Elfter Brief aus Deutschland

Hallo Schweizer und Schweizerinnen,

 

Wir haben in den vergangenen Wochen immer wieder Leserbriefe erhalten. Und in allen beiden stand so ziemlich dasselbe: “Was haben Sie eigentlich gegen die Schweiz?”, wurden wir da gefragt.

 

Nun, es ist ja gar nicht so, dass wir nur die Schweizer nicht mögen. Gott bewahre! Nein, wir mögen so einiges nicht. Staus, zu warmes Bier, Unpünktlichkeit, die (deutsche) FDP, Mücken, Dicke, die Zahl 72, Fahrradfahrer, Gartenzwerge, Arbeitsämter und Frauen. Ja, vor allem gegen Frauen haben wir was.

 

Dafür mag man uns verurteilen, aber wir befinden uns da in guter Gesellschaft – laut einer Erhebung führender Statistiken ist nämlich beinahe die Hälfte der Menschheit männlich. Hier in unserer Redaktion haben wir beispielsweise gar keine Frauen. Überhaupt ist unsere Branche (Information/informelle Finanzgeschäfte) aus guten Gründen männlich dominiert.

 

Bis vor wenigen Jahren war uns Ihr Land (die Schweiz) natürlich nur halb so unsympathisch, denn angeblich “elementare Rechte” wurden den Frauen vorenthalten. Wenn wir uns recht entsinnen – korrigieren Sie uns, falls nötig – erhielten die Frauen erst in den 90ern schweizweit das Wahlrecht. Davor war das ganz offenbar nicht gestattet. Das fanden wir toll. Da haben wir uns noch gesagt: Ja, doch, die Schweizer, die haben es wirklich drauf. Die verstehen was von der Welt.

 

Naja, aber dann sind Sie doch wieder eingeknickt. Vermutlich haben Sie sich erweichen lassen von irgendwelchem Mainstream. Wir haben mal recherchiert und uns von einer Schweizerin erläutern lassen, wie sie dieses Recht zu wählen eigentlich persönlich im Alltag berührt. Die Dame antwortete auch, aber wir konnten sie leider nicht verstehen – vermutlich redete sie in Schweizer Zunge.

 

Aber es gibt ja noch Lichtblicke: Sie, die Deutschschweizer, sind ein Vorbild in der Versachlichung der Weiblichkeit. Wir arbeiten gerade daran, auch in Deutschland “das Mami” zu etablieren. “Der Papi”, aber “das Mami” – super! Subversiver kann man seine Meinung über Frauen eigentlich nicht zum Ausdruck bringen. Ihnen fehlt da aber leider noch die Konsequenz. Wir schlagen auch “das Frau” vor, und “das Mädchen”. Halt, Verzeihung: den letzten Vorschlag können Sie ignorieren – das wird ja schon vorbildlich gebraucht.

 

Ach, viel mehr fällt uns zu dem Thema gerade gar nicht ein. Unser Rat an Sie ist also, weiter zu machen wie bisher und zudem aber wahltechnisch noch einen Schritt zurück in die 1970er zu machen.

 

Nehmen Sie sich das Bitte mal zu Herzen.

 

Herzlichste Grüße,

Ihr vereinigtes Deutschland

Die Medialisierung der Religion

Genau wie in den meisten westeuropäischen Ländern geht die Zahl der Gläubigen in der Schweiz jährlich zurück. Viele Menschen finden in ihrem Alltag keine Bedeutung mehr für die Religion. Dennoch nimmt die Präsenz von Religion in den Medien zu. Zu diesem Resultat kommen mehrere Studien des Nationalen Forschungsprogramms (NFP) 58. Wie erklärt man sich bei den Journalisten diese Diskrepanz?

 

Islam als Auslöser von negativem Religions-Journalismus

Eine starke Veränderung der Berichterstattung über Religion in der Schweiz findet laut diversen Datenerhebungen des Forschungsprogramms in den Monaten nach dem 11. September 2001 statt. Bereits vorher habe sich jedoch schon ein Umschwung angedeutet, der mit der steigenden Anzahl von Musliminnen und Muslimen in der Schweiz begründet werden könne. Laut einer Volkszählung aus dem Jahr 2007 leben rund 440’000 Menschen, die sich zum Islam bekennen, in der Schweiz. Dies entspricht 5,8 Prozent der gesamten Bevölkerung.

 

Weiter zeigt die Studie, dass die grosse Mehrheit der muslimischen Migrantinnen und Migranten ihre Religion stärker auslebt als die christlichen Schweizerinnen und Schweizer. Für viele Schweizer wurde es daher im Laufe der Jahre unverständlich, dass die Religion für einige Menschen etwas zentral Bestimmendes ist in ihrem Leben.

 

Deshalb wirke der Islam für sie befremdlich und beängstigend, nicht zuletzt auch deshalb, weil die Musliminnen und Muslime ihre Religion durch äusserliche Merkmale zu erkennen gäben. Diese Angst vor dem Unbekannten wurde geprägt und weiter verstärkt durch die negative Konnotation des Islams in den Schweizer Medien. “Islamismus” nennt sich dieses Konzept, das seit den 90er-Jahren stellvertretend für den islamischen Fundamentalismus steht. Islamismus gilt für viele Menschen seit den Terroranschlägen vom 11. September als die grösste Ursache für Krieg und Menschenrechtsverletzung auf der Welt.

 

Religionen und ihre Rollenbilder

Dass nicht sämtliche Religionen einen negativen Ruf haben, zeigt exemplarisch der Buddhismus. Obwohl es sich auch bei dem Buddhismus um eine fremde Religion handelt, wird dieser laut Studien als eine friedlich-gewaltfreie und sozial engagierte Religion fern von dogmatischen Lehren gesehen.

 

Ausgelöst wird dieses positive Bild des Buddhismus hauptsächlich durch den Dalai Lama. Gefördert wird es zusätzlich dadurch, dass dieser alle paar Jahre die Schweiz besucht und einen offenen Dialog mit jungen Schweizerinnen und Schweizern führt. Das Oberhaupt des Buddhismus gibt sich dadurch noch volksnaher als der römisch-katholische Papst und zeigt sich in seinen öffentlichen Reden als nicht-missionierend. Durch den neuen Papst Franziskus wird aber auch das Christentum wieder vermehrt in der Rolle der “Guten Mutter” gezeigt, wie es die Medienwissenschaftlerin Carmen Koch ausdrückt.

 

Das Judentum hingegen werde durch den Holocaust und den andauernden Nahostkonflikt vor allem in der Rolle des Opfers präsentiert. Dem gegenüber stehen die Muslime, die fast ausschliesslich in der Rolle des Schuldigen zu sehen seien. Die Rolle des Dauerschuldigen konnte das Christentum zu grossen Stücken wieder ablegen, seit Benedikt XVI. seinen Rücktritt bekanntgab und die Kindesmissbrauchsfälle in der Kirche von seinem Nachfolger konsequenter verfolgt werden.

 

“Religion ohne Sex und Gewalt ist uninteressant”

Wie kommt es aber dazu, dass die verschiedenen Religionen in den Medien nicht differenziert behandlet werden? Der Religionsjournalismus-Experte Vinzenz Wyss äusserte sich 2009 im Rahmen seines Forschungsprojekts dazu und meinte, dass Religion trotz ihrer allgemeinen Präsenz kaum “an sich” behandelt werde. Man spreche hierbei von einer Mehrsystemrelevanz. Ein interviewter Redakteur ergänzt: “Am besten ist Religion gekoppelt mit Sex, Gewalt, Erziehung, Schule oder Staat. Rein religiöse Fragen sind weniger interessant.”

 

Im Schlussbericht des Forschungsprojekts kommt man zu dem abschliessenden Urteil: “Auf den einfachsten Nenner gebracht, wird das Christentum als die eigene Religion angesehen, zu der man trotz aller Kirchenkritik ein relativ positives Verhältnis hat. Alle anderen Religionen sind ‘fremd’. Hierbei wird der Buddhismus stereotyp als eine positive Religion, als gewaltfrei, friedlich, einladend und undogmatisch dargestellt. Der Islam wird ebenso stereotyp zum Inbegriff einer negativen Religion erklärt und als gewalttätig, Konflikte produzierend, unterdrückerisch und intolerant empfunden.”

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Malen mit Ganzkörpereinsatz

Ein kreatives Chaos herrscht im verwinkelten Gemeinschaftsatelier an der Sempacherstrasse, das sich Patricia Murawski noch bis zum Juli dieses Jahres mit circa 20 weiteren Masterabsolventen der Basler Hochschule für Gestaltung teilt. Der Arbeitsort der gebürtigen Duisburgerin liegt sinnigerweise hinter einer Tür mit der Aufschrift “Panic Room”.

 

Der Körper als Malinstrument

Boden, Wände und selbst die Decke des fensterlosen Raums sind mit Farbspritzern übersäht, was keineswegs verwunderlich ist: Die junge Künstlerin ist stilistisch dem Action Painting verpflichtet, einer Form des abstrakten Expressionismus, bei der die Farbe mit Pinsel, Holzstab oder direkt aus der Dose auf die Leinwand geschüttet und gespritzt wird. In ihrem Fall taucht die Künstlerin, die nach eigener Aussage ein Faible für “Farbsauereien” hat, allerdings nicht nur ihre Pinsel, sondern sich selbst in flüssige Gouache oder Fingerfarbe. Sie nutzt ihren Körper oder wenigstens Teile desselben unmittelbar als Instrument, um daraus Farbwelten in aufeinander abgestimmten, reduzierten Tönen zu erschaffen.

 

Fliegende Haarmähnen

Zu Patricia Murawsksis wohl aufsehenerregendsten Werken gehören die sogenannten “Bang Paintings”, welche mittels Headbangen entstanden sind. Die Inspiration, Farbe mittels Haarschwüngen auf die am Boden ausgerollte oder frei in der Luft hängende Leinwand zu klatschen, erhielt die Künstlerin in Augsburg während eines Praktikums in einer Grafikagentur. Für ihre damalige Diplomarbeit lud Patricia Murawski diverse Mitglieder der lebendigen Augsburger Metal-Szene dazu ein, vor der Kamera ihre langen Haarmähnen fliegen zu lassen.

 

Kopf- Fuss- und Handarbeit

Diese Tanzform verband die Künstlerin schliesslich mit dem dynamischen Farbauftrag beim Action Painting. In ihren öffentlichen Headbang-Performances ist die Malerin meist ganz in weiss gekleidet und schwingt zu harten Gitarrenriffs aus dem Lautsprecher ihre lange Haarpracht. Am Ende der Darbietung sind Bildträger, Boden und die Künstlerin selbst mit Farbe übersäht.

 

Während die “Bang Paintings” durch Kopfarbeit entstanden sind, arbeitet die Malerin bei ihren “Tanzbildern” in erster Linie mit den Füssen. Die Acrylfarbe wird zuerst aufgetragen und dann mit tänzerischen Bewegungen mittels den Füssen auf dem Malgrund verstrichen. In ihren “Wolkensimulatoren” greift die Künstlerin schliesslich auch zum Pinsel oder nutzt ihre Handfläche, um die Leinwand mit aquarellartigen Wolkenformationen zu füllen, unter denen jeweils noch der weisse Bildgrund durchscheint.

 

Die Faszination der Farbe

Eine sinnliche, unmittelbare Herangehensweise an die Malerei ist der Künstlerin wichtig. “Ich kann diesbezüglich nicht anders. Ich brauche den direkten Bezug. Ich muss die Farbe immer anfassen”, erklärt Patricia Murawski. Die Farbe, ihre Verwendung sowie die besondere Beschaffenheit und Textur faszinieren die junge Frau. Sie liebt es, intuitiv an die Arbeit heranzugehen. Sie malt ohne einen festen Plan und reagiert spontan auf ihr Umfeld. “Ich sehe meine Kunstwerke als Babys an. Ich weiss nie, was mich am Schluss bei ihnen genau erwartet.”, so die Künstlerin. Oft malt sie an mehreren Bildern gleichzeitig, die schon mal eine Länge von 5.20 m aufweisen können.

 

Eine Inspiration bildet für Patricia Murawski die US-amerikanische Künstlerin Helen Frankenthaler, eine Zeitgenossin des bekannten abstrakten Expressionisten Jackson Pollock. In ihren “stain paintings” verwendete die Malerin grosszügig mit Terpentin verdünnte Ölfarbe, die von der Leinwand jeweils stark absorbiert wurde und ihren vibrierenden Farblandschaften die Qualität von zarten Aquarellgemälden verleiht.

 


 

Anmerkung der Redaktion:

Patricia Murawskis letzte Ausstellung fand im Rahmen des Gemeinschaftsprojektes “High Five” mit den Künstlerinnen Jeannice Keller, Angelika Schori und Claire Zumstein im Kunstverein Duisburg statt und ging am 6. April zu Ende. An der diesjährigen Art Basel im Juni wird die Malerin zusammen mit anderen Künstlern vom 14. bis zum 22. Juni an der Ausstellung “Burst Sculpture” im Kunstraum Zip teilnehmen. Voraussichtlich am 17. und am 20. Juni wird Patricia Murawski in besagtem Ausstellungsraum eine “Bang Painting” – Performance präsentieren und vor versammeltem Publikum ihre spezifisch kopflastige Form des Action Paintings zum Besten geben .

Island: Kobolde, Wichtel und zauberhafte Musik

Aus Island stammen Erfolgsgruppen wie Of Monsters and Men, Sigur Rós und FM Belfast, welche allesamt schon mehrfach in der Schweiz auftraten und an zahlreichen europäischen Festivals die Musikalität ihres Landes präsentierten. Ob Folk-Pop von den letztjährigen Überfliegern Of Monsters and Men, emotionale Klanggebilde von Sigur Rós oder tanzwütige Indie-Musik von FM Belfast, Musik aus Island ist gefragt.

 

Und gefragt ist auch der neueste Vertreter aus der isländischen Musikszene: àsgeir Trausti, kurz àsgeir, stammt aus der idyllischen Siedlung Laugarbakki und landete im zarten Alter von 20 Jahren mit seinem Debütalbum Dýrð í dauðaþögn einen riesen Coup.

 

Wie ein Lauffeuer

Natürlich ist Island bevölkerungsmässig kein grosses Land. Trotzdem braucht es einiges, das bestverkaufte isländische Album zu produzieren. Dieser Wurf ist dem Sohn eines Dichters gelungen: Rund 10 Prozent der Isländerinnen und Isländer besitzen àsgeirs CD. Der junge Musiker entzückt die Leute nicht nur durch seinen Melodic Folk und sein Talent für sanfte Melodien, dank seinem Vater Einar Georg Einarsson steckt auch in seinen Songtexten eine hohe Qualität.

 

Hallo Welt

Doch was nützen tolle Texte zu eingängiger Musik, wenn ausserhalb des Landes niemand den Singer-Songwriter versteht? So kam es, dass sich 2013 John Grant an die Übersetzung der Texte machte und àsgeir die Songs für eine internationale Version seines Debüts neu einspielte.

 

Das Resultat war die englischsprachige Version In the Silence, welche im Herbst 2013 online veröffentlicht wurde und im Januar dieses Jahres weltweit als CD veröffentlicht wurde. Und dies mit Erfolg: Wie bereits die isländische Version gelangte die Neuveröffentlichung in àsgeirs Heimat aufs Treppchen der Top Ten. Doch nun kamen auch Chartplatzierungen in Ländern wie Belgien, Dänemark, Frankreich und sogar Australien hinzu.

 

Zum Träumen

Die Musik des Newcomers in Worte zu fassen ist schwierig, die Geschichten dahinter sind so bunt wie die Märchen aus dem Land. Das Album ist mal schleppend mit leichten Klavierakkorden, mal fröhlich taktvoll mit klaren Gitarrenklängen. Vor allem die Albumsingle King and Cross, die sowohl im Original als auch im Englischen erfolgreich war, zeigt den Stil des Sängers, der live Gitarre und Klavier spielt.

 

Die klare Stimme des 21-Jährigen bleibt stets sanft, auch in den hohen Lagen endet der Klang nicht im Geschrei. Schliesslich ist der Gesang so eindringlich und zugleich verletzlich wie die klaren blauen Augen des Musikers. Und wer sich sowohl von seinen Augen als auch von seiner Musik entzücken lassen will, kann àsgeir am Dienstag 27. Mai live im Zürcher Mascotte erleben.

“Ich fungiere als Zweiweg-Stürmer”

Tink.ch: Herr Berger, Sie haben in der Juniorenabteilung des EHC Burgdorf mit dem Eishockeyspielen begonnen. Warum Eishockey und nicht Fussball oder eine andere Sportart?

Pascal Berger: Da mein Vater bereits Eishockey gespielt hat und ich direkt neben der Eisbahn aufgewachsen bin, fiel mir der Entscheid leicht.

 

Wie sieht die Verbindung zu Ihrem Jugend-Verein EHC Burgdorf heute aus?

Ich verfolge die Spiele der ersten Mannschaft sehr genau. Die meisten Spieler kenne ich und einer der Spieler gehört zu meinen besten Freunden. Da ich auch einige der Nachwuchstrainer von Burgdorf kenne, gehe ich manchmal mit den Jüngsten aufs Eis.

 

Wann und wieso haben Sie entschieden, ein professioneller Eishockeyspieler werden zu wollen?

Ich wollte schon als kleiner Junge Profi werden. Zudem faszinieren mich die Schnelligkeit, Dynamik, Emotionen, Härte und der Teamgedanke beim Eishockey. Ich habe deshalb immer alles dem Eishockey untergeordnet. Eishockey kam bei mir stets an erster Stelle.

 

Mussten Sie deshalb in der Kindheit und Jugend Dinge vernachlässigen?

Ja, natürlich. Freunde, Schule und Ferien kamen zu kurz.

 

Wie kam es dazu, dass Sie in die Juniorenabteilung des SC Bern wechselten beziehungsweise was hat den Ausschlag gegeben, dass Sie nach Bern gingen und zum Beispiel nicht nach Langnau?

Bern war damals das Partnerteam von Burgdorf. Bern war auch der Verein, der mich für einen Clubwechsel anfragte.

 

2006 bestritten Sie ihr erstes Spiel für den SCB. Welche Erinnerungen haben Sie daran?

Es war in Genf und ich durfte in der vierten Linie spielen. Damals ging für mich ein Traum in Erfüllung.

 

Was war Ihr bislang schönstes Erlebnis als Eishockeyspieler neben den beiden Meistertiteln?

Das erste NLA Spiel und das erste Tor.

 

Welche Erinnerungen haben Sie an Ihr erstes Tor in der NLA?

Das war in Freiburg. Der Gottèron-Goalie hatte den Puck hinter seinem Tor verloren, ich bekam einen Pass von Thomas Ziegler und hatte natürlich keine Mühe, das leere Gehäuse zu treffen.

 

Wenn Sie sich mit Ihrem jüngeren Bruder Alain vergleichen: Sie spielen zwar beide auf der Position des Flügelstürmers, aber Sie gelten eher als offensivstarker Spieler, während Ihr Bruder eher das physische Spiel bevorzugt. Oder wie würden Sie sich selbst als Spieler beschreiben?

Ich versuche ein starker Zweiweg-Stürmer zu sein.

 

Sie spielten im Gegensatz zu Ihrem Bruder bislang nicht in Nordamerika. Standen Sie diesbezüglich mit den entsprechenden Organisationen in Kontakt oder war dies nie eine Option für Sie?

Am Anfang war dies sicher eine Option. Aber ich bin jetzt sehr zufrieden in Bern.

 

Die letzte Saison verlief für den SCB überhaupt nicht nach Wunsch. Sie konnten allerdings Ihre Punkteausbeute im Vergleich zur Qualifikation vor einem Jahr aufrechterhalten. Welches persönliche Fazit ziehen Sie aus der letzten Saison?

Es war sicher nicht alles schlecht. Aber so was will ich nie mehr erleben müssen.

 

Wie stellen Sie sich Ihre sportliche Zukunft vor?

Momentan habe ich noch einen Vertrag bis 2016. Was dann kommt, werden wir sehen. Aber ich bin glücklich in Bern.

 

Existiert für Sie ein Club, für den Sie gerne einmal spielen würden ausser den SC Bern?

Ja, für die Senioren des EHC Burgdorf.

Zehnter Brief aus Deutschland

Guten Tag, liebe Eidgenossen,

 

ein Blick in den Kalender bestätigt einen Anfangsverdacht: der Sommer kommt mit schnellen Schritten. Traditionell ist das die Zeit, in der der Deutsche sich Gedanken über den kommenden Urlaub macht.

Schnell ist dann klar: die schönste Zeit des Jahres wird nicht in der Schweiz verbracht. Wir wollen Ihnen heute erklären, warum wir uns Besseres vorstellen können, als zwei, drei Wochen bei Ihnen zu verbringen.

 

Zum Einen sind da diese unfassbaren Berge – überall! Wohin man auch schaut in Ihrem Land, nur Erhebungen, schneebedeckte Gipfel, Seilbahnen und seltsame, bärtige Alte.

Dann ist da diese Sprache. Der Deutsche ist es ja gewohnt, dass er in einem anderen Land oft auch einer fremden Sprache ausgesetzt ist. In Frankreich ist es Französisch. In England Englisch. In Schweden Schwedisch. In Dänemark Dänisch. In Vietnam Vietnamesisch. In Indien Indisch. In Kasachstan Kasachisch. In Bulgarien Bulgarisch. In Spanien Spanisch. In Griechenland Griechisch. In Simbabwe Simbabwe…Simes….Afrikanisch.

 

Und in der Schweiz? Da hat man es plötzlich mit drei unterschiedlichen Amtssprachen zu tun. Warum gibt es nicht einfach ein einheitliches Schweizerisch?

 

Staaten sind von einander durch unterschiedliche Sprachen getrennt. Das ist einfach so. Und muss so sein. Deshalb gab es immer wieder Bestrebungen, alle deutschsprachigen Länder zu einem großen Ganzen zusammen zu führen. Irgendwann wird in der gesamten Europäischen Union Deutsch gesprochen und dann wird endlich alles gut.

 

Dann hat es sich auch endlich mal mit Ihrem Sprachenwirrwarr. Was viele Schweizer nicht wussten: bei der Gripen-Abstimmung ging es auch um eine größere Abhängigkeit von der EU und der NATO. Der Schweizer hat sich mit überwältigender Mehrheit dafür ausgesprochen, künftig noch mehr vom Wohlwollen der Nachbarstaaten abhängig zu sein. Das führt dann irgendwann zum EU-Beitritt, weil alles andere lächerlich wäre.

 

Ach, aber was noch mehr gegen einen Urlaub in der Schweiz spricht: die horrenden Preise. Wir haben vergangene Woche ja bereits über den heiß diskutierten Mindestlohn von 4.000 Franken gesprochen, bei dem Sie entgegen unserer ausdrücklichen Aufforderung mit Nein gestimmt haben (warum auch nur EINMAL auf den Deutschen hören?!).

Als Tourist, der eine Woche Urlaub bei Ihnen macht, ist man nach weniger als zwei Tagen pleite. Da bezahlt man für ein einfaches Essen, bestehend aus einer kleinen Tiefkühlpizza und einer Flasche Cola, weit über hundert Franken, wofür wir hier höchstens 3 Euro ausgeben.

 

Aber dafür sind die Prostituierten bei Ihnen günstiger als im EU-Schnitt. Das hat eine Umfrage unter unserer Redaktion ergeben.

 

Wir sprechen also nochmal über unsere Urlaubsplanung.

 

Sommerliche Grüße,

 

Ihr verehrtes Deutschland