Kultur | 06.05.2014

Chet Faker: Musiker mit Potenzial oder viel Hype um nichts?

Text von David Schneider | Bilder von zVg
2011 hat er mit seiner Coverversion von "No Diggity" den Hype ins Rollen gebracht: Chet Faker gilt in zahlreichen Musikblogs zurzeit als Mann der Stunde. Wieso zeigt der Bartträger aus Australien mit seinem Debütalbum "Thinking in Textures", mit dem er am 9. Mai im Zürcher Mascotte gastiert.
Siehst zwar wie ein Hipster aus, dreht aber sein ganz eigenes Ding: Chet Faker.
Bild: zVg

Manch einer mag beim ersten Eindruck von Chet Faker denken: “Was ist denn das für ein Hipster?” Mit zotteligem Bart, Zigarette im Mund und einem T-Shirt mit V-Ausschnitt sieht Nicholas James Murphy, wie Chet Faker mit bürgerlichem Namen heisst, aus wie der fleischgewordene Vorzeige-Szenegänger. Und wer denkt, dieses Klischee beschränkt sich nur auf sein Aussehen, sollte sich Zeit nehmen seine Musik zu hören. Denn wie Faker Soul und Jazz mit Electronica-Elementen vermengt, lässt sämtliche Hype-Alarmglocken erklingen.

 

Der Hype ist da

Doch trotz jeglichen Klischees und Vorurteilen gegenüber Szenies bleibt zu sagen, dass Chet Faker unter all den im Internet hochgejubelten Musikern zu denen mit dem grössten Potenzial gehört. Nicht nur, dass sich schon vor seiner ersten regulären Veröffentlichung Konzertveranstalter um ihn gerissen haben. Seine Version des HipHop-Songs No Diggity liess eine virale Flutwelle losbrechen und so landete er im Mai 2011 verdient auf Platz 1 des bekannten Musikblogs Hypemachine.

 

Aber hier war der Aufstieg noch nicht beendet, denn Faker stand noch ohne Plattenvertrag da und wollte nicht als Eintagsfliege im Musiksumpf enden. Von seinem Talent überzeugt nahm ihn 2012 das amerikanische Plattenlabel Downtown Records mit Sitz in New York unter Vertrag und landete damit einen grossen Coup. Im März desselben Jahres veröffentlichte Chet Faker ein sieben Lieder umfassendes Kurzalbum namens Thinking in Textures, welches neben einer Albumversion von No Diggity auch eigens komponierte Stücke wie I’m into you oder Love and Feeling umfasste. Diese EP verbreitete sich schnell und der Australier gewann in seiner Heimat den Independent Records Award.

 

2014 gehts richtig los

Bis zum ersten regulären Debütalbum sollte es aber noch eine Weile dauern. Trotz grosser Nachfrage und zahlreichen Konzerten liess sich Murphy Zeit, arbeitete zusammen mit dem Produzenten Flume an einer Kollaboration und brachte ein Single mit der amerikanischen Musikerin Kilo Kish heraus. Nun, Anfang dieses Jahres, veröffentlichte er als Chet Faker sein lange erwartetes Debütalbum mit dem Titel Built on Glass, welchem die Single Talk is cheap vorausging. Das Mitte April veröffentlichte Album stieg in den australischen Charts direkt auf Platz 1 ein und auch in England und den USA schaffte es Faker bis aufs Treppchen.

 

Chet Faker ist mit seiner Band wieder einmal auf Tour und ist auch wieder in der Schweiz zu sehen, nachdem er letztes Jahr sowohl im Südpol Luzern als auch am imagine Festival in Basel gespielt hat. Am 9. Mai findet sein einziges Schweizer Konzert im Zürcher Mascotte statt und wie es sich für einen gefeierten Newcomer gehört, ist das Konzert bereits seit Wochen ausverkauft. Tink.ch wird für euch vor Ort sein, so dass ihr trotz verpasstem Konzert etwas über den Hype um den bärtigen Soulsänger erzählen könnt.