Kultur | 10.02.2014

“Wir haben kein Konzept”

Text von Laura Quadri
Manolo Panic, eine Newcomer-Band aus Zürich, stellten kürzlich ihr Debütalbum vor und machten einen Zwischenstopp in der Kulturfabrik Lyss (BE). Obschon das Lokal eher leer als voll war, genossen die vier Musiker ihren zweiten Auftritt nach dem Albumrelease.

Das Debutalbum Helpless And Strange startete direkt auf Platz 41 der Itunes-Charts. Die Band feierte ihren Release im Kinski in Zürich. Am darauffolgenden Abend spielten sie ihre neuen Songs in der beinahe leeren Kulturfabrik in Lyss. Anlässlich der alljährlichen Konzertreihe Rock the Kufa standen nebst Manolo Panic auch Rag Dolls auf der Bühne, um den Indie zu vertreten und für Liebhaber des Rocks spielten The MinX, Dusty Mule, so wie Sgt. Monkey und Hot Running Blood.

 

Obwohl der Event dieses Jahr nur knapp 150 Besuchende zählte, halb so viele wie letztes Jahr, waren Manolo Panic mit ihrem Auftritt zufrieden. “Die Bühne ist gewaltig, die ganze Technik beeindruckt mich und das Ambiente ist mir sehr sympathisch”, schwärmte Sänger Ramon nach dem Auftritt. Ihm spiele es keine Rolle, wie viele Besuchende seiner Band lauschten, solange er Musik machen könne. “Ich bin davon überwältigt, wie gut unser Album bei Musikkritikern ankommt. Wir hätten einen solchen Erfolg niemals erwartet”, erzählt der Sänger weiter.

 

Kein Konzept

Tatsächlich wird die Musik der Zürcher Band von Medienschaffenden als “melancholischer, tanzbarer Indie-Rock” gelobt und lädt zum Träumen ein. Die Band liess sich bei der Produktion der Songs treiben und nahm keine Rücksicht auf das, was andere machen. Ramon erläutert, dass sie kein Konzept hätten, um neue Songs zu schreiben. Denn sie wollen Musik machen, die ihnen gefällt. “Ich bin schon aus der Dusche gesprungen, um einen Text festzuhalten oder bin mitten in der Nacht an das Klavier gesessen und habe einen Song notiert.” Ramon beschreibt es als kreative Phasen, Wellen die über ihn einbrechen und dadurch entstehen neue Ideen. Die junge Band liebt es zu experimentieren und setzt sich keine Grenzen. Jeder leistet seinen Beitrag zu einem Song. Dadurch entstand ein abwechslungsreiches Album, mit dem sie im Februar auf Deutschland- und im April auf USA-Tour gehen werden.

 

Auch Ramon hat Vorbilder in der Musik. Zu seinen Lieblingsbands gehören unter anderem Kings of Leon, Editors oder Arctic Monkeys. Ramon ist es wichtig mit seiner Musik zu überraschen und ein abwechslungsreiches Programm zu kreieren, so sagt er zum Abschluss: “Ich selber mag keine Alben, bei denen man nach den ersten drei Songs alles gehört hat. Ich werde gerne überrascht und dies spiegelt sich auch in unserer Musik wieder.”