Sport | 12.01.2014

Fest trotz schwachen Schweizern

Text von Simon Scheidegger | Bilder von Matthias Käser
Bei der 58. Austragung der Skirennen in Adelboden spielten die Schweizer eine Nebenrolle. Der Österreicher Marcel Hirscher triumphierte zum dritten Mal in Folge im Slalom, und der Deutsche Felix Neureuther feierte seinen ersten Sieg im Riesenslalom. Die frühlingshaften Temperaturen auf dem Chuenisbärgli sorgten dennoch für ein Volksfest bei den mehr als 42000 Fans.
  • Am Sonntag kämpfen 79 Athleten im Slalom um den ersten Platz.

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  • Samstag: Hochstimmung am Chuenisbärgli bei bestem Wetter.

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  • Der weiche Schnee liegt nicht allen Fahrern gleich gut.

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  • Nur ein Schweizer qualifiziert sich überhaupt für den zweiten Lauf.

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  • Die Gebrüder Maurer zeigen eine Gleitschirm-Show, bevor der zweite Lauf beginnt.

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  • Der Jubel für Carlo Janka ist nicht zu überhören.

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  • Im weichen Schnee wird der Druck auf beide Skis erhöht, das Risiko eines Fehlers wird dadurch grösser.

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  • Der Gewinner Neureuther aus Deutschland freut sich nach seinem tadellosen Lauf.

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  • Der zweitplatzierte Fanara Thomas feiert seinen Sieg mit dem Publikum.

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  • Die Gewinner werden mit einem Kran über das Publikum geschaukelt, damit sie angemessen gefeiert werden können.

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  • Fanara Thomas, Neureuther Felix und Hirscher Marcel (v.l.) sichtlich glücklich mit ihren Podestplätzen.

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Es herrschten ungewöhnliche Bedingungen für einen Ski-Wettkampf am Wochenende auf dem Chuenisbärgli in Adelboden. Das Thermometer zeigte zwischenzeitlich bis zu 10°C an, als sich die Athleten auf die Piste begaben. Das frühlingshafte Wetter bevorteilte am Samstag im Riesenslalom diejenigen mit einer tiefen Startnummer. Denn je länger das Rennen dauerte, desto weicher und langsamer wurde die ausgezeichnet präparierte Strecke, deren Auf- beziehungsweise Abbau jeweils rund acht Wochen in Anspruch nimmt und nur mit Hilfe der Armee und des Zivilschutzes realisierbar ist.

Tiefe Startnummer als Vorteil

So überrascht es nicht, dass der Franzose Thomas Fanara, der mit der Nummer 1 an den Start gehen konnte, sich lange an der Spitze hielt und schliesslich nur von einem entfesselten Felix Neureuther geschlagen wurde. Der Deutsche hatte nach dem ersten Durchgang noch auf Position 7 gelegen. Doch mit einer eindrucksvollen Fahrt bewirkte er, dass Fanara weiter auf seinen ersten Sieg im Weltcup warten muss.

Andere Athleten, wie der Österreicher Marcel Hirscher oder der Amerikaner Ted Ligety, konnten nicht von ihrer guten Ausgangslage aus dem ersten Lauf profitieren und fielen hinter Neureuther zurück oder schieden wie im Fall von Ligety sogar aus. Der letztjährige Dominator der Riesenslalomkonkurrenz und Weltmeister verlor seinen linken Ski nachdem sich dieser in einem Tor verfangen hatte.

Carlo Janka, der es als einziger Schweizer in den zweiten Lauf geschafft hatte, konnte sich im zweiten Lauf vom 26. auf den 20. Rang verbessern. Der Obersaxer hinkt aber nach dem vielversprechenden Auftakt in die Saison in Beaver Creek, als er Rang 6 belegte, weiter seiner Form hinterher.

Hirscher zum Dritten

Kurioses und vor allen Dingen Gefährliches ereignete sich, als der Norweger Henrik Kristoffersen seinen ersten Lauf absolvierte: Ein Pistenarbeiter bremste den 19-Jährigen aus, als dieser gerade in den Steilhang einbiegen wollte. Er musste seine Fahrt abbrechen und noch einmal starten. Mit diesem Ereignis, das glücklicherweise glimpflich ausging, im Hinterkopf, sind die Schlussklassierungen des Norwegers doch bemerkenswert, denn den Riesenslalom beendete er als beachtlicher 13. nur 15 Hundertstel hinter einer Top-Ten Klassierung.

Im Slalom am Sonntag kam es sogar noch besser für den jungen Norweger, der erst seine zweite Weltcupsaison bestreitet: Hinter dem Österreicher Marcel Hirscher, der in Adelboden zum dritten Mal in Folge gewinnen konnte, und dem Schweden Andre Myhrer klassierte sich Kristoffersen auf Rang 3 und egalisierte somit sein Bestergebnis, das er in diesem Winter in Levi aufstellte.

Noch fünf Chancen für Vogel

Von Bestergebnissen sind die Schweizer Ski-Cracks weit entfernt. Slalomspezialist Markus Vogel kam als einziger in den zweiten Durchgang, verpasste aber als 17. eine Platzierung die mehr als das Prädikat solid verdient hätte. Zwar punktete der Nidwaldner mit seiner Fahrt, der etwas der Mut fehlte, im Rennen um einen Startplatz bei den am 7. Februar beginnenden Olympischen Spielen im russischen Sotschi bringt ihm dieses Resultat allerdings nichts.

Die Selektionskriterien von Swiss Olympic sehen vor, dass ein Athlet eine Top-7 oder zwei Top-15 Rangierungen erreichen muss, um für Olympische Wettkämpfe berücksichtigt zu werden. Vogel hat zwar noch keine solchen Ergebnisse vorzuweisen, ihm bleiben jedoch noch fünf Rennen, um doch noch ein Ticket in die russische Provinz zu lösen, unter anderem bereits am nächsten Wochenende auf dem Lauberhorn in Wengen, wo vermutlich unabhängig der Resultate wieder ausgelassen gefeiert werden wird.