Gesellschaft | 05.05.2014

4 Sonnencremes mitgeschleppt

Text von Eva Burri | Bilder von Eva Burri
Nach einem halben Jahr Reise durch Asien und Australien hat unsere Tink-Reporterin in Punkto Reisen viel gelernt und würde heute einige Sachen anders machen. Weshalb Geld und der Pass unabdingbar sind, deine Lieblingjeans jedoch eine sekundäre Rolle in deinem Rucksack spielt.
Den Jungle Taman Negara in Malaysia lies sich mit leichtem Gepäck einfacher erkunden. Mitten im nirgendwo auf der malaysischen Insel Tioman konnte man sich am besten von den Reisestrapazen erholen.
Bild: Eva Burri

Reisen, das soll geplant sein – oder eben nicht, denn eine Reise kann auch schnell zu vollgestopft und verplant werden. Ein asiatischer Freund hat sich mit seinem 4-Wochen-Masterplan, welcher von der Tagwache um sieben Uhr früh, den Besuchen von jeder erdenkbaren Sehenswürdigkeit und feuchtfröhlichen Abenden, keine Minute zum Ausruhen übrig liess, auch nicht wirklich einen Gefallen getan. Das Resultat war mehr Stress als Urlaub, dicke Augenringe und ein viel zu volles Fotoalbum. Deshalb sollte Spontanität gross geschrieben werde. Eine Reise kann sich manchmal ganz anders entwickeln als geplant. Aufgrund einer Reisebekanntschaft landete ich beispielsweise in Thailand anstatt in Malaysia.

 

Es gibt aber Punkte, die bei der Planung eines Trips unumgehbar abgeklärt werden müssen: Hinflug, gesundheitliche Versorgung und kulturelle Eigenschaften des besuchten Landes. Damit du zum Beispiel nicht zu kurze Hosen in einer muslimischen Stadt trägst.

 

Pass, Geld, Tampons

Alles, was du wirklich brauchst, ist dein Pass und Geld (und eventuell Medikamente). Alles andere ist immer ersetzbar. Dinge, die zu Hause liegen bleiben, oder während der Reise abhandenkommen, sind auch vor Ort erhältlich. Ich selbst habe Unmengen von Sonnencremes und Zeckensprays mitgeschleppt. Aber siehe da: Wo die Sonne scheint, ist erstaunlicherweise auch Sonnenschutz erhältlich und dort, wo einen die Viecher plagen, gibt es meist die bessere Abhilfe dagegen.

Einen kleinen Tipp an die Damenwelt: Mit einem Vorrat an Tampons und guten Rasierklingen ist man in Asien trotzdem gut beraten. Trotzdem: Nichts ist so nervend wie zu schweres und vor allem überflüssiges Gepäck. Wer nicht hören will, muss fühlen. Auch mein Rucksack wurde nach den ersten Wochen um einiges leichter.

 

Doppeltes Flugticket

Plane dein ungefähres Budget: Informiere dich zuvor auf Reiseforen, wie viel andere Globetrotter für dieselben Länder eingeplant haben und wie teuer Verpflegung und Übernachtungen sind. Vorausschauend sollte man aber ein “Fail-Budget” einplanen. Auf einer Reise kann und wird einiges nicht so laufen wie geplant. Auch bei mir wurde die Liste mit ungeplanten Ausgaben länger als erwartet. Ein Flugticket doppelt kaufen, das Hotel im falschen Monat buchen sowie mehrmals übers Ohr gehauen werden (das gehört zum Erlebnis als Tourist) und drei Mal neue Kopfhörer kaufen: Das geht ganz schön ins Geld!

 

Vom Tourguide verlassen?

Wenn – und das wird es ganz bestimmt – etwas schief geht: Keine Panik! Kleinere Katastrophen gehören zum Reisen dazu, sie sind am Schluss noch immer die besten Anekdoten gewesen. Es gilt einen kühlen Kopf zu bewahren – eine Lösung findet sich immer. In Indonesien vom Tourguide irgendwo im Nirgendwo stehen gelassen werden? Irgendwie sind wir trotzdem durchs Gebirge und ans Ziel gekommen. Auch ein im Hostel zurückgelassener Pass, der mir am Flughafen in Bangkok fehlte, wurde rechtzeitig wiedergefunden.

 

Sei ein Ja-Sager

Sei offen. Offen für neue Begegnungen, fremdes Essen oder ungewohnte Aktivitäten. Das Reisen gibt dir die Chance, aus alten Mustern auszubrechen. Ich bin völlig unkompliziert in punkto Essen geworden, habe beispielsweise meinen langjährigen Bananenhass endlich besiegt. Als Sportmuffel musste ich erstaunt feststellen, dass mir Wandern in Vulkangebieten, Biken auf malaysischen Inseln und Surfen in Australien enormen Spass bereitet. Jedes Erlebnis dieser Reise war auf seine Art und Weise einzigartig. Ob es die eine Nacht war, in der wir mit Balinesen traditionelle Tänze übten, oder die andere in der wir auf dem Segelboot Sterne an Stelle von Schafen zählten – jeder Abenteuer wurde zu einem Lieblingsmoment.