Kultur | 01.07.2014

“So bunt und chaotisch wie es sein soll”

Vergangenes Wochenende ging die Jubiläumsausgabe des "Pärkli Jam" über die Bühne. 2004 zum ersten Mal von der Jugendarbeit Basel und der Musikförderung "Kulturpush" ausgetragen, bestand der eintätige Event aus fünf Acts, 200 Besuchern und einem Bierzapfhahn. 10 Jahre später erstreckt sich der Grossanlass über drei Tage und ist aus der Basler Jugendkulturszene nicht mehr wegzudenken.
Eine Plattform für regionale Bands und junge Tänzer.
Bild: zVg / Roman Hueber zVg / Roman Hueber zVg / Roman Hueber

Eine grosse Bühne, dröhnende Musik, bunte Ballone und jede Menge gutgelaunter Menschen – so präsentierte sich die Jubilämsausgabe des Pärkli Jams im St. Johannspark. Trotz durchzogenem Wetter lockte das vielseitige Line-up über 4-˜000 Musikbegeisterte an den Rhein.

 

Neben lokalen Künstlern liessen es sich auch einige ausländische Bands nicht nehmen, vor dem Basler Publikum aufzutreten. So rockten Salon Goldi aus Österreich und Langtunes aus dem Iran die Bühne und versprühten internationales Flair. Neben den grossen Shows gab es auch dieses Jahr wieder die intimen Unplugged-Konzerte auf der Fähre. Ein Zückerchen für die Fans zarter Klänge.

 

Plattform für regionale Künstler

Als die Initianten vor zehn Jahren die erste Ausgabe auf die Beine stellten, sollte das Festival regionalen Bands eine Plattform bieten und für alle Besucher frei zugänglich sein. Diesem Kredo ist das Pärkli Jam bis heute treu geblieben. Von World Music über Hip Hop zu Rock werden alle Richtungen abgedeckt und somit ein breites Publikum angesprochen. “Alle Künstler treten auch heute noch gagenfrei auf und hunderte von freiwilligen Helfern engagieren sich für das Festival”, erläutert Sabrina Tschachtli von Kulturpush. Nur so könne gewährleistet werden, dass auch in Zukunft kein Eintritt verlangt werden müsse. Tschachtli weiter: “Anstatt auf internationale Headliner setzen wir auf die Vielfältigkeit und Qualität der regionalen Bands.”

 

Jugend mit Herzblut und Engagement

Das Rahmenprogramm des Festivals sowie der Showblock am Sonntag werden von Jugendlichen des Jugendzentrums Badhuesli gestaltet. Marina Peter, Jugendarbeiterin des Badhuesli: “Das Jugendzentrum bietet die Rahmenbedingungen, die gestalterische Freiheit liegt jedoch bei den Jugendlichen.”

 

Für viele Jugendliche bildet der Pärkli Jam den Höhepunkt des Jahres, dementsprechend hoch ist der Einsatz. Drei Tanzgruppen trainieren unter dem Jahr regelmässig im Badhuesli, um auf der Showbühne des St. Johannsparks zu glänzen. Auch das Moderationsduo kommt aus den eigenen Reihen, sowie die ganze Backstage-Crew. Doch die Jungen engagieren sich nicht nur auf der Bühne, sie kellnern, kochen, bauen Zelte auf und schleppen Kabel. “Wir erleben eine hohe Partizipation der Jugendlichen, sie übernehmen gerne Verantwortung”, erläutert Peter. “Wir sehen viel Motivation, Engagement und Herzblut. Sie machen das Festival lebendig – und so bunt und chaotisch, wie es sein soll.”

 

Zehnjähriges Jubiläum

Nachdem das Festival im letzten Jahr Negativschlagzeilen geschrieben hat, weil es auf dem Gelände zu Krawallen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen war, schaut man dieses Jahr nach vorne. Tschachtli betont: “Auf den Pärkli Jam hatte der Zwischenfall keinen grossen Einfluss. Wir wollen auch weiterhin ein offener Ort bleiben und die Besucher nicht für das Verhalten einzelner Krawallmacher bestrafen.”

Die Jubiläumsausgabe war dann auch ein voller Erfolg. “Die Stimmung ist friedlich, Acts wie auch Publikum fühlen sich wohl und trotz Regen waren die Shows gut besucht,” resümmiert Tschachtli. Eine ausgelassene Feier im Zeichen der Jugend- und Musikkultur.