Kultur | 04.09.2014

Schneller als Eminem

Text von Sandro Bucher | Bilder von zVg Mainland Music
US-Rapper George Watsky hat sich mit seinem YouTube-Hit "Pale Kid Raps Fast" weit über seine Heimatstadt San Francisco hinaus einen Namen in der Hip-Hop-Szene gemacht. Mittlerweile gilt der Poet auch hierzulande bei vielen als Geheimtipp, denn der 27-Jährige rappt nicht nur schneller als Eminem, sondern untermauert seine Redekunst auch mit lyrischen Meisterwerken. Im Oktober gastiert er in der Schweiz.
George Watsky gilt als einer der schnellsten Rapper der Welt.
Bild: zVg Mainland Music

Schon in jungen Jahren glänzte Watsky durch dichterische Höchstleistungen. In Kalifornien gewann er dutzende Slam-Poetry-Wettbewerbe, bevor er 2006 Youth Speaks Grand Slam Poetry-Champion wurde – die höchste Auszeichnung für einen Slam-Poeten in den USA. Sein YouTube-Hit Pale Kid Raps Fast bescherte ihm schliesslich auch ausserhalb der Bucht von San Francisco Berühmtheit und legte den Grundstein, auf dem seine Karriere als Rapper aufbaut.

 

Heute gilt Watsky als einer der schnellsten Rapper der Welt. Seine Zungenfertigkeit verschaffte Auftritte in der Ellen DeGeneres-Show und in der HBO-Sendung Def Poetry, in der Rap-Legende Russell Simmons nach jungen Ausnahmetalenten sucht.

 

Experimentelle Erzählungen

2007 veröffentlichte er sein erstes Album Invisible Inc und stellte damit erstmals grossflächig seine Rap-Künste unter Beweis. Auf der LP zeigte sich Watsky experimentierfreudig und versuchte sich an verschiedenen Hip-Hop-Färbungen. Auf einigen Tracks etwa sind klassische Jazz-Elemente zu hören, während andere mit Synthesizer und Auto-Tune für Abwechslung sorgen.

 

Nur zwei Jahre später, 2009, veröffentlichte Watsky sein nächstes Album und benannte es nach seinem eigenen Namen. Das kommt allerdings nicht von ungefähr, denn die Zeit der Experimente ist vorbei und der US-Rapper definiert sich nach seinem ersten Album neu. Erstmals zieht sich eine klare Linie durch sein Album. Diese musikalisch klarer definierte Geradlinigkeit erlaubt es dem Poeten, sich wieder mehr auf seine Dichtkunst zu konzentrieren.

 

Ob Alltagserzählungen, Gesellschaftskritik oder politische Themen: Watsky findet auf seinen Alben für alles Platz und ummantelt die Messages seiner Texte mit schöpferischen Sternstunden der Poesie. Das dritte Album Cardboard Castles stellt dabei keine Ausnahme dar und bescherte ihm erstmals so viele Albumverkäufe, dass ihm ein Einstieg in die US-amerikanischen Billboard 200-Charts gelang.

 

All You Can Do

Im August dieses Jahres veröffentlichte Watsky mit All You Can Do sein viertes Album. Was Watsky alles kann, hat er unlängst unter Beweis gestellt. Er zieht seine Linie weiter und präsentiert auch mit seinem neusten Streich eine geordnete Vielseitigkeit. Auch stilmässig traute sich der Poet wieder, eine breitere Palette abzudecken. Das Vorhaben ist Watsky spielerisch gelungen, denn seine Wortkunst ist dermassen ausgereift und polyvalent, dass sie universal und abwechslungsreich ausgestellt werden kann. Für das Album arbeitete er mit diversen Künstlern zusammen. So findet man US-Rapper Anderson Paak oder die US-Sängerin Raquel Rodriguez gleich auf mehreren Tracks.

 

Im Oktober gastiert Watsky im Rahmen seiner All You Can Do-Tour gleich zweimal in der Schweiz: Am 2. Oktober im Exil in Zürich und am 3. Oktober im Ebulition in Bulle.

 

Für das Konzert im Exil verlost Tink.ch 2×2 Tickets.