Sport | 30.01.2014

Kopfüber im Parkhaus

Am 24. und 25. Januar fand im Parkhaus von Saas Fee der UIAA (Union Internationale des Associations d'Alpinisme) Ice Climbing Worldcup statt. Trotz Heimspiel gelang den Schweizerinnen und Schweizern kein Exploit. Stattdessen dominierte eine andere Nation.
Der Blick auf die vereiste Kletterfläche inmitten eines Parkhauses.
Bild: Lara Capelli Die Niederländerin Marianne van der Steen im Leadfinal der Frauen. zVg

Beim diesjährigen Ice Climbing Worldcup in Saas Fee nahmen 105 Teilnehmer aus 18 Ländern teil. Die Wettbewerbe wurden im Hauptparkhaus von Saas Fee ausgetragen. Dazu wurde im Inneren des Parkhauses der Parcours für die Eiskletterer aufgebaut. Dort wo normalerweise die Autos nach unten bzw. oben fahren, konnten die Zuschauer das Spektakel verfolgen. Die Teilnehmer nahmen am Freitag an der Disziplin “Speed” und am Samstag an der Disziplin “Lead” teil.

 

Russische Dominanz

Am Freitag begann der Ice Climbing Worldcup mit der Disziplin “Speed”. Hierbei treten jeweils zwei Kletterer auf identischen Routen gleichzeitig gegeneinander an. Wer die Route schneller beendet, gewinnt den Durchgang.

Das Speedklettern der Männer wurde von den Russen dominiert. Von den 16 Qualifizierten, waren 14 Russen. Im Finale traten dann nur noch Russen gegeneinander an. Dabei setzte sich Nikolay Shved gegen Nikolay Kuzovlev durch.

 

Bei den Frauen sah das Ganze ähnlich aus. Unter den acht Qualifizierten befanden sich sieben Russinnen und eine Amerikanerin. Die Schweizerin Vivien Labarile schaffte es nicht, sich für das Halbfinale zu qualifizierten. Auch bei den Frauen waren im Finale nur noch Russinnen vertreten. Dabei belegte Maryam Filippova den ersten Platz.

 

Je höher, desto besser

Am Samstag endete der Ice Climbing Worldcup mit der Disziplin “Lead”. Hierbei müssen die Kletterer versuchen, eine ihnen bis dahin unbekannte Route zu klettern. Dabei entscheidet die erreichte Höhe über den Sieger.

Das Leadklettern der Männer konnte der Koreaner Park Hee Yong für sich entscheiden. Obwohl auch der Russe Maxim Tomilov die gesamte Route kletterte, absolvierte Park Hee Yong die Strecke um mehr als eine Minute schneller als Maxim Tomilov.

Bei den Frauen errang die Italienerin Angelika Rainer den Sieg. Die Koreanerin Shin WoonSeon konnte es ihrem männlichen Kollegen nicht gleich tun und belegte den zweiten Platz. Für die Schweizerinnen sah es nicht rosig aus. Die einzige Schweizerin Petra Klingler landete durch einen Ausrutscher auf dem achten und letzten Platz.

 

Eindrücke

Beim Weltcup in Saas Fee war nur eine bescheidene Anzahl von Zuschauern vor Ort. Einige der Einheimischen gaben an, dass viele erst für die Party nach dem Wettkampf kommen würden. Die eisigen Temperaturen dürften ebenfalls einige potentielle Zuschauer abgeschreckt haben. Doch für alle, die vor Ort waren, bot sich ein beeindruckendes Spektakel. Die Kletterer hingen teils beinahe kopfüber an der Wand. Ausserdem wurde mit Eispickeln geklettert, die einige mit den Zähnen hielten, damit sie beim Wechseln der Position die Hände frei hatten. Das solch ein Aufstieg kein Kinderspiel ist, merkte das Publikum den Teilnehmern an. Viele schüttelten mit zunehmender Höhe immer wieder die Arme aus, die langsam müde wurden. Der Anlass bot den Zuschauerinnen und Zuschauern einen guten Einblick in die eher unbekannte Sportart des Eiskletterns.


 

 

Eisklettern

Unter Eisklettern versteht man das  Klettern an gefrorenen Eisfällen und Eiszapfen. Neben dem Eisklettern oder Ice Climbing gibt es noch das sogenannte Dry-Tooling und das Mixed-Klettern. Das Dry-Tooling ist eine Spezialdisziplin des Eiskletterns, bei dem der Kletterer mit speziellen Eisgeräten schwierige Passagen im Fels überwindet. Das Mixed-Klettern ist eine Mischform des Eiskletterns und des Dry-Toolings. Dabei müssen teils auch überhängende Passagen überwunden werden.

Zudem besitzt die Schweiz eine Nationalmannschaft im Eisklettern. Petra Klingler und Vivien Labarile sind auch teil dieser Nationalmannschaft.