Gesellschaft | 23.07.2014

Mit 17 ein Unternehmen? Kein Problem

Text von Alessia Pacino | Bilder von zVg
Programmieren, das können viele Jugendliche. Gleichzeitig jedoch ein Unternehmen zu gründen, auf diese Idee kommen die wenigsten zwischen fünfzehn und zwanzig. Tink.ch hat zwei dieser Jungunternehmer getroffen.
Erst 17 und bereits Jungunternehmen: Christoph Marti.
Bild: zVg

Während andere Jugendliche in ihrer Freizeit auf Partys gehen, zocken oder Musik machen, investiert der 17-jährige Christoph Marti seine Zeit in das von ihm gegründete Jungunternehmen Jep Schweiz (Jugend Entertainment Produktionen Schweiz). Dort hat er MC Media ins Leben gerufen. Unter dieser Marke produziert er zusammen mit 20 Freiwilligen Apps, Webseiten und Videos.

 

Innovativ?

Unter anderem hat er eine neue Social Media App auf dem Markt gebracht, die sich unter dem Namen Pootoo finden lässt. Diese App ist auf den ersten Blick eine Mischung aus Facebook und Instagram. Man kann Fotos hochladen, Hashtags setzten, den Status posten, gemeinsam chatten und vieles mehr. Auf das Argument, dass es schon viele Social Media-Apps mit ähnlichen Funktionen gibt, kontert Christoph: “Die Idee einer Social Media-App kam von einem Freund, der mir geraten hat andere Apps ausbessern, anstatt eine komplett neu zu erfinden.”

Auf die Frage, wie lange er für die Entwicklung der App gebraucht hat, antwortet Christoph: “Für die Entwicklung habe ich ungefähr drei Wochen gebraucht. Die jetzige App ist jedoch erst eine Basisversion. Später kommen noch weitere Funktionen dazu.”

 

Autodidakt

Auch der 20-jährige Gabriel (Anm. d. Red.: Name geändert), der momentan als Polymechaniker tätig ist, hat mit seinen 20 Jahren schon viel erreicht. Wie Christoph entwickelt auch er Apps und führt ein eigenes Unternehmen. Er hat zum Beispiel eine Datingapp kreiert, die er We Date Singles getauft hat. Dies ist eine Seite, die völlig kostenlos und mit wenig Werbung ausgestattet ist. “Ich möchte möglichst eine werbefreie und kostenlose Seite haben, da die Werbung und die ständigen Gebühren bei herkömmlichen Seiten einem den Spass verderben.”, erklärt Gabriel.

 

Schon in seiner Kindheit tüftelte Gabriel an Computern herum. “Seit ich denken kann, haben mich Computern fasziniert. Über die Jahre habe ich mir all das notwendige Wissen selbst beigebracht. Ausser beim Grafischen der Website, da brauchte ich Unterstützung von meiner Cousine – sie ist Grafikerin.”, schmunzelte Gabriel.

 

Startschwierigkeiten

Da Gabriels Seite noch recht jung ist, findet man die Webseite nur in einer englischen Version. Weitere Sprachen sollen folgen. Trotzdem ist er mit der Seite bereits international tätig, zum Beispiel in Brasilien oder in Deutschland. Das Ziel ist, dass die Datingplattform bald in möglichst vielen Ländern nutzbar ist.

 

Auf die Frage, ob die zwei Jungunternehmer von ihrer eigenen Firma leben könnten, erwiedern beide: “Da die Apps gratis angeboten werden, verdienen wir, abgesehen von kleinen Werbeeinnahmen, nicht genug, um davon leben zu können. Es ist eher ein Hobby von uns, doch schon allein das Gefühl innovativ zu sein, ist Grund genug, um weiter zu tüfteln.”