Sport | 28.09.2014

In sieben Schritten auf den Big Air

Text von Manuela Paganini | Bilder von Elias Summermatter
Ist Profi-Snowboarder ein Traumberuf? Die Schweizer Snowboarderin und Olympia-Vierte Sina Candrian meint nein: Das Snowboarder-Dasein sei viel mehr als ein Beruf. "Entweder man ist ein Snowboarder oder eben nicht." Tink.ch erklärte sie am Sportfestival freestyle.ch was ihr braucht, um in ihre Fussstapfen treten zu können.
Sina Candrian (1988) wurde Vierte an den Olympischen Winterspielen in Sotchi 2014. Ihren Alltag verbringt sie zwischen Fitnessstudios, verschiedenen Schweizer Skigebieten und Orten, wo man surfen kann.
Bild: Elias Summermatter

1. “Spass ist der Schlüssel zum Erfolg”, weiss Sina Candrian. Der Weg zum Profi-Snowboarder ist ein langerjähriger Prozess – bis die internationalen Festivals euch einladen, liegen Jahre des Trainings, kleinere Contests, Siege und Niederlagen vor euch. Ohne die Leidenschaft für den Sport werdet ihr diesen Parcours kaum bestreiten können.

 

2. Eine Verjüngungskur ist angesagt: Wer wirklich durchstarten will, sollte im Alter von fünf bis zehn Jahren mit intensivem Training beginnen. “Mit etwa vierzehn Jahren zeigt sich, ob jemand Talent hat oder nicht”, sagt Candrian. Dafür muss schon vorher regelmässig trainiert werden.

Candrian selbst hat mit fünf Jahren zum ersten Mal auf dem Snowboard gestanden. Mittlerweile fange man sogar noch eher mit dem Training an.

 

3. Ein Umfeld, welches das Snowboarden unterstützt, braucht ihr unbedingt. Gesegnet ist, wer snowboardbegeisterte Eltern hat: Candrians Mutter hat sie jeden Mittwochnachmittag und jedes Wochenende mit auf die Piste genommen, von Mitte Dezember bis Ende April.

 

4. Idealerweise wohnt ihr in einer Ortschaft mit hauseigenem Wintersportgebiet. Zwar gibt es Sportschulen in den Bergen, welche auch Kinder aus dem Mittelland besuchen können, diese sind aber oft sehr teuer.

 

5. Für die Wochen, Monate und Jahre im Schnee die euch bevor stehen, sucht ihr euch am besten ein paar mindestens so angefressene Freunde. So könnt ihr euch gegenseitig antreiben. “Es ist auch wichtig, immer einmal einfach so fahren zu gehen, ohne Leistungsdruck und Ziele die es zu erreichen gilt.”

 

6. Schliesst euch einer Organisation an, die euch entsprechend fördern kann. Swiss Snowboardschool ist eine. Ansonsten seid ihr auch bei den Sportschulen gut aufgehoben. In jedem Fall schaut zu, dass ihr Wettbewerbe gewinnt, dann kommen die ersten Sponsoringverträge mit etwas Glück von selbst. Das motiviert und hilft euch beim Einstieg in die Profi-Szene. Bis das Freestyle.ch bei euch anklopfen wird, ist es dann nur eine Frage der Zeit.

 

7. Wenn ihr dabei seid, könnt ihr gleich den liebsten Trick der Meisterin lernen: das Sprayen. Für den Frontside Spray fahrt ihr mit Schuss eine Kurve frontside, das heisst von der Fersenkante zur Zehenkante, dann eine weitere Kurve sehr scharf zurück zur Fersenkante. Damit wirbelt ihr, besonders im Pulverschnee, sehr viel Schnee zum Tal auf. – Achtung dabei auf Leute die unter euch sitzen. Sie könnten sich bei Gelegenheit revanchieren.

 

Zum freestyle.ch:


Das Zürcher Freestyle.ch ist das grösste Freestyle-Festival Europas. Während  dem 26. Und 27. September haben Snowboarder, Freeskier, Mountainbiker und BMX-Fahrer gezeigt, dass der Traum vom Fliegen noch lange nicht ausgeträumt ist.  Dieses Jahr feiert das Festival sein zwanzigstes Jubiläum.