Kultur | 01.02.2014

Der Sieg gegen den Schmerz

Während acht Stunden tummelten sich die Besucher der Museumsnacht in 42 verschiedenen Museen im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Schweiz. Auch unsere Reporterin war unterwegs und war nicht die Einzige, die ein schmerzhaftes Souvenir mit nach Hause nahm.
Aus Frau wird Mann. Cross Dressing im Antikenmuseum Basel.
Bild: zVG Flavia Schaub, Museumsnacht Basel 2014 Ein Pflaster, einen Gips oder ein Verband für den Teddy im Anatomischen Museum. zVG Flavia Schaub, Museumsnacht Basel 2014 Das Spiel gegen die Schmerzen, die "Pain Station" im Haus der elektronischen Künste. Lukas Zitzer Das schmerzhafte Souvenir nach dem Spiel. Lukas Zitzer

Es war die Nacht der Kultur. Das Format der Museumsnacht, das weltweit zum erstem Mal 1997 in Berlin stattfand, gefiel den Schweizern so gut, dass nun unsere meisten grossen Städte ebenfalls eine Museumsnacht organisieren. Am 17. Januar zelebrierte Basel die Nacht der Kultur. Laut Medienmitteilung wurden 105’874 Eintritte gezählt.

 

Vom Plüschbären bis zum Cross-Dressing

Museen können langweilig sein – ausser sie bieten Interaktivität. Und die boten die Basler Museen während der Nacht vom 17. Januar: Im Anatomischen Museum der Uni Basel wurden Plüschbären verarztet und Knochen verschraubt und im Antikenmuseum Basel konnten sich die Besucher mit Schminke und Verkleidung zum anderen Geschlecht verwandeln lassen. Die Klassiker wie das Tinguely Museum oder die Fondation Beyeler, bei welchen etwa auch Kurt Aeschbacher zu Gast war, waren auch ohne grosse Spezialprogramme Publikumsmagnete. Von Museum zu Museum wurde man per Spezial-Shuttlebus gebracht.

 

Viele Souvenirs

Viele Leute bestritten ihre Route nach festem Zeitplan. Doch spätestens beim Basler Spielzeug Welten Museum am Barfüsserplatz bekam diese eine Zeitverzögerung. Dort stand die Meute für die Ausstellung „Private Marilyn“ besonders lange in der Schlange. Jeder wollte in die Welt der Ikone abtauchen, ein Erinnerungsfoto mit dem Marilyn-Originaldouble Suzie Kennedy schiessen und eine der blonden Marylin-Perrücken ergattern, die gratis verteilt wurden. Überhaupt gab es bei den meisten der 42 Museen oder Installationen ein Souvenir zum Mitnehmen.

 

Schmerzen zum Abschluss

Im Haus der elektronischen Künste gab es wohl das schmerzhafteste Souvenir. „Pain Station“ hiess das Highlight des Abends. An ihr konnten die Spieler im beliebten Videospielklassiker „Pong“ gegeneinander antreten. Verpasste einer der Spieler die weisse Kugel auf dem Bildschirm mit seinem Balken, wurde er mit Hitze, Stromschlag oder Peitschenhieben bestraft. Die heimlichen Masochisten unter den Zuschauern freuten sich, denn die Spieler spielten nicht nur gegeneinander sondern auch gegen ihre Schmerzen. Denn wer zuerst seine schmerzende Hand wegzog, verlor.

 


Info Museumsnacht
Das Aussergewöhnliche an der Museumsnacht sind nicht nur die Öffnungszeiten bis um zwei Uhr morgens, sondern auch die Interaktivität. In dieser Nacht dürfen Besuchende Ausstellungen nicht nur visuell betrachten, sondern auch mit anderen Sinnen erleben. Eine Mahnung an die Kinder, nichts anzufassen, ist für einmal nicht notwendig. Zusätzlich bieten viele Museen besondere Attraktionen wie Kunstvorführungen, Aktionskunst oder Konzerte. Die nächste Museumsnacht findet am 21. März in Bern statt.