Kultur | 17.12.2013

Justin Bieber der Rock-Welt

Text von Laura Quadri | Bilder von Laura Quadri
Er ist jung, keine 20 Jahre alt, doch bereits ein fester Bestandteil der Musikwelt. Der Singer-Songwriter Jake Bugg aus Nottingham spielte Anfang Dezember in der Maaghalle Zürich. Eine musikalische Höchstleistung und gleichzeitig eine unechte Teenie-Show wurde dem jungen, vor allem weiblichen Publikum geboten.
Der 19-jährige Teenie-Rockstar Jake Bugg weiss, wie man Musik macht.
Bild: Laura Quadri

Die amerikanische Folk-Band HoneyHoney lässt ihre letzten Töne erklingen, bedankt sich beim Publikum. Sie bekommen ihren verdienten Applaus und wenig später wird die Bühne umgebaut. Bereits 20 Minuten später gehen Lichter und Hintergrundmusik aus und das Publikum ruft nach seinem Idol Jake Bugg.

 

Ein Mann und seine Gitarre

Bugg betritt die Bühne und die Kreischanfälle der durchschnittlich 16-jährigen Mädchen geht los. Jake fängt an zu singen und zieht auch die Musikfans auf seine Seite. Auf der Bühne stehen nur Jake mit seiner Gitarre, ein Bassist und ein Drummer. Die musikalische Qualität ist auf höchstem Niveau und Bugg spielt Gitarre, als hätte er nie etwas anderes getan. Auch seine Gesangsleistung ist einzigartig. Das Programm ist auf die Musik von Jake abgestimmt, so kann er durch Songs des ersten Albums die Hektik der neuen, zum Teil sehr schnellen Nummern ausgleichen. Das ganze Konzert ist geprägt von einer Ruhe, die den 19-jährigen sehr reif wirken lässt. In der Mitte der Show steht nur noch Jake auf der Bühne und meistert eine Aufgabe, vor der sich viele Sänger entziehen mit Bravour. Während 20 Minuten beweist er mit einer Ein-Mann-Show, dass er ein wahrer Musiker ist.

 

Musik oder Teenies

Doch die Show ist zwielichtig, denn sie erinnert an eine Teenie-Show. Obschon Bugg erwachsen und erfahren wirkt, schimmert seine Jugend durch. Es fehlt der Kontakt zum Publikum und es scheint, als wäre ihm alles gleichgültig. Auch wenn er sagt, dass das Publikum “wunderbar” und “grossartig” ist, wirkt es lieblos und aufgesetzt. Doch es scheint dem Publikum, vor allem den weiblichen Fans, zu gefallen, denn sie spielen die Show mit. Ein Wort, eine Geste und das Kreischen geht weiter. Jake Bugg ist der Justin Bieber der Rock-Welt. Ob die Zuschauer und Zuschauerinnen Fan der Musik oder lediglich Fan des Teenies sind? Sehr auffallend ist, dass der grösste Teil der Besucher lediglich die Hits wie Two Fingers oder What doesen’t kill you mitsingen können und bei ruhigen Nummern hört man von allen Seiten Privatgespräche. Das Publikum sollte die Musik mehr  respektieren, sowie Jake Bugg mit mehr Persönlichkeit und Offenheit vor seine Fans treten müsste.