Kultur | 31.12.2013

Zeitgenössische Medien erleben

Text von Sandro Bucher | Bilder von zVg
Für ihr herausragendes Engagement in der Luzerner Kunst- und Kulturszene gewann das Labor Luzern Anfang Dezember einen Zentralschweizer Förderpreis von Migros Kulturprozent. Das Tüftellabor erhält für seine Vermittlungsarbeit im Bereich der zeitgenössischen Medien eine zweijährige Unterstützung von insgesamt 20-~000 Franken.
Das Labor Luzern ist Treffpunkt für Denker und Macher, die sich mit zeitgenössischen Medien auseinandersetzen.
Bild: zVg

Über 40 Projekte haben sich im Herbst 2013 für die begehrten Zentralschweizer Förderpreise von Migros Kulturprozent beworben. Nun hat eine Jury, bestehend aus Alain Roth, Leiter Kulturelles der Migros, sowie sieben Fachpersonen aus je einem Zentralschweizer Kanton, neun Projekte auserkoren, welche die Förderpreissumme von insgesamt 120-˜000 Franken erhalten.

Für ihre “informelle und nicht profitorientierte Bildung und Weiterbildung im Bereich der zeitgenössischen Medien” erhält das Labor Luzern insgesamt 20-˜000 Franken, so die Begründung von Jurypräsident Roth.

 

Diese Anerkennung der Migros ist nur eines von vielen Zeichen dafür, dass der Do-It-Yourself-Lebensstil momentan seinen zweiten Frühling erlebt. Im Zeitalter der Überdigitalisierung wollen Jung und Alt wieder vermehrt selbst die Dinge in die Hand nehmen und erforschen; eine Veränderung, die Hand in Hand mit der Philosophie vom Labor Luzern geht.

 

Zu Besuch im Tüftellabor

In einer unscheinbaren Holzbaracke hinter dem Bahnhof Luzern treffen sich jeden Mittwochabend Künstler und Denker zum Austausch von Wissen über die neuen Medien. “Hackspace” nennt sich die elektronische Werkstatt des Labors, die jeden Mittwochabend ab 20 Uhr stattfindet. So unterschiedlich wie die Besucher sind auch die Projekte, an denen im selben Raum gearbeitet wird. Ob an der Restaurierung 800-jähriger Vasen oder dem Zusammenbauen eines 3D-Druckers – im Labor Luzern sind dem Tun und Schaffen der sogenannten “Macher” keine Grenzen gesetzt.

 

Durch die lockere Stimmung, entspannte Atmosphäre und Professionalität in der offenen Werkstatt sorgt das Labor auch gleichzeitig für mehr Offenheit und weniger Berührungsängste gegenüber den zeitgenössischen Medien.

Nebst dem Arbeiten an eigenen Projekten wird auch der Austausch zwischen Kultur, Technologie, Kunst und Wissenschaft aktiv gefördert, so zum Beispiel mit unregelmässig organisierten Workshops und Weiterbildungskursen, die unter dem Namen “Open Sources”, deutsch “offene Quellen”, stattfinden.

 

Die “offene Quellen”-Philosophie ist ein wichtiger Grundsatz des Labors, weshalb die Workshops auch unter diesem Motto stattfinden: “Das Offenlegen, Teilen und Aktualisieren von Wissen ist ihnen ein grosses Anliegen, denn nur so kann man die Kreativität und die Entwicklung eigener Ideen fördern”, erläutert Felix Bänteli, Kultur- und Technikvermittler des Labors und Geschäftsführer der Schweizerischen Gesellschaft für Mechatronische Kunst (SGMK).

 

Künstlerische Wissensvermittlung

Auch in der Kunstszene Luzerns ist das Labor bereits ein wichtiger Bestandteil. Unter dem Namen “Jurassic Laboratory” veranstaltet es jedes Jahr grössere und kleine Festivals. Auch Vorträge, Konzerte und Diskussionen sollen spielerisch einen humanistisch, gesellschaftlich und kulturell relevanten Dialog zwischen Technik und Kunst entstehen lassen. Die “Jurassic Laboratory”-Veranstaltungen werden vor allem von Daniela Schmidlin organisiert, die für Events und Forschung zuständig ist.

Der dritte Verantwortliche vom Labor ist der Grafiker Patrick Rohner. Durch die unterschiedlichen Backgrounds des Labor-Trios sorgen sie für genügend Diversität in der Auswahl neuer Ideen für Workshops und Weiterbildungskurse, und bieten zusätzlich eine breite Palette an Fachwissen zu zeitgenössischen Medien.

Auch für das kommende Jahr 2014 ist das junge und dynamische Trio motiviert und voller Tatendrang. Trotz den zahlreichen Ideen, die sie bereits ausgearbeitet haben, sind sie auch weiterhin dankbar für die Meinungen und Vorschläge von Aussenstehenden – schliesslich soll auch das Labor selbst eine “offene Quelle” bleiben.