Kultur | 04.02.2014

Portrait-Fotografie

Seine Fotografien erscheinen bei Der Spiegel, Die Zeit oder Das Magazin. Angefangen hat alles ganz unverhofft.
  • Lukas Mäder (26) ist ein leidenschaftlicher und erfolgreicher Portrait-Fotograf.

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  • Der amerikanische Rapper Kendrick Lamar aus Compton, Kalifornien.

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  • Grammy Award-Gewinner und Rapper Method Man.

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  • Schauspieler Snoop Dogg ebenfalls aus Kalifornien.

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  • Schoolboy Q aus Los Angeles - Hip-Hop-Musiker.

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  • Theophilus London ist ein aufkommender Star der Hip-Hop-Musik.

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Schon zu Beginn des Gesprächs ist klar, Lukas Maeder ist ein freundlicher, junger Mann. Duzen ist selbstverständlich. Das Interview mit ihm ist ungezwungen. Wir führen das Gespräch in gelassener Stimmung. Mit seinen 26 Jahren hat er sich bereits einen Namen als Fotograf in der Schweiz und Deutschland gemacht. Vor der Linse hatte er Musiker wie Kendrick Lamar, Stephen Marley oder Snoop Dogg. Seine Bilder erscheinen mitunter bei den auflagestärksten Zeitschriften Europas. Dennoch macht er klar: “Ich bin bei jedem Termin nervös.”

Lukas Maeder trägt schlichte Kleidung. Ein Kleider-Stil, der wahrscheinlich von einem früheren Skater-Leben herrührt. Ein Mann, der sich klare Ziele setzt, gesprächig ist und sich nicht verstellt. Lukas Maeder ist in Meilen aufgewachsen. Heute lebt er in der Stadt Zürich in der Nähe des Viadukts. Für ihn ist klar: Zürich ist eine zentrale Stadt, ein kulturelles Zentrum, nicht nur hinsichtlich Fotografie.

Der Umweg zur Fotografie

Lukas hat die kaufmännische Lehre abgeschlossen. Er hat jedoch weder im Beruf gearbeitet noch je einen Fuss in ein Büro gesetzt. “Ich habe meine Lehre durchgezogen und danach nie einen einzigen Tag auf diesem Beruf gearbeitet.”

Er war ein begeisterter Skateboarder und hat an manchen Tagen während seiner Lehrzeit den ganzen Abend mit Skateboarden verbracht. Erst spät abends kam er nach Hause, wenn sich die Eltern schon Sorgen machten. Das Skateboarden war alles für ihn.

Ein plötzlicher Unfall durchkreuzte aber seine Skater-Pläne. Sechs Monate durfte er von einem Tag auf den anderen keinen Sport mehr treiben. Den Kontakt zu seinen Freunden wollte er aber um keinen Preis verlieren, und schon gar nicht wollte er untätig zu Hause herumsitzen. Er sah seine Chance in der Fotografie und begann mit einer Canon 20D, Fotos von Skateboardern zu machen. Er fand darin seinen Beruf, den er bis heute ausübt. Bemerkenswert: “Bis zu diesem Zeitpunkt hat mich Fotografie gar nicht interessiert.” Lukas wusste gerade mal, dass es die Fotografie gibt.

Zufall oder Schicksal?

Schnell wurde ihm bewusst, dass man in ganz Europa Gefallen an seinen Bildern findet. Ein Ansporn für Lukas, sich vollständig der Fotografie zu widmen. Zu diesem Zeitpunkt hatte er allerdings keine Ahnung, wo er heute stehen würde. “Wenn die Schulteroperation nicht gewesen wäre, würde ich heute an einem ganz anderen Punkt stehen.”

Lukas glaubt definitiv nicht an Schicksal. Doch diese Operation hat ihn dazu gemacht, was er heute ist. Seine Bodenständigkeit zeichnet sich dadurch aus, dass er sich nicht ganz oben sieht. Er möchte noch viel mehr erreichen.

Vom Skateboard bis hin zur Musik

Nach den Skateboard-Fotos hat er angefangen Musiker zu fotografieren. An Konzerten ist ihm klar geworden, dass alle, die wissen wie man eine Kamera bedient, die selben Bilder machen können wie er. Er aber wollte mehr erreichen, einzigartiger sein. Lukas Maeder kannte zufälligerweise einige Konzertveranstalter. Diese boten ihm die Möglichkeit, Musiker aus einer anderen Perspektive zu fotografieren, “als aus diesem Graben in der Masse”. Es war der erste Entwicklungsschritt in Richtung Portrait-Fotografie.

Grosse Träume

Lukas Maeder ist ehrgeizig und hat immer ein klares Ziel vor Augen. Er möchte die Leiter seiner Fotografen-Karriere noch höher erklimmen. Deshalb hat er sich eine Top-Five-Liste von den Leuten gemacht, die er noch fotografieren möchte. Eine dieser Personen ist vor kurzem gestorben, Nelson Mandela.

Auch auf dieser Liste steht Roger Federer. Er würde ihn gerne eines Tages wegen seiner grossen Erfolge und weil niemand je das geschafft hat, was Federer erreicht hat, vor der Linse haben. Auch an einem Porträt von Morgan Freeman hätte er seine Freude. Er stellt klar, wenn er von seiner Top-Five-Liste alle fotografiert hätte, könnte er alle vor die Linse kriegen, die er sich wünscht. Den Sprung in die Vereinigten Staaten zu schaffen und dort ebenfalls tätig zu werden, ist ein weiterer grosser Wunsch von ihm.