Kultur | 26.06.2014

“Let’s roll Down The Rabbit Hole!”

Text von Jutta Galizia | Bilder von zVg
Das beschauliche Beuningen in Holland verwandelt sich Ende Juni drei Tage lang in ein Wunderland. Vom 27. - 29. Juni werden den Besucherinnen und Besuchern Musik, Abenteuer, Surrealismus, Psychedelisches und Ekstase präsentiert. Für musikalische Höhepunkte sorgen "MGMT", "The Black Keys", "The Soft Moon", "Warpaint" und viele mehr.
Das "Down The Rabbit Hole"-Festival ist ungefähr so verrückt wie die Geschichte von Alice im Wunderland.
Bild: zVg

“Lasst uns herabfallen ins Kaninchenloch.” Klingelt was beim Lesen dieser Worte? Vielleicht eine vage Erinnerung an das berühmteste Kinderbuch aller Zeiten? Alice im Wunderland ist gemeint. Alice sitzt im Gras und langweilt sich. Plötzlich sieht sie ein ungewöhnliches Kaninchen mit Brille und Uhr, das vor sich hin redet. Als das Kaninchen in sein Loch hüpft, springt die neugierige Alice nach und ahnt noch nicht, welche Wunder sie dort unten erwarten.

 

Wunderwelt

Das Down The Rabbit Hole-Festival interpretiert das von Lewis Carroll geschriebene Kinderbuch um und erschafft eine eigene Wunderwelt. Den Besuchenden des Festivals wird sich eine verkehrte Welt eröffnen. Sie werden mit dem Fall ins Loch aus dem Alltag ausbrechen. Auf der Festival-Website werden Abenteuer, Verwirrung, Surrealismus und Ekstase versprochen.

 

“Nehmt euch Zeit zum Speisen, Meditiert im Wald, legt euch ins Gras, schwimmt im Fluss, helft beim Turmbauen, geniesst das Lagerfeuer und tanzt zu brandneuen Bands”, empfehlen die Organisatoren. “Baut euch eure eigene Party und geniesst alles, was ihr tut, mit offenem Geist.”

 

Urwald aus Sprachen und Stilen

50 multikulturelle Bands und Musiker werden die Abende und Nächte des Festivals beherrschen. Sie kommen von Amerika, England, Belgien, Schweden, Neuseeland, Holland, Südafrika und sogar aus Mali. Eine spannende Reise durch drei Kontinente, sowie durch einen Urwald voller Klänge, Stimmen und Musikstile.

 

Mit den Tune-Yards aus Kalifornien kann man ein experimentelles Spielfeld betreten, auf dem es so gut wie keine Regeln gibt. Auf ihrem neuen Album Nikki Nack begeistern sie mit einer Menge Mut zu Innovation, Ungezwungenheit und Lebensfreude. Ihre Musik wird von den Fans oft als hyperexperimenteller Indie-Pop bezeichnet.

 

Psychedelisch oder nicht?

MGMT besteht aus fünf langhaarigen Männern, die psychedelischen Indie-Elektro erzeugen. Die Band-Leader Andrew Van Wyngarden und Ben Goldwasser schrecken allerdings vor dem Wort psychedelisch als Beschreibung ihrer Musik zurück. Ausser es wird richtig eingesetzt.

 

“Der Sinn dieses Wortes kann man mit der Wirkung von Drogen vergleichen. Sie verändern des Menschen Realität. Und das ist, was wir wirklich mit unseren Songs erreichen wollen. Unsere Musik ist eine Welt, in der sich jeder seinen eigenen Weg bahnen soll”, so Andrew im Interview mit dem Musik-Magazin Under the Radar.

 

Fremde Laute

Weiter führt die Reise nach Kapstadt. Diesem Ort ist die fünfköpfige Band John Wizards entsprungen. Die Band singt nicht nur auf Englisch, sondern auch in den afrikanischen Sprachen Kinyarwanda und Swahili. So nehmen die Musiker die Zuhörerinnen und Zuhörer mit in eine ganz andere Sprachenwelt mit spannenden, befremdlich wirkenden Lauten. Innovative Elektronik begegnet afrikanischer Tradition.

 

Ausspannen

Wer es lieber etwas ruhiger mag, der kann sich ans Lagerfeuer setzen. Dort werden Geschichten erzählt von Komikern, Schriftstellern, Musikern, Dichtern und anderen kreativen Menschen.

 

Selbst bei Tropenhitze kann das Festival genossen werden. Neben dem Festivalgelände bieten zwei Flüsse Abkühlung. Die Gewässer nähren die Energie und wecken alle Lebensgeister. Mit dieser neugewonnenen Energie kann man im “Idyllische Veldje”, im Festivalareal, unter Anleitung oder selbstständig schmieden, drucken, nähen und Keramik brennen.

 

Abtauchen in Verrücktheit

“Was für Leute wohnen denn hier in der Gegend?”, fragt Alice im Wunderland die grinsende Katze, der sie in der neuen Welt begegnet. “Dort drüben wohnt ein Hutmacher und hier wohnt ein Schnapphase. Du kannst dir aussuchen, wen du besuchen willst. Verrückt sind sie beide.” – “Aber ich will doch nicht unter Verrückte gehen!”, entgegnet Alice darauf. Dagegen lasse sich nichts machen, meint die Grinsekatze. “Hier sind alle verrückt.”