Kultur | 06.01.2014

Konzert der anderen Art

In der Adventszeit feierte das auf Filmmusik spezialisierte 21st Century Symphony Orchestra die Weltpremiere zum dritten Teil von Pirates of the Caribbean. Mit einem sicheren Spiel übertrafen sie die Erwartung der Zuhörerinnen und Zuhörer und verdeutlichten die Bedeutung der Musik In einem Film.
21st Century Symphony Orchestra & Chorus: Pirates of the Caribbean -“ At World's EndDie Original-Filmmusik von Hans Zimmer live aufgeführt (Weltpremiere im KKL).
Bild: zVg / 21st Century Productions

Das 21st Century Symphony Orchestra spielte mit dem 21st Century Chorus zusammen. Das in Luzern heimische Orchester brachte zusammen mit dem Chor circa 150 Musiker auf die Bühne. Die erfolgreichen Luzerner konzertieren derzeit auf der ganzen Welt. Zum Beispiel in der berühmten Royal Albert Hall in London. Nebst den vielen Filmmusikkonzerten hat sich das Orchester auf die Livebespielung von Filmen spezialisiert. Zu ihrem Repertoire zählen Lord of the Rings, Gladiator und Alice im Wunderland.

 

Karibikfeeling im Winter

Bereits beim Betreten des Kultur- und Kongresszentrums Luzern eröffnete sich den Besuchern die Welt der Piraten. Nebst dem normalen Foyer entführte die passende Kulisse des aufgebauten Speisesaals in die Karibik. Auf gebogenen Wänden rund um den Speisesaal wurde das Kulissenbild des Films projiziert. Die in Kerzenlicht getauchte Einrichtung bot eine gute Einstimmung auf das bevorstehende Konzert. Eine Woche nach der Weltpremiere konzertierte das Orchester im beinahe ausverkauften KKL. Wie im Kino, jedoch ohne Vorwerbung, startete der Film. Im dritte Teil der Pirates of the Caribbean Quadrologie wird musikalisch viel Abwechslung geboten, von ruhigen bis zu stark rhythmischen Teilen.

Musikalisch ausgefeilt

Das Orchester überzeugte durch ein präzise und differenziert gespieltes Konzert, genaue Einsätze und einen gut aufeinander abgestimmten Klang. Passagen, die vom Chor untermalt wurden, transportierten eindrücklich die Emotionen der Menschen im Film zum Konzertbesucher. So wurde etwa die im Film dargestellte Angst der Gefangenen vor dem Galgen durch die Konzertmusik noch verstärkt.

Das feierliche und etwas stockende Thema der Hauptfigur Jack Sparrow untermalt seinen leicht verwirrten Charakter deutlich. Es ist faszinierend zu sehen, wie so viele Musiker synchron zu einem Film spielen können. Kein Einsatz kam zu spät und die Solisten spielten mit höchster Präzision.

 

In der Piratenwelt versinken

An manchen Stellen fehlten die hohen Instrumente und die tiefen Töne dominierten zu sehr. Etwas schade war zudem, dass das Orchester teilweise im Film versank und die Leinwand die ganze Aufmerksamkeit auf sich zog. Das lüpfige Thema, welche durch den gesamten Film immer wieder auftaucht, liess einen tief in der Piratenwelt versinken. Da das Orchester auch den kompletten Abspann des Filmes bespielte, wurde auch dieser von allen Zuhörern bis zum Ende mitverfolgt. Nach einem beinahe dreistündigen Konzert wurde die Leistung von Chor und Orchester mit einem kräftigen, lange anhaltenden Applaus belohnt.

 

Ein Konzert für alle Zuhörerinnen und Zuhörer

Ein solches Konzert ist auch etwas für Musikbegeisterte, die sich sonst mit ganz anderer Musik auseinandersetzen. Es ermöglicht den Besuchern, das zu sehen, was sonst nur aus dem Kinolautsprechern zu hören ist. Der enorme Aufwand, welcher hinter der Musik steckt, und wie stark diese die Emotionen im Film untermalt, wird dem einen oder anderen vermutlich erst nach einem solchen Liveerlebnis bewusst.