willkürliche Grenzen gezogen. Meerschweinchen, Hunde und Katzen sind hierzulande Haustiere, die innig geliebt werden und deren Tod betrauert wird. Währenddessen Schweine, die im Übrigen von der Intelligenz her vergleichbar sind mit einem dreijährigen Menschenkind, weder geliebt noch betrauert, sondern getötet und gegessen werden. Möchte man Kinder wirklich so aufwachsen lassen?

 

Könnte die Welt zu einem besseren Ort werden, wenn sich alle Menschen vegan ernähren würden?

Ja! Die ökologischen und ethischen Auswirkungen wären in positiver Hinsicht enorm! Wir töten jährlich 55 Milliarden Nutztiere. Neunzig Prozent der weltweiten Soja-Ernte sowie mindestens die Hälfte der Weizen-Ernte landet in den Mägen der sogenannten Nutztiere. Unser Fleischhunger wird immer massiver, es wird immer mehr Agrarfläche benötigt und dafür unglaubliche viel Regenwald abgeholzt. Zudem ist die Verschwendung von Nahrungsmitteln und Wasser durch den Umweg über die Nutztiere extrem hoch und die klimatischen Auswirkungen stark negativ. Die UN sagte bereits 2010 in einem Artikel, dass eine globale Umstellung auf eine vegane Ernährung lebensnotwendig ist, um die Welt vor Hunger, Energiearmut und den schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu retten. Ich verstehe nicht, warum unsere Regierungen hier nicht einen Hebel ansetzen und anfangen, eine rein pflanzliche Ernährung stärker zu fördern und breiter und positiver bekannt zu machen.

 

Wieso wird Veganismus seit einiger Zeit vermehrt zum Thema?

Ich kann mir verschiedene Gründe vorstellen. Einerseits haben Interessierte gerade durch die sozialen Medien vermehrt Zugang zu Informationen zum Veganismus, weil Inhalte schnell die Runde machen. Andererseits sind die Menschen immer stärker mit den negativen ökologischen Auswirkungen unseres Konsums tierlicher Produkte konfrontiert. Mittlerweile wissen viele, was der Klimawandel ist und dass dafür zu einem Grossteil der Fleischkonsum verantwortlich ist. Zudem erkennt die Wirtschaft immer mehr die Nachfrage nach veganen Produkten und reagiert mit entsprechenden Angeboten. Je einfacher verfügbar vegane Produkte sind, desto tiefer die Schwelle und desto häufiger entscheiden sich KonsumentInnen, vegan einzukaufen.

Tatsächlich geht man heute davon aus, dass sich etwa ein Prozent der Schweizer Bevölkerung  vegan ernährt, vor zehn Jahren waren es nur rund 0.25 Prozent.

 

Was halten sie vom Vorwurf, Veganismus sei eine Erscheinung der Überflussgesellschaft?

Das ist völliger Blödsinn, so etwas zu behaupten! Der extreme Konsum tierlicher Produkte und dessen negativen Auswirkungen auf unser Klima und ganz grundsätzlich auf unseren Planeten ist eine Erscheinung unserer Überflussgesellschaft. Sie ist geprägt von Konsum, Luxus und Kapitalismus, aber auch von einer sehr ungerechten Verteilung der vorhandenen Güter, wie Lebensmittel. Während auf der einen Seite enorm viele Menschen an Hunger sterben, werden auf der anderen Seite Milliarden von Nutztieren mit Nahrungsmitteln wie Soja, Weizen und Mais gemästet. Und Zehntausende von Liter Wasser werden für die Produktion von tierlichen Produkten und den Anbau von Futtermitteln verschwendet. Das alles könnte auch direkt in den Mägen der Menschen landen. Unsere Erde bietet mehr als genügend Ackerbaufläche, um für Menschen direkt verwertbare pflanzliche Nahrung anbauen zu können. Stattdessen macht ein Grossteil der angebauten Nahrung den Umweg über die Nutztiere und geht zu einem grossen Teil verloren.

 

Veganismus wird von seinen Anhängern geradezu zelebriert und auch Prominente lassen bekannt werden, dass sie sich vegan ernähren. Das mag den Eindruck erwecken, Veganismus sei mehr ein Trend als wirkliche Überzeugung. Wie sehen Sie das?

Das ist Quatsch! Zudem mag ich das Wort “Anhänger” nicht. Religionen haben Anhänger. Das trifft auf den Veganismus nicht zu.

 

Ich finde es gut, wenn Prominente sich öffentlich dazu äussern, welche positiven Auswirkungen ein veganer Lebensstil auf Umwelt und Tiere hat. Sie wirken häufig meinungsbildend bei Fans. Und warum sollten Promis, denen es wichtig ist, dass auch nachfolgende Generationen noch einen Planeten haben, der lebenswert ist, das nicht öffentlich kundtun?

 

Gegenwärtig wird in der Schweiz vermehrt darüber diskutiert, ob Mensen strikt ein veganes Menu in ihr Angebot aufnehmen sollen. Darüber, ob sie ein laktose- oder glutenfreies Gericht anbieten sollen, gibt es keine politischen Diskussionen. Dabei beeinträchtigen die Standard-Menus die Gesundheit der Menschen mit Nahrungs-Intoleranzen, jene der Veganer nicht.  Finden Sie dies nicht etwas ungerecht und falsch gewichtet?

Es dünkt mich unfair, dass immer wieder darüber geschimpft wird, dass vegan lebende Menschen eine “Extrawurst” möchten, dabei aber vergessen geht, dass vegane Gerichte von fast allen Menschen gegessen werden können und sich die Wahlfreiheit durch ein veganes Gericht erhöht. Vegan bietet zudem auch recht einfach die Möglichkeit, glutenfreie Gerichte anzubieten.

Schweizer Wikinger sagen Hollywood den Kampf an

Wenn die Schweiz jemals so etwas wie eine Genrefilm-Tradition hatte, dann ist sie entweder tot oder vergessen. Insbesondere das Fach der Action- und Historien-Abenteuer überliess man bislang kampflos der englischsprachigen Konkurrenz, weil der Produktionsaufwand schlicht die Mittel des filmischen Entwicklungslandes Schweiz überstiegen hätte. Dennoch blasen nun ein Zürcher Produzent und ein Urner Regisseur zum Angriff auf Hollywoods Königsdisziplin – und liefern erstaunlich solides Popcorn-Kino ab.

 

Auf sie mit Gebrüll!

Als Schlachtross helvetischen Grössenwahns soll ausgerechnet ein Wikingerfilm fungieren. Ein Sujet, das Hollywood in den letzten Jahren völlig vernachlässigt hat und deshalb dankbar von Ramsch-Filmern und Fernseh-Serien aufgegriffen wurde. Doch behörnte Helme und besoffene Barbaren sucht man in Northmen: A Viking Saga vergebens. Die Wikinger sind hier auf spartanische Kriegs-Moral geeichte Seebären, die an der Küste Schottlands stranden und sich anschliessend durch feindliches Territorium schlagen müssen – mit einer entführten Prinzessin im Schlepptau und einer Horde königlicher Söldner im Nacken.

 

Unterwegs wird viel gerauft, gefochten und vor allem gewandert: Wenn die Wikinger durch die Highlands ziehen und die Kamera über die nebelverhangene Pampa hinwegsaust, kommt schon fast Mittelerde-Stimmung auf. Dazwischen leistet sich Northmen die eine oder andere Länge, wenn die Nordmänner mal wieder einen Zwischenstopp einlegen und sich der Film um so etwas wie Charakterzeichnung bemüht. Doch das nächste Gemetzel lauert immer nur einen Axt-Wurf entfernt – da ist der fähige Regie-Handwerker Fäh wieder ganz in seinem Element.

 

Hollywood-Standard mit allen Nöten und Tugenden

Produziert hat das bärtige Spektakel kein geringerer als Ralph S. Dietrich, Sohn von Schmuddel-Guru Erwin C. Dietrich (Die bumsfidelen Mädchen vom Birkenhof). Nebst einer Vorliebe für Mittelinitialen verbindet Vater und Sohn auch die Leidenschaft für das Genre-Kino, das in der Schweiz so gut wie ausgestorben ist. Während Dietrich Senior jedoch auf textilarme Schwedinnen in den Hauptrollen setzte, will der Junior die Hollywood-Konkurrenz mit ihren eigenen Waffen schlagen: Rasante Action, scheppernde Klingen und holprige Dialoge sollen es richten.

 

So ahmt Northmen nicht nur die Stärken, sondern auch die Schwächen seiner Vorbilder aus Übersee nach. Das Drehbuch ist bestenfalls als zweckmässig zu bezeichnen, die Charaktere haben die Tiefe von Abziehbildern. Das schmälert das Vergnügen aber nicht im Geringsten. Denn das muntere Hauen und Stechen verbreitet auch ohne inhaltliche Überraschungen genug Kurzweil, um über knapp 100 Minuten hinweg zu unterhalten.

 

Der deutsch-schweizerischen Ko-Produktion sieht und hört man ihre Herkunft zu keinem Zeitpunkt an: Gedreht wurde hauptsächlich in Südafrika, die internationale Besetzung spricht in der Originalfassung Englisch. Kann man da überhaupt noch von einem Schweizer Film sprechen? Ein Glück, dass sich Northmen: A Viking Saga gar nicht erst in solchen Identitätsgrübeleien verzettelt. Stattdessen bietet der Streifen hartes, gradliniges Abenteuer-Kino, wie man es im anglophonen Kino nur noch selten findet. Bitte mehr davon!

Vom Piratensender zum Marktführer

Das 1971 als Piratensender gegründete Radio 24 strahlte in den ersten Jahren illegal vom Pizzo Groppera in Italien aus. Vom Berg in der Provinz Como konnte mittels diversen Parabolspiegeln und dem damals stärksten UKW-Sender der Welt ideal in die Stadt Zürich gesendet werden. Der damit eigentlich illegale und umstrittene Sender Radio 24 wurde in dieser Zeit durch die italienischen Behörden auf Druck der Schweiz mehrmals geschlossen.

 

Die Polizisten wendeten jeweils Waffengewalt an, um die Macher am Senden zu hindern. Nach dem jahrelangen Rechtsstreit mit den schweizerischen und italienischen Behörden, und dem anschliessenden Erwerb der Radiokonzession Zürich, durfte Radio 24 ab 1983 aus Zürich senden.

 

Der Sender kam in den Folgejahren zur Ruhe, und etablierte wichtige Radiomarken wie die Discosendung “Friday Night” und die Morgensendung “Ufsteller” fest in den Hörgewohnheiten der Zürcher Bevölkerung. 2001 verkaufte der Gründer Roger Schawinski Radio 24 an die Tamedia AG. Diese wiederum verkaufte den Sender zehn Jahre später an Peter Wanner, Besitzer der AZ Medien, der den Sender über seine Radiomedien AG weiter betreibt.

 

Das erste Projekt, das unter Peter Wanner in Angriff genommen wurde, war der Umzug ins historische Löwenbräu-Areal im April 2013, in dem ein neues, modernes Studio eingerichtet wurde. In dieses wurde Tink.ch ein Einblick geboten.

 

Der Morgen

 

Der Betrieb bei Radio 24 beginnt schon um drei Uhr morgens: Der zuständige Morgenredaktor ordnet die möglichen Themen für die Nachrichten ein. Er ist als Erster anwesend, noch bevor der Moderator und seine Produzentin zur Arbeit kommen. Um 4:20 Uhr beginnt die Sitzung, bei der die vier Verantwortlichen die Themen besprechen. Um fünf Uhr geht Dominik Widmer, einer der drei Morgenmoderatoren, auf Sendung und stellt das automatisch eingestellte Musikprogramm ab, das über die Nacht für Unterhaltung sorgt und so den 24-Stunden-Betrieb garantiert.

 

Das alles erzählt uns Dominik Widmer kurz vor seinem Feierabend um 15 Uhr. Er sei wieder einmal viel zu lange hier geblieben, und müsse dringend schlafen. So ein Job gehe an die Substanz – man müsse aufpassen, dass die sozialen Kontakte nicht unter dem Schichtbetrieb leiden.

 

Die Arbeit auf der Redaktion

 

Die Redaktionssitzung, die wir begleiten dürfen, beginnt um 13:15 Uhr. Die gesamte Crew sitzt  am modernen Hochtisch in der Mitte des Grossraumbüros und bespricht die aktuellen Themen. Immer mit dabei ist per Telefon auch Bundeshausredaktor Matthias Bärlocher, der aus dem umgebauten Bundeshaus-Mediencenter Beiträge zur eidgenössischen und politischen Lage liefert.

 

Die verantwortliche Nachrichten-Redaktorin, die bis jetzt die stündlichen Nachrichten gelesen hat, kommt dazu und gibt einen kurzen Überblick über die relevanten Themen. Nach kurzer Besprechung – viel Zeit bleibt im hektischen Radioalltag nicht – entscheidet sich die Redaktion an diesem Tag für die aktuelle Steuerdebatte, die gerade aus zwei Blickwinkeln beleuchtet wird: Erstens wird die gesamtschweizerische Sicht aus Bern dargestellt, und aus Zürich geht man der Frage nach, was diese Steuerdebatte für den Kanton Zürich bedeutet. Zusätzlich hat der Kanton Zürich an diesem Tag seine Zahlen vom letzten Jahr, sowie das Budget für dieses Jahr erläutert. Auch dieses Thema wird bearbeitet.

 

Beitrags-Entstehung

 

Die Redaktion ist sich bewusst, dass die Themenwahl heute etwas eintönig und zahlenlastig ist. Man fühle sich der Stadt aber verbunden, solche Themen aufzugreifen, und kann nicht auf andere ausweichen, so der Tenor an der Sitzung. Die Beiträge entstehen anschliessend in rascher Folge. Eine Redaktorin ist jeweils gleich für zwei oder sogar drei Beiträge verantwortlich, erklärt Chefredaktorin Birgit Orgler. Mit einem modernen Programm ist es den Redaktoren sogar möglich, die Beiträge im Grossraumbüro zu schneiden, ohne, dass die Tonausschnitte  Umgebungslärm abbekommen und so unbrauchbar werden würden.

 

Die Textpassagen der Redaktorin werden im Studio zusammen mit den ebenfalls vorbereiteten Fragen des Moderators live über den Sender geschickt. Die Redaktorin spielt die dazugehörigen Tonausschnitte ab. Die Zeiten, bei denen ein ganzer Beitrag erst geschnitten und dann komplett vor Ausstrahlung vertont wurde, sind bei Radio 24 grösstenteils vorbei.

 

Interview mit dem Programmleiter

 

Der neue Radio 24-Programmleiter, der seit Mai 2014 in dieser Funktion für Radio 24 tätig ist, nimmt in unserem Audiopodcast Stellung zu den Herausforderungen mit dem Sender und berichtet von seinen langjährigen Radioerfahrungen. Jäggi war in den Vorjahren schon bei Radio 24 als Redaktor tätig, bevor er mit Radio 24-Gründer Roger Schawinski den neuen Sender Radio 1 aufbaute. Den Audiopodcast findet ihr bald auf Tink.ch.

Neunundzwanzigster Brief aus Deutschland

Hallo Leute,

 

Geht’s Euch gut? Was macht die Schweiz so? Läuft alles?

 

Ach, wir können diese jugendliche Sprache einfach nicht. Wir waren neulich bei einem Personality-Coach, der uns zu mehr Akzeptanz bei jungen Menschen verhelfen sollte. Für 220 Euro (umgerechnet etwa eine Roche-Aktie) pro Stunde wollte uns dieser Hamburger Schnösel erzählen, was wir zu tun und zu lassen haben. Aber nicht mit uns! Dieses Anbiedernde passt einfach nicht zu uns.

 

Und da ist bei uns der Groschen (umgerechnet etwa eine Karstadt-Aktie) gefallen: wir sind im Grunde genommen wie Sie Schweizer!

 

Sie lassen sich auch nicht von irgendjemandem etwas sagen. Sie nehmen auch keine gut gemeinten Ratschläge an. Sie schlagen auch jedem die Tür vor der Nase zu, der es wagt, sich in Ihre Angelegenheiten einzumischen. Und sie versuchen sich auch aus möglichst allem herauszuhalten, das Kritik auslösen könnte.

 

Ja, wir haben wirklich viel gemeinsam. Und trotzdem sind wir besser als Sie. 95 Prozent der Weltbevölkerung kennt Deutschland (Quelle: 100 Personen aus Deutschland über 14 Jahren). Die Schweiz kennen bloß 12 Prozent. Und die meinen auch noch meistens Schweden.

 

Das muss ja irgendwelche Gründe haben. Einige haben wir in den vergangenen 28 Briefen schon aufgeführt. Doch da muss noch mehr sein. Wenn sich zwei Länder im Grunde genommen so sehr ähneln wie ein Ei dem anderen, warum haben sie sich im Laufe der Jahrhunderte dann so unterschiedlich entwickelt? Sowohl in der Selbst- als auch der Außenwahrnehmung.

 

In unserem Kurs haben wir gelernt, dass die Jugend dazu gerne sowas sagt wie: “Whatever. Fuck off!” Aber so einfach wollen wir es uns nicht machen.

 

Sehen Sie, wir wissen, wie das ist, wenn einem die ganze Welt mit Abscheu, Hass und Wut begegnet. Und deshalb können wir relativ unbeschwert in der Welt umherreisen. Reisen von Deutschen führten schon in alle Länder dieser Erde. Einige haben wir sogar selber erschaffen, denken wir nur an Namibia oder Israel. Oder Deutschland. Können Sie da mithalten? Mit welchem Recht denn können Sie, liebe Schweiz, die Welt ignorieren? Wie rechtfertigen Sie Ihre Arroganz gegenüber Rat und Einfluss von Außen? Ernsthaft, das interessiert uns wirklich!

 

Wenn Sie eine Antwort haben, so schreiben Sie sie uns bitte. Oder erzählen Sie es direkt einem Deutschen, wenn Ihnen einer mal wieder über den Weg laufen sollte.

 

Wir verabschieden uns unterdessen mit den typischen Worten der Jugend:

 

Yo!

 

 

Ihr G-Many

Einmal um die ganze Welt – mit dem Velo

Warum hast du dich entschieden, mit dem Velo um die ganze Welt zu fahren?

Im letzten Jahr bin ich per Autostopp durch Kasachstan, Russland, Usbekistan, Georgien, Armenien, die Türkei, die Ukraine und Moldawien gereist. Diese vier Monate waren eine unglaubliche Zeit. Ich habe mir überlegt, was ich in diesem Jahr machen soll. Da man beim Reisen mit dem Auto zu wenig sieht und man in einem Tag zu Fuss nicht weit genug kommt, habe ich mich entschieden, mit dem Velo einmal um die ganze Welt zu fahren.

 

Was hast du vor deiner Reise in Kasachstan gemacht?

Ich hatte studiert und arbeitete zuletzt als Touristenführer. In unsere ehemalige Hauptstadt Almaty kommen viele Touristen. Ich zeigte ihnen die schönen Orte in der Region und führte sie auf die Berge.

 

Wie hoch ist dein Reisebudget?

Ich möchte nicht über das Geld sprechen, da es sonst Leute abschrecken könnte, etwas Ähnliches zu machen, da ihr Budget nicht so hoch ist. Ich kenne jedoch eine Person, welche mit gerade einmal 300 Franken während drei Jahren gereist ist. Das Budget spielt keine Rolle. Wenn man etwas im Leben will, sollte man es auch machen.

 

Was war bisher das eindrücklichste Reiseerlebnis?

Es gab viele tolle Erlebnisse. So habe ich etwa viel über den Iran gelesen. Nun war ich zum ersten Mal dort. Dieses Land ist unglaublich und die Leute sind sehr nett. Ich habe mich in dieses Land verliebt.

 

Hast du auch schlechte Erfahrungen gemacht?

Nicht wirklich. In Usbekistan hat jemand aus einem Auto eine leere Flasche nach mir geworfen. Sonst habe ich vor allem positives erlebt. In der Wüste in Turkmenistan habe ich mein ganzes Wasser aufgebraucht. Ich zeigte einem vorbeifahrenden Lastwagen mit einer Geste, dass ich kein Wasser mehr habe. Nach zwanzig Metern warf er eine volle Flasche aus dem Fenster in meine Richtung. So unterschiedlich kann es sein, wenn jemand eine Flasche nach dir wirft. Das eine Mal ist es eine schlechte Erfahrung, das andere Mal eine sehr gute.

 

Wie verbringst du die Nächte?

Ich zelte oft in Wäldern. Manchmal lerne ich auf der Reise auch Leute kennen, die mich zu ihnen nach Hause einladen. Wenn keine andere Möglichkeit besteht, übernachte ich auch in Hostels. Besonders in Westeuropa sind die Übernachtungen mit über 30 Franken pro Nacht sehr teuer. Da bin ich froh, wenn ich auf einem Sofa schlafen kann.

 

Nimmst du während deiner Reise Unterschiede war, beispielsweise bei der Gastfreundlichkeit?

Die Europäer haben eine andere Mentalität als die Asiaten. Gastfreundlich sind jedoch alle, da gibt es keine Unterschiede zwischen den Kulturen.

 

Was hat dir an der Stadt St. Gallen am besten gefallen? Was an der Schweiz im Allgemeinen?

Der St. Galler Dom war traumhaft. Diese Malereien sind sehr eindrucksvoll. Die ganze Landschaft ist ein Traum und alles ist so perfekt, die Strassen und Wege, einfach unglaublich. Super geschmeckt haben mir Zopf und Birchermüesli. Ich freue mich, mehr von der Schweiz zu sehen.

 

Gibt es auch etwas, das dir an der Schweiz weniger gefällt?

Es gibt zu viele Regeln. Etwa wenn man an einer Kreuzung bei einer roten Ampel warten muss, obwohl man fünf Kilometer rechts und links kein Auto sieht. Das ist allerdings in ganz Europa so.

 

Was sind deine nächsten Pläne auf deiner Reise?

Als nächstes werde ich nach Frankreich und Spanien fahren. Von dort werde ich nach Kolumbien fliegen, um über Ecuador und Peru nach Chile zu radeln. Nach Südamerika plane ich, Australien zu bereisen, um zum Schluss über Malaysia, Thailand, Kambodscha, Vietnam und China zurück nach Kasachstan zu gelangen.

 

Wie lange bist du noch unterwegs?

Ich werde vermutlich noch mindestens ein Jahr mit dem Velo unterwegs sein. Mein Ziel ist es nicht, möglichst schnell vorwärts zu kommen, sondern möglichst viele Leute aus unterschiedlichen Kulturen kennenzulernen und neue Freundschaften zu schliessen.

 

Hast du Pläne für die Zeit nach der Reise?

Ich habe keine konkreten Pläne, ich möchte aber im Tourismus arbeiten. Ich will den Leuten das schöne Kasachstan zeigen. Wir haben wunderschöne Berge wie die Alpen, über 7000 Meter hohe Bergspitzen, viele Seen, Wüsten und Canyons.