Sport | 02.12.2013

Spitzenkampf ohne Sieger

Text von Jonas M'Barki | Bilder von Jonas M'Barki
Es war alles angerichtet für einen tollen Fussballnachmittag. Der Leader aus Basel reiste nach dem Champions League- Sieg gegen Chelsea mit breiter Brust in die Hauptstadt. Die Berner ihrerseits wollten nach drei Siegen in Serie auch dem Meister ein Bein stellen.
YB-FCB versprach viel, es wurde zu einem Spitzenkampf ohne Sieger.
Bild: Jonas M'Barki

Diese Absicht war bereits zu Beginn spürbar, YB startete besser in die Partie. In der fünften Minute, nach einem Freistoss von Moreno Costanzo, stand Frey ganz alleine vor Baslers Torhüter Yann Sommer. Doch der Berner erkannte seine Chance nicht und liess den Ball passieren.

 

Harter Kampf im Mittelfeld

Fünf Minuten später war es Raphael Nuzzolo, der nach einem tollen Pass von Gajic alleine vor Sommer auftauchte. Dem Waadtländer versagten aber die Nerven und Yann Sommer konnte zum Eckball klären.

Die Basler waren in der Startphase noch im Tiefschlaf. Erst in der 15. Minute konnte Valentin Stocker ein Zeichen setzen. Sein Schuss flog aber weit über das Tor von YB-Schlussmann Marco Wölfli.

Das Spiel war umkämpft und es wurden einige Fouls begangen. Beide Abwehrreihen standen hoch und liessen kaum Chancen zu. Den Bernern unterliefen viele Fehlpässe, doch der FCB konnte daraus kein Kapital schlagen.

 

Salah zaubert

Nach 36 Minuten lancierte Moreno Costanzo mit einem weiten Ball Raphael Nuzzolo, der das Leder gekonnt annahm und gleich in den Strafraum zog. Dort wurde er von Arlind Ajeti zu Fall gebracht. Ein klarer Penalty war in den Wiederholungen zu erkennen, denn der junge FCB-Verteidiger hatte nur die Beine des Flügelspielers getroffen.

Milan Gaijc, der bislang meistens mit schlimmen Fehlpässen auf sich aufmerksam gemacht hatte, lief an und schoss flach in die rechte Torecke. Yann Sommer sprang in die falsche Ecke und somit war die Führung der Berner Tatsache.

 

Doch der FCB steckte nicht auf und zeigte sofort eine Reaktion. Fabian Frei ist in der 42. Minute  Sekundenbruchteile vor Raphael Nuzzolo am Ball und spitzelt diesen zu Mohamed Salah, der Wölfli umläuft und lässig zum Ausgleich einschiebt.

Nur zwei Minuten später brachte Salah den FCB gar in Führung. Marco Streller behauptete den Ball im YB-Strafraum, es folgte ein riesiges Chaos vor dem Berner Tor, von welchem der Ägypter profitieren konnte.

 

Kein Déjà -vu

Die erste Hälfte bot nur wenige Offensivszenen, dafür viel Mittelfeldgeplänkel. Wie auch schon bei der letzten Begegnung der beiden Clubs im St. Jakob Park verwandelte der FCB einen Rückstand innert kürzester Zeit in eine Führung.

Aber die Berner gaben sich nicht geschlagen. Nach der Pause nahmen sie das Zepter in die Hand. In der 53. Minute legte Gonzalo Zarate nach einem tollen Solo auf Moreno Costanzo zurück, doch der Schuss des Ostschweizers wurde von Ajeti geblockt.

 

Die Basler mussten sich bis zur 58. Minute für den ersten Abschluss gedulden. Nach einem unnötigen Fehlpass von Costanzo schnappte sich Taulant Xhaka den Ball und zog ab. Der Ball zischte aber knapp am Tor von YB-Schlussmann Wölfli vorbei.

Uli Forte sah sich gezwungen neue Spieler zu bringen und er tat dies in der Person vom Japaner Yuya Kubo.

Sechs Minuten nach seiner Einwechslung taucht er bereits gefährlich vor Sommer auf. Er überlief die gesamte FCB-Abwehr und knallt den Ball in die linke obere Eck.

 

 

Gerechtes Unentschieden

Beide Team agierten mit Fortdauer des Spiels zunehmend vorsichtig. Die grossen Torchancen blieben nach dem Ausgleich aus und das 2:2 war das logische Resultat. Marco Streller meinte dazu: “Ich glaube, dass beide Teams damit leben können und wir wussten auch, dass YB nicht dasselbe wie Thun oder Lausanne sein wird. Wir hatten viel Platz, aber dennoch standen sie hinten sehr kompakt.” YB Abwehrspieler Steve von Bergen stellte die Leistung des Teams in den Vordergrund: “Wir haben das Spiel dominiert. In der zweiten Halbzeit mehr als in der ersten. Wir haben tollen Fussball gezeigt!” Christoph Spycher ergänzte: “Dieser Punkt ist sicher wichtig für die Moral und so können wir mit breiter Brust nach Thun reisen.”

YB-Trainer Uli Forte trauerte den Chancen nach, während Basels Coach Murat Yakin sich zufrieden zeigte.

 

Das Unentschieden hat minimale Auswirkungen auf die Tabelle. YB ist neu erster Verfolger der Basler, aber die Berner haben wie auch GC und Luzern 28 Punkte auf ihrem Konto. Der FCB ist mit 31 Punkten noch drei Zähler vor der Verfolgergruppe.