Kultur | 04.04.2014

“Wir sind einfach die Besten”

Text von Vera Probst | Bilder von zVg
Jugendliche bis 16 Jahre bewiesen am Donnerstagnachmittag in der Kategorie A ihr Können. Im Theater der Künste wurden zehn Filme präsentiert, die selbstständig oder mit professioneller Hilfe erstellt worden sind. Vorläufiges Fazit: Einige Filmemacher könnten eine vielversprechende Karriere vor sich haben. Andere sollten die Filmkunst besser als Hobby weiterführen.
Adrian Trachsel (11) findet: Auch ein Manzgöggel braucht einen Freund.
Bild: zVg

Ein Mädchen und ein Junge schlitzen einen alten Teddybären auf und stossen auf eine Schatzkarte. Diese und weitere Geschichten konnten die Besucher und Besucherinnen der Kategorie A am Donnerstagnachmittag verfolgen. Den Zuschauern wurde mit vier Spielfilmen, drei Animationsfilmen, sowie je einem Musikvideo, Experimental- und Dokumentarfilm ein bunt gemischtes Programm geboten. Insgesamt zehn Kurzfilme warteten mit den unterschiedlichsten Themen, Darstellern und Spiellängen auf: Von 2 Minuten und 20 Sekunden bis 20 Minuten gab es alles zu sehen.

 

Selbstständige Jugendliche

Die meisten Filme wurden entweder in der Schulklasse oder der Jugendarbeit erarbeitet. Einzelne erstaunliche Beiträge wurden von Jugendlichen selbstständig konzipiert und umgesetzt. Der Animationsfilm Auch ein Manzgöggel braucht einen Freund wurde vom 11-jährigen Adrian Trachsel innerhalb eines Monats auf eigene Faust gefilmt, geschnitten, vertont und in Szene gesetzt. Die 4 Minuten und 24 Sekunden sind eine Ode an die Freundschaft, die mit berührender Musik untermalt ist. Auch der 20-minütige Dokumentarfilm Die Kraft des Wassers wurde von Raphael Werner und Serafin Reiber komplett selbstständig erstellt. Der Film geht der Frage nach, welche positiven und negativen Auswirkungen die Wasserkraft auf die Natur hat. Die beiden Jugendlichen haben den Film äusserst professionell umgesetzt: Von den Grafiken bis zur Vertonung hat der Zuschauer das Gefühl, er sei aus Versehen bei SRF DOK gelandet.

 

Professionelle Unterstützung

Zu den Filmen, die unter professioneller Anleitung entstanden sind, gehört 1 Minute Herzschlag (der aber länger als eine Minute dauert). Crossfade.tv, eine Non-Profit Organisation, die Kinder und Jugendliche beim Erstellen von Filmen professionell unterstützt, hat dieses Jahr an mehreren der nominierten Filme mitgearbeitet. Darunter auch 1 Minute Herzschlag, ein amüsanter Film über Jugendliche beim Speeddating. Die guten Dialoge und verschrobenen Charaktere überzeugten und belustigten. Das Team crossfade.tv Herbstfilmlager gewann in den letzten Jahren bereits zweimal einen begehrten Panther. Hauptdarsteller Nick Weber begründete dies auf Nachfrage der Moderatorin augenzwinkernd mit: “Wir sind einfach die Besten.”

 

Nicht so lustig ging es bei Slender more than a game zu und her. Der Experimentalfilm des Teams VCFilms wurde an das bekannte Grusel-Videospiel Slender Man angelehnt. Durch angsteinflössende Schnitte, Musik und Spezialeffekte brachte der Film das auf harmlosere Kost eingestellte Publikum einige Male zum Schreien und Zusammenzucken.

 

Karriere oder Hobby?

Die Vorführung der Kategorie A war ein amüsantes Vergnügen. Einige der jungen Filmemacher könnten eine vielversprechende Karriere vor sich haben. Andere sollten die Filmkunst besser als Hobby weiterführen. Aber bei so jungen Künstlern drückt der geneigte Zuschauer gerne einmal ein Auge zu und staunt über die Kreativität und Freude am Ausprobieren der jüngeren Generation.


 

Die Schweizer Jugendfilmtage laufen noch bis zum Sonntag, 6. April, in der Gessnerallee in Zürich.

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