Sport | 21.09.2014

Kulturschock in Winti

Text von Laura Vogt | Bilder von Jan Müller
Ganz Winterthur freute sich, dass sein Fussballverein gegen den Meister und Champions League-Teilnehmer aus Basel spielen konnte. Die Atmosphäre vor und während dem Cup-Sechzehntelfinal zwischen dem FC Winterthur und dem FC Basel war besonders - trotz Niederlage des Heimteams.
  • Ist für drei der vier Tore gegen den FCW verantwortlich: FCB-Spieler Breem Embolo. Bild: Jan Müller

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  • Vor dem Anpfiff zeigte die Resultatstafel einen Sieg des FC Winterthur an.

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  • Das Stadion füllte sich langsam.

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  • Die Spieler wärmen sich vor grosser Kulisse auf.

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  • Die Basler Fans...

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  • ...und die Winterthurer empfingen die Mannschaften zum Anpfiff.

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  • Pünktlich zum Anpfiff öffnete Petrus seine Pforten.

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  • Die Winterthurer Fans sind zuversichtlich.

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  • Und Winterthur muss sich auch nicht verstecken.

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  • Doch dann können die Basler das 1:0 feiern.

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  • Die Winterthurer kämpfen weiter.

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  • Der Schiedsrichter hat das Spiel zu jeder Zeit unter Kontrolle.

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  • Die Basler haben jedoch seit dem Führungstor klar die Kontrolle an sich gerissen.

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  • Die Gegentribüne wird aktuell umgebaut.

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  • Basel-Torwart Vaillati hatte auch in der zweiten Halbzeit zu tun.

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  • Der dreifache Torschütze: Breem Embolo (rechts)

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  • Endresultat: Der FC Basel gewinnt mit 4:0 gegen die Winterthurer.

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  • Die Basler...

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  • ...und die Winterthurer bedanken sich bei den Fans.

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Es herrschte fast schon Ausnahmezustand in der letzten Woche in Winterthur: die Vorfreude auf das heutige Spiel gegen Basel war sowohl bei den Spielern, als auch bei den Fans deutlich zu spüren. FC Winterthur-Trainer Jürgen Seeberger ist mit seinem Team gut in die Meisterschaft gestartet.

Er versuchte seine Mannschaft optimal auf das Spiel gegen den FC Basel vorzubereiten. Das letzte Aufeinandertreffen zwischen den beiden Clubs liess ihn durchaus auf ein Resultat zu Gunsten des FCW hoffen: 2012 standen sich die Mannschaften bereits im Cup-Halbfinale gegenüber. Der FCW war damals in Topform und nahe dran, seinem Gegner ein Bein zu stellen – wegen viel Pech für Winterthur und einer fraglichen Schiedsrichterleistung endete das Spiel schlussendlich mit 2:1 für die Basler.

Die Ausgangslage war also optimal, und wie Seeberger betonte, haben ihm die Trainingsleistungen seiner Spieler inder letzten Woche sehr viel Freude bereitet.

Stimmungsspiel

Die Stimmung bei den Fans vom FCW war vor dem Spiel sensationell, sie hatten sich früh versammelt um ihrem Team vor dem Spiel ausserhalb des Stadions bereits den nötigen Schwung zu verpassen und den Motivationspegel noch ein wenig nach oben zu drängen. Die Spieler waren sichtlich überrascht von dieser Aktion. Die Freude war jedem Einzelnen von ihnen anzusehen. Topmotiviert kamen die Spieler aus der Garderobe und liefen mit erhobenen Köpfen neben dem grossen FCB ein. Sie wurden auch da von ihren Fans mit lautem Applaus überrascht, was für eine tolle Stimmung auf der Schützenwiese sorgte. Genau wie die Spieler auf dem Feld gaben auch die Fans alles.

Bis in die 31. Spielminute konnte der FCW trotz strömendem Regen gut mithalten, doch dann brachte Mohamed Elneny den FCB in Führung. Die Fans aus Winterthur reagierten sofort mit aufmunternden Worten für ihr Team und verloren keines Wegs die Hoffnung. Nur drei Minuten später wurden die Fans allerdings von Breel Embolo zum Schweigen gebracht. Der 17-Jährige erzielte das 2:0 für den FCB. Kurze Zeit hatte man das Gefühl, die Winterthurer haben den Glauben bereits verloren.

Doch dann konnten sie sich eine super Chance herausspielen, welche nur knapp ausgelassen wurde. Gleichzeitig begann die Kurve wieder zu singen und die Stimmung stieg auf den Rängen. Die Hoffnung kam zurück, bis dann kurz vor der Pause ein erneuter Treffer von Embolo zum 3:0 führte. Laute Gesänge bei den FCB Fans waren zu hören, beim FCW herrschte allerdings Betrübtheit und Stille. Der Regen hatte in Zwischenzeit aufgehört.

Hängende Köpfe nach der Halbzeit

Nach der Pause wurden die FCW-Spieler kaum bejubelt, hingegen wurden die Profis des FC Basels mit lautem Applaus zurückgeheissen. Der FCW riss sich nochmals am Riemen und konnte erneut ein paar gute Torchancen kreieren, welche jedoch nicht zum erwarteten Erfolg führten. Die Fanmeile des FCW war indes fast völlig verstummt. Die Mannschaften rannten dem Ball nur noch hinterher und waren schlicht ermüdet, logische Folge also: das 4:0 für den FCB, erneut durch Embolo. Kurz danach wurde Dennis Iapichino vom FCW noch mit Rot vom Platz geschickt und zu aller Überraschung wurde er durch einen grossen Applaus von den FCW-Fans verabschiedet. Doch die Stimmung blieb betrübt.

Winterthurer Fantreue

Kurz vor Schluss hatte man das Gefühl, die Winterthurer wollen ihre Fans aufwecken, denn sie versuchten mit Biegen und Brechen wenigstens noch den Ehrentreffer zu erzielen. Das konnte ihnen zwar nicht gelingen, doch die Fans gaben plötzlich wieder ein Zeichen und liessen bis zum Schlusspfiff nicht mehr nach.

Ein Stück weit auch eine Erleichterung für die Spieler, welche beim Gang zur Kabine von lauter FCW-Junioren überrascht wurden. Die Kids gratulierten trotz der Niederlage zum Spiel und wollten die Trikots ergattern. Am Schluss waren es allerdings ausschliesslich die FCB-Spieler, die sich ohne Trikots in die Kabine begaben.

Der FC Winterthur muss die Niederlage jetzt wegstecken und nach vorne schauen. Das dürfte der tolle Abschied der Fans erleichtert haben. Das Spiel wird ihnen sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben. Auch wenn sie eine hohe Niederlage einstecken mussten, können sie stolz auf sich und vor allem auf ihre Fans sein.