Kultur | 16.05.2014

Abgeschottet

Text von Melanie Schmidt | Bilder von zVg
Im Film "Divergent - Die Bestimmung" leben die Menschen im Chicago der Zukunft in fünf verschiedenen Fraktionen, abgeschottet von der Aussenwelt zu ihrem eigenen Schutz.
"Divergent - Die Bestimmung", mit Shailene Woodley in der Hauptrolle, läuft zurzeit in den Schweizer Kinos.
Bild: zVg

Das Chicago, wie wir es kennen, gibt es nicht mehr. Vor 100 Jahren hat ein Krieg gewütet. In der Folge wurde die Stadt von der Aussenwelt abgeschottet und in fünf Fraktionen geteilt. Beatrice lebt mit ihren Eltern und ihrem Bruder in der Fraktion der Selbstlosen (Altruan). Die Selbstlosen sind für die Politik zuständig, und die Gelehrten (Ken) glauben, das stehe den Altruan nicht zu. Beatrice, im Film später Tris genannt, und ihr Bruder sind sechzehn Jahre alt und stehen kurz davor, sich für eine der Fraktionen zu entscheiden.

 

Für immer

Eine Entscheidung, die Leben verändern kann. Ein Eignungstest soll bei der Entscheidung helfen. Dieser zeigt Tris, in welche Fraktion sie am besten passt. Am Ende zählt jedoch ihr alleiniger Wille, denn sie kann sich immer noch gegen das Ergebnis des Eignungstests entscheiden.

 

Der Test kommt bei Tris zu keinem Ergebnis. Am darauffolgenden Tag muss sie sich endgültig entscheiden. Jeder Jugendliche kann wählen zwischen den Altruan, den Ken, den Ferox (die Furchtlosen), den Candor (die Freimütigen) und den Amite (die Freundlichen und Friedfertigen). Sie entscheidet sich für die Ferox. Der Film zeigt, wie sie, fortan auf sich alleine gestellt, weiter leben muss, denn eines der obersten Gesetze lautet “Fraktion vor Blut”.

 

Neues Sternchen am Hollywoodhimmel

Beatrice wird von Shailene Woodley gespielt. Abgesehen von ihrer Rolle in The Descendants, wo sie als Filmtochter George Clooneys für erstes Aufsehen sorgte, ist Woodley ein eher unbeschriebenes Blatt. Mit Divergent landete sie ihre erste Hauptrolle. Demnächst wird sie als Hazel Grace in dem Film Das Schicksal ist ein mieser Verräter zu sehen sein.

 

Die gefühlslose Ken-Anführerin Jeanine Matthews wird von Kate Winslet verkörpert. Im Film erhält der Hollywoodstar jedoch nur kurze Auftrittszeiten, die sich auf die Schlüsselszenen des Films beschränken. Dennoch für Regisseur Neil Burger, bekannt unter anderem durch Produktionen wie The Lucky One oder Limitless, sicherlich marketingtechnisch ein Glücksgriff.

 

Endlich mal was anderes

Der Film wurde nach dem gleichnamigen Roman von Veronica Roth verfilmt und reiht sich somit in die endlos vielen Fantasyverfilmungen ein, die zurzeit im Kino laufen. Doch Divergent unterscheidet sich von Twilight und Konsorten. An Stelle von Vampiren und Werwölfen befasst sich der Film mit dem Gedanken an einen erneuten Krieg, dem Leben und der Politik danach.

 

Fragen, ob eine einmalig festgelegte Politik zeitlos gültig sein soll und kann, werden mit Fragen nach der individuellen Entwicklung vermischt. Reale Fragen also, die in einer konstruierten Pseudorealität verhandelt werden. Ein Gedankenspiel, das für Jugendliche auf adäquater Basis abgehandelt wird. Eine Leistung, die man Twilight kaum zusprechen kann.

 

Hunger Games Nummer 2

Parallelen zu derzeitigen Franchisen sind dennoch nicht von der Hand zu weisen. Die Rolle der mutigen Einzelkämpferin Tris mag so manch einem bekannt vorkommen. Alleine die Optik des Trailer von Divergent erinnert stark an The Hunger Games. Genau wie die Hunger Games basiert auch Divergent auf einer Büchertrilogie und wird nun verfilmt. Beide spielen in der Zukunft: Ein Krieg hat gewütet, die weibliche Hauptrolle wird von einem vielversprechenden Newcomer gespielt, und der Kampf ums Überleben ist allgegenwärtig. Und auch The Hunger Games spielt ein mögliches Zukunftsszenario durch, das gewisse Parallelen zur aktuellen Gesellschaft aufweist. Offenbar bieten Romane, respektive Filme, für Jugendliche die optimale Plattform für den Mix aus Gesellschaftskritik und Unterhaltung.

 

Die Spannung steigt

Man darf gespannt sein, ob die ganze Trilogie verfilmt wird und ob die nächsten Teile genau so actionreich werden. Wer die Geduld besitzt auf mögliche Fortsetzungen zu warten, sowie Szenen sehen will, bei denen einem der Atem stockt, der sollte nun ab ins Kino.