Sport | 23.03.2014

GC deklassiert YB

GC besiegt YB auswärts 4:0. Die Berner, die schon ab der 40. Minute in Unterzahl spielten, kämpften, wurden jedoch durch Schiedsrichter Jaccottet stark benachteiligt.
YB (hier: Josef Martinez) strauchelt gegen GC und auch gegen Schiedsrichter Jaccottet.
Bild: ybforever.ch/Thomas Hodel

“Sie müssen den Schiedsrichter interviewen, nicht mich. Er kann Ihnen sicher genauestens Auskunft geben.” Mit diesen Worten stapfte YB-Sportchef Freddy Bickel durch die Mixed-Zone. Auch Uli Forte, Trainer des BSC YB, war nach dem Spiel genervt: “Sorry, aber ich sage nichts, denn am Schluss schreiben Sie so oder so wieder von diesem blöden Veryoungboysen.”

 

Der Grund für den Unmut ist die Schiedsrichterleistung von Adrien Jaccottet. Es läuft die 44. Minute. Shkelzen Gashi wird von Milan Gajic behindert und Adrien Jaccottet pfeift. Gashi will den Freistoss schnell ausführen, doch da steht der schon verwarnte Renato Steffen. Der GC-Spieler schiesst und der YB-Flügel blockt den Ball ab. Schiedsrichter Jaccottet reagiert sofort und zeigt Steffen die gelb-rote Karte. Er könne sich ja nicht in Luft auflösen, meint YB-Verteidiger Steve von Bergen nach dem Spiel zu Tink.ch zur Aktion seines Teamkollegen.

 

Dieser Platzverweis sollte das Spiel in entscheidende Bahnen lenken und erst den Anfang bilden einer Flut von strittigen oder gar nachweislich falschen Entscheiden vonseiten des Schiedsrichters. YB, das sich in der ersten Halbzeit gut behaupten konnte und durch Milan Gajic (24.) und Scott Sutter (37.) auch zu zwei sehr guten Chancen kam, war jetzt massiv geschwächt.

 

Bürki mit gebrochenen Rippen

Umso überraschender war, dass die Berner in der 62. Minute zu einer Riesenchance zur Führung kamen. Ein verunglückter Abstoss von Roman Bürki landete bei Josef Martinez, der direkt aufs Tor zog und den GC-Schlussmann mit einem Schlenzer zu bezwingen versuchte. Der Ex-YBler bügelte seinen Fehler jedoch mit einer starken Parade aus und lenkte den Ball mit den Fingerspitzen um den Pfosten.

 

Dass Bürki überhaupt spielte, war überraschend, denn die Grasshoppers hatten letzte Woche bekannt gegeben, dass Roman Bürki einen Monat ausfallen würde. “Dank unglaublich toller Arbeit meiner Physiotherapeuten und allen Ärzten, war es möglich heute zu spielen. Schmerzen spürte ich bloss beim Dirigieren, denn bei Paraden fiel ich auf ein Polster, das mir um den Bauch bandagiert wurde. Ich war zu Beginn noch etwas blockiert, es stellte aber kein Problem dar.”

 

Mangelndes Fingerspitzengefühl

YB kämpfte und spielte trotz Unterzahl gut mit. Doch als Caio in der 65. Minute nach einem Eckball zum 1:0 für die Gäste einnickte, erlitt die Moral der Berner einen herben Dämpfer. Es wollte nicht mehr viel gelingen. YB probierte möglichst souverän zu verteidigen, doch GC powerte auf das Tor von Yvon Mvogo.

 

Die 16’079 Zuschauer sahen nun eine einseitige, aber noch nicht entschiedene Partie. In der 81. Minute spielte Gashi von links in die Mitte, wo Munas Dabbur einschob. Der Israeli stand allerdings klar im Abseits. Die YB-Spieler fühlten sich nun klar benachteiligt, und nur zwei Minuten später sollten die Gemüter erneut erhitzt werden: Schiedsrichter Jaccottet schickte Michael Frey unter die Dusche, nachdem dieser GC-Goalie Bürki angerempelt hatte.

 

Wiederum ein äusserst fragwürdiger Entscheid, bei dem Jaccottet jegliches Fingerspitzengefühl verlor. Insgesamt zehn Karten verteilte der Basler Spielleiter und wirkte nur selten souverän. Dass GC mit zwei Spielern mehr auf dem Feld stand, war nun offensichtlich, und die cleveren Zürcher wussten den numerischen Vorteil zu nutzen. Caio mit seinem zweiten Tor und der eingewechselte Anatole Ngamukol sorgten für das deutliche Schlussverdikt.

 

GC bleibt an Leader Basel dran, während YB einen weiteren Rückschlag erleidet und diesmal ist dieser nicht nur auf spielerische Defizite oder die Abgeklärtheit des Gegners zurückzuführen. Auf die Frage, ob er zufrieden mit der Leistung  sei, antwortet Steve von Bergen: “Was für eine Frage? Wir haben soeben mit 4:0 verloren, da ist wohl klar, dass ich nicht zufrieden bin. Es gibt Spiele, da haben Spieler einen schwarzen Tag. Doch heute war es der Schiedsrichter, schade.”