Sport | 03.03.2014

Später Lohn für den FC Thun

Text von Simon Scheidegger | Bilder von Manuel Lopez
Ein engagierter FC Thun wird in der Nachspielzeit für seine Bemühungen belohnt und erringt gegen den FC Basel einen Punkt. Der Meister hatte sich äusserst effizient gezeigt und aus zwei Chancen zwei Tore erzielt. Eine unglückliche Kopfballverlängerung von Innenverteidiger Arlind Ajeti fand aber den Weg ins eigene Tor und führte zur Punkteteilung.
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Lange hatte es so ausgesehen als würde der FC Thun trotz deutlich mehr Spielanteilen als Verlierer vom Feld gehen müssen. Eine Viertelstunde vor Schluss führte der FC Basel souverän 2-0, nachdem Marco Streller und Philipp Degen den Meister in Front bringen konnten. Meisterlich war der Auftritt der Basler bis dahin gar nicht gewesen, höchstens deren Effizienz.

In der 24. Minute lancierte Serey Die Aussenverteidiger Philipp Degen, der geschickt auf den nahen Pfosten flankte, wo Marco Streller einnicken konnte. Es war der erste Abschluss für die Rheinstädter, die bis dahin mehrheitlich mit Abwehrarbeit beschäftigt gewesen waren. Der Thuner Winterneuzugang Adrian Nikci sorgte auf der rechten Seite mit seiner Schnelligkeit mehrmals für Unruhe, wurde aber entweder abgedrängt oder hatte bei seinem Abschlussversuch zu viel Rücklage.

Unkonsequent vor dem Tor

Auch nach dem Rückstand liess sich das Team von Urs Fischer aber nicht aus dem Konzept bringen, was der Trainer zufrieden konstatierte. “Ich muss der Mannschaft ein grosses Kompliment machen. Sie hat nie aufgegeben.” Nur eine Minute nach dem Tor von Streller kam Thun-Stürmer Behrat Sadik völlig freistehend zum Abschluss, doch der Kopfball des Finnen flog genau in die Arme von Basel-Torwart Yann Sommer. Der Nationalgoalie wurde vor der Pause zwar noch einige Male geprüft, doch weder Nikci noch Cassio konnten reüssieren. “Uns fehlte die letzte Konsequenz im Abschluss,” analysierte Fischer.

Das Heimteam war auch nach der Pause überlegen und erarbeitete sich Chancen. Wiederum waren es aber die agilen Nikci und Sadik, die es verpassten, aus der Feldüberlegenheit Kapital zu schlagen. Der FC Basel tat sich weiterhin schwer, Chancen aus dem Spiel heraus zu erarbeiten. Der auffällige Thuner Sékou Sanogo ordnete nicht nur das Angriffspiel seines Teams, sondern hinderte seine Basler Antipoden Serey Die und Mohamed Elneny immer wieder in deren Entfaltung.

Taktische Umstellungen fruchten

Bei stehenden Bällen ist der FC Basel jedoch stets gefährlich, egal wie aufsässig sich ein Gegner während dem Spiel präsentiert. Das bewiesen die Rot-Blauen nach genau einer Stunde als Valentin Stocker einen Eckball auf den nahen Pfosten zog, wo Aussenverteidiger Philipp Degen unbedrängt einköpfeln konnte.

Doch auch diesen Rückschlag steckte Urs Fischers Equipe weg und drückte auf den ersten Torerfolg. Der Trainer brachte mit Andreas Wittwer und Marco Schneuwly frische Offensivkräfte und stellte defensiv auf eine Dreierabwehr um. Dieses Risiko sollte sich bald einmal bezahlt machen. Sanogo schlug einen präzisen, langen Ball auf Wittwer, der ideal in Position gelaufen war und plötzlich alleine vor Sommer auftauchte, diesen umspielte, und für den Thuner Anschlusstreffer sorgte.

Faivres erstes Assist

Das anschliessende Anrennen von Thun schien nicht von Erfolg gekrönt zu sein. Ferreira und Sadik verpassten ihre Chancen. Dass Thun-Hüter Guillaume Faivre bei einem Eckball im gegnerischen Strafraum für Unruhe sorgte, trug auch keine Früchte. Ein letzter langer Ball des Torhüters flog in den Strafraum, wo Ajeti zum Kopfball ansetzte. Der junge Innenverteidiger unterschätzte aber den Ball und stand zu tief, sodass der Ball statt aus der Gefahrenzone in hohem Bogen über Sommer hinweg ins Basler Tor segelte.

Der Ausgleich in letzer Sekunde war der späte Lohn für unermüdlich kämpfende Thuner, die einem müden FC Basel, der in den letzten zehn Tagen vier Spiele absolvieren musste, meist überlegen waren. Dennoch haderte Enrico Schirinzi mit der Effizienz: “Schade können wir unsere Chancen nicht besser nutzen. Das 2:2 ist absolut verdient.” Fabian Frei meinte indes: “Wenn man nach 75 Minuten 2:0 führt, muss man das über die Zeit bringen.” Auch Trainer Murat Yakin sah einen zu passiven FC Basel in der letzten Phase des Spiels. “Wir müssen besser verwalten,” sagte Yakin, aber das Resultat sei “nicht ungerecht.”

Basel verpasste es, den Vorsprung auf Verfolger YB auf 6 Punkte auszubauen, und die Thuner bleiben mit dem Punktgewinn im Rennen um die Europa League Plätze. Doch trotz der guten Leistung heute, weiss auch Urs Fischer: “Das nächste Spiel beginnt wieder bei 0:0.” Aus Thuner Sicht ist zu hoffen, dass sie die Null auf ihrer Seite schneller von der Anzeigetafel verschwinden lassen können.