Gesellschaft | 26.09.2014

Erster Brief aus der Klasse 8F

Habt ihr euch schon einmal gefragt, wie die Schweiz eigentlich durch Kinderaugen aussieht? Wir auch nicht. Trotzdem begaben sich Peer und Philipp von Eine Zeitung auf die Suche nach einer kompetenten Klasse, die ihnen unentgeltlich das wöchentliche Schreiben abnimmt. Während die Schüler ihre Gedanken schriftlich festhielten, hatte nicht nur der kleine Henning eine bedeutende Erkenntnis über die Alpennation.
Mag eigentlich keine Kinder: Die deutsche Friedenbrieftaube von Eine Zeitung.
Bild: Katharina Good

Sehr geehrte Frau und sehr geehrter Herr Schweizer,

 

den heutigen Brief an die Schweiz hat die Klasse 8 F des Rudolf-Kess Gymnasiums Heilbronn verfasst, unter der Aufsicht von Klassenlehrerin Frau Margret Meinler.

 

Dies war Teil eines großen Gewinnspiels der Autoren Philipp Feldhusen und Peer Gahmert unter mehreren hundert deutschen Gymnasien und Gesamtschulen.

 

Wir  – das sind insgesamt 33 Schüler der Klasse 8F – wurden erfreulicherweise Erster und haben nun die große Ehre, den 26. Brief an die Schweiz zu schreiben.

 

Also, fangen wir mal an:

 

Wir hatten neulich im Politikunterricht das Thema G20 Staaten. Und plötzlich fiel dem Tobias auf, dass die Schweiz da gar nicht bei ist. Henning, Maik und Matthias «Schorle- haben sofort vermutet, dass das irgendwie an der Neutralität Ihres Landes liegt und dass Sie deshalb irgendwie nicht zur Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer gehören. Aber Lara hat dann gleich in den Raum geworfen, dass das eine mit dem anderen doch gar nichts zu tun hat. Herr Seifers hat dann gesagt, dass wir einfach mal selbst ein wenig nachforschen sollen, was ein paar von uns auch gemacht haben.

 

Wir haben herausgefunden, dass die Schweiz durchaus zu den 20 größten Wirtschaftsnationen zählt. Aber warum sie nicht zur G20 gehört, ist uns schleierhaft. Wir finden aber, dass die Schweiz dazugehören sollte, weil sie ja eine der wichtigsten Wirtschaftsländer der Welt ist. Auf jeden Fall ist das irgendwie unfair. Wie sehen Sie das? Möchten Sie gerne, dass Ihr Land auch in der G20 ist? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum?

 

Dann hatten wir auch mal das Thema Menschenrechte in Politik. Da kam die Schweiz kaum drin vor. Einige von uns glauben, dass das ist, weil die Schweiz so gut ist.

 

Frau Meinler sagte, dass die Schweiz eine Insel der Glücklichen ist und jeder, der da wohnen darf, hat Geld. Maike sagte dann, das ist ja voll unfair, wenn man dafür zahlen muss, in einem Land leben zu können und sich das ja auch gar nicht alle leisten können. Außer man ist berühmter Sportler, dann geht das. Frau Meinler sagte, Maike hat sie falsch verstanden.

 

Von uns war übrigens noch keiner in der Schweiz. Wir wollen aber mal eine Klassenfahrt machen. Vielleicht fahren wir dann mal zu Ihnen. Aber die Stadt zahlt keine Klassenfahrten mehr und sagt, wir sollten froh sein, dass wir überhaupt einen neuen Hausmeister haben. Und die Lehrer haben auch keine Lust. Na, mal sehen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

 

 

Ihre 8F