Kultur | 03.01.2014

Schatzsuche in Mittelerde

Im zweiten Teil der Hobbit-Trilogie nimmt uns Peter Jackson mit auf eine gefährliche und spannende Expedition zum Einsamen Berg. Erebor, das ehemalige Zwergenkönigreich, wurde vor langer Zeit vom goldgierigen Drachen Smaug eingenommen.
Bilbo Beutlin ist längst nicht mehr der schreckhafte Hobbit aus dem Auenland.
Bild: zVg (Copyright © 2013 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved)

Es regnet, die Strassen sind dunkel. Eine Gestalt bahnt sich ihren Weg zum Tänzelnden Pony, einer Spelunke in einer Stadt am Rande des Auenlands. Sie tritt ein und löst ihren Umhang. Es ist Thorin Eichenschild, ein Anwärter auf den Zwergenthron. Er trifft Gandalf den Zauberer, und die beiden sind sich einig: Das zerstörte und vom Drachen Smaug besetzte Zwergenreich muss befreit werden. So beginnt der zweite Teil der Hobbit-Trilogie: mit einer Rückblende.

Im ersten Teil des Hobbits überstand die Gruppe um den Hobbit Bilbo Beutlin (gespielt von Martin Freeman) zahlreiche Abenteuer auf ihrem Weg nach Erebor. Der zweite Teil der Hobbit-Trilogie begleitet den Zauberer Gandalf, den Hobbit Bilbo Beutlin und Thorin mit seinen zwölf Zwergenfreunden auf dem Weg zum Einsamen Berg Erebor.

Erebor, das ehemalige Reich der Zwerge, wurde vor langer Zeit von Smaug, dem Drachen, angegriffen und eingenommen. Die Zwerge wollen ihre Heimat zurückerobern. Nach einer ereignisreichen Reise finden sie den Weg nach Erebor. Und nicht zuletzt spielt der Ring immer wieder seine unheimliche Macht aus.

 

Peter Jackson als Ersatz

Ursprünglich sollte Guillermo del Toro (Pacific Rim, Hellboy) den zweiten Teil der Hobbit-Trilogie verfilmen und Peter Jackson nur als Produzent in Erscheinung treten. Verzögerungen aufgrund finanzieller Probleme der Produktionsfirma Metro Goldwyn Mayer führten jedoch dazu, dass del Toro das Filmprojekt im Mai 2010 verliess und Jackson erneut Regie führte, weshalb “Smaugs Einöde”  sich trotz vielen vorhersehbaren Szenen nahtlos in die «Herr der Ringe«-Welt einfügt. Zu den Produktionskosten wurden keine offiziellen Angaben veröffentlicht, das Budget wird jedoch auf 240 bis über 300 Millionen US-Dollar geschätzt. Jackson, der bereits in Filmen wie die Herr der Ringe-Trilogie und King Kong mitgewirkt hat, ist zudem auch als Regisseur, Produzent und Co-Autor für den dritten und letzten Teil der Hobbit-Trilogie vorgesehen.

 

Die Erwartungen nicht erfüllt

Es rauscht und kracht und gruselt viel auf dieser Reise in Smaugs Einöde. Actionfreunde kommen auf ihre Rechnung, Liebhaber von ruhigen Szenen aus dem Auenland weniger und die Invasion der Riesenspinnen ist nichts für empfindliche Gemüter. An die Orks, ekelerregende Kreaturen, die dem Bösen als Söldner dienen, hingegen hat sich der regelmässige Zuschauer von Tolkiens Verfilmungen mittlerweile gewöhnt. Umso erstaunlicher, wie leicht sich diese schaurigen Monster besiegen lassen. Tauriel, eine weibliche Elbe, kämpft beispielsweise mehrmals erfolgreich, mit Pfeil und Bogen bewaffnet, alleine gegen Horden von Orks.

 

Smaugs Einöde ist ein eher düsterer Film, viel Freundliches ist nicht zu sehen. Zwei Lichtblicke in dieser bedrohlichen Welt sind die beiden Elben Legolas und Tauriel (gespielt von Orlando Bloom und Evangeline Lilly). Obwohl beide im Buch der Hobbit nicht vorkommen, tun sie dem Film gut, denn sie bieten dem Zuschauer eine wohltuende Abwechslung von den Zwergen und vielen Orks. Ihr Auftreten bedeutet immer Gutes, was nicht zuletzt auch dem Zuschauer einige ruhige Momente beschert. Ebenso bietet Neuseeland mit seiner eindrücklichen Landschaft Anlass zum Innehalten.

 

Mag sein, dass der Film für Tolkien-Experten eine Enttäuschung ist, da sich der Film nicht streng ans Buch hält, was Handlung und Atmosphäre betrifft – sehenswert ist er trotzdem.