Kultur | 08.12.2013

“Ich lasse gerne Dinge aufeinanderprallen”

Text von Adrian Mangold | Bilder von Adrian Mangold
The Bianca Story mischten mit einem unkonventionellen Projekt die Basler Musikszene auf. Wie sie auf die Idee des Crowdfundings gekommen sind und was die Band mit einer Leinwand zu tun hat, erzählt der Sänger Elia Rediger im Interview.
The Bianca Story taufen ihre neue Platte in Basel.
Bild: Adrian Mangold

In kürzester Zeit sammelte die Band auf http://wemakeit.ch/projects/thebiancastory durch Crowdfunding rund 90’000 Euro. Jetzt steht ihre Musik für alle gratis zur Verfügung.

 

Tink.ch: Gratulation, ihr habt es geschafft! Wie seid ihr auf die Idee gekommen, das neue Album so zu finanzieren?

Elia Rediger: Es war eine künstlerische Entscheidung. Die Idee ist an einem Bandabend in Zürich entstanden, als wir erkannt haben, wie sehr uns die Interaktion mit dem Publikum an den Konzerten liegt.

Wir wollten uns mit dem Projekt selbst herausfordern.

Ein wichtiger Motivationsfaktor war ausserdem, das Finanzielle selbst in der Hand zu haben, damit wir unabhängig unsere Musik machen können.

 

 

Wie seid ihr eigentlich auf den Namen The Bianca Story gekommen?

Unter dem Begriff “bianca” verstehen wir die Farbe weiss [ital. “bianca” = “weiss”, Anm.d.Red.]. Wir sehen demnach The Bianca Story als eine unbeschriebene Leinwand, die immer wieder neu bekritzelt wird. In der Zwischenzeit konnten wir schon einige schöne Geschichten darauf hinterlassen.

 

Wie bist du zur Musik gekommen?

Seit meiner Geburt bin ich ständig mit Musik in Berührung. In meiner Familie wurde immer viel gesungen und musiziert. Dazu kam noch, dass ich die ersten paar Jahre in Afrika gelebt habe. Und gerade mit diesem Gegensatz, zwischen der freien afrikanischen Musik und der disziplinierten klassischen Musik, bin ich aufgewachsen. Das hat auch dazu geführt, dass ich bereits früh gegensätzliche Dinge aufeinanderprallen liess um das Ergebnis im Anschluss zu betrachten. Diese Praxis ist heute ein fester Bestandteil meines Schaffens.

 

Du hast 2011 als Stadtpräsident für Basel kandidiert und gegen den bisherigen, Guy Morin, verloren. Wie wird deine weitere politische Karriere aussehen?

Eine politische Karriere wird es nicht geben. Aber ich muss sagen, diese Kandidatur war eine super Zeit. Ich fand es wunderbar, dass wir unser Motto “Dancing People Are Never Wrong” dem Volk und den Politikern mitgeben konnten. Es lässt sich darüber streiten, ob meine Kandidatur nachhaltigwirkt.  Doch es freut mich, dass ich auch heute noch darauf angesprochen werde. Unser Slogan “Mut, Chaos und Lockerheit” scheint weiterhin ein Thema zu sein, welches die Leute beschäftigt. Aber jetzt höre ich auf, ich klinge ja wie ein Politiker.