Kultur | 02.01.2014

Die Kunst des Nicht-Skifahrens

Text von Melanie Schmidt | Bilder von Matthias Käser
Die meisten gehen jeden Winter in die Ski- oder Snowboardferien. Doch was machen die, die weder Ski- noch Snowboardfahren können oder gar regelrechte Schneemuffel sind? Ganz sicher nicht gelangweilt zu Hause hocken, sagt Tink.ch Reporterin Melanie Schmidt.
Verschneite Idylle: Nicht jeden packt bei diesem Anblick die Lust aufs Skifahren.
Bild: Matthias Käser

Bei den meisten steigt mit der Vorfreude auf Weihnachten auch jene auf den Schneesport. Bereits beim ersten Schnee zieht es die Leute auf die Skipiste. Dann werde ich gefragt: “Und wo warst du in den Bergen?” Ich antworte: “Nirgendwo, ich kann weder Ski- noch Snowboardfahren.” Worauf mein Gesprächspartner halb erstaunt, halb mitleidig feststellt: “Du kannst es ja immer noch lernen.”

Doch was, wenn ich es gar nicht lernen will? Was, wenn es tatsächlich auch noch andere saisongemässe Beschäftigungen gibt, die nichts mit Wintersport zu tun haben?

 

«Gschenkliluft« schnuppern

Ich liebe die Stimmung auf Weihnachts-märkten. Gemütlich durch die Stände schlendern, den Geruch von gebrannten Mandeln und Glühwein einatmen und für triste Zeiten in der Erinnerung verstauen. In aller Ruhe erste Geschenkideen sammeln. Wie wäre es etwa mit handgemachtem Spielzeug, das für einmal nichts mit Elektronik zu tun hat? Oder einer speziellen Fonduemischung für die Grossmutter im Ausland, überlege ich mir, die Hände in dicken Wollhandschuhen alle zwei Minuten aneinander reibend damit sie mir vor Kälte nicht abfallen. Auch das gehört zum kitschig-schönen Weihnachtsmarkt-Erlebnis.

 

Tummeln im Schnee

Ich kann zwar nicht Skifahren, bin jedoch nicht generell gegen Aktivitäten im Schnee. Denn es gibt deren durchaus noch andere, für die man nicht extra in Skigebiete reisen muss.

Schlittenfahren ist zum Beispiel eine tolle Beschäftigung. Sobald Schnee herrscht, kann man auch spontan auf dem Hügel hinterm Haus “go schlittle”. Und schauen einen die Leute blöd an, weil man mit einem Plastiksack auf einem Babyhügel herumrutscht – seis drum, es geht um den Spass! Diesen versprechen zuverlässig auch Schneeballschlachten und Schneemannbauen. Die Vorteile gegenüber dem Skifahren: Es ist günstiger und die Gefahr, sich in einer Schneelawine die Knochen zu brechen, minimal.

 

Und die Schneemuffel?

Für alle Schneemuffel unter uns: Es wird niemand gezwungen rauszugehen. In den eigenen vier Wänden oder den vier Wänden eines Shoppingcenters oder Kinos lässt es sich perfekt dem Schnee trotzen. Auf dem Sofa das neueste Vampirbuch verschlingen oder im gemütlichen Kinosessel eine Hollywoodschnulze reinziehen – Wer sagt da schon nein? Und vielleicht liegt sogar mal ein Tagesausflug zum Weihnachtsshopping nach London drin – günstige Zeitverschiebungsumstände und billige Lastminuteflüge machens möglich.

 

Fazit: Es gibt genügend tolle Aktivitäten im Winter, die nichts mit Ski- oder Snowboardfahren zu tun haben. Wenn ich das nächste Mal gefragt werde, wo ich Skifahren gehe, antworte ich ganz gelassen: “Ich hab Besseres zu tun!”