Kultur | 22.12.2013

Geschulte Lockerheit

Text von Laura Quadri | Bilder von Laura Quadri
Imagine Dragons gehören zu den ganz grossen Aufsteigern des Musikjahres. Auch bei der ausverkauften Zusatzshow in Zürich überzeugten die vier Musiker.
Die gefragten und geschulten Musiker in Zürich.
Bild: Laura Quadri

Sie stürmten die Charts, sie stürmten die Clubs und nächste Openair-Auftritte weltweit sind bereits angekündigt. Auch in der Schweiz erspielten sie sich eine grosse Fangemeinde, landeten mit Radioactive und It’s time zwei Hits. Imagine Dragons aus den U.S.A haben es geschafft, sich einen Platz im Popuniversum zu erspielen.

 

Ausverkaufte Zusatzshow

Ihre erste Show auf Schweizer Boden Anfang Dezember war ausverkauft und auch die Tickets für das Zusatzkonzert in der Zürcher Maag-Halle waren alle rasch vergriffen.

 

Doch auch die Vorband Family of the year, die derzeit mit Hero eine Single in den Top 10 der Schweizer Single-Charts hat, zog Publikum an und zeigte, dass man von ihr noch lange nicht alles gesehen und gehört hat. Bei ihrem Auftritt war das Publikum bereits in Konzertlaune und sang sich bei Hero die Seele aus dem Leib. Die Kalifornier setzten mit ihrem Indie-Pop die Latte hoch, doch es war kein Problem für Imagine Dragons, diese zu überschreiten.

 

Geschulte Lockerheit

Die Halle ist voll, es wird gelacht, gequatscht und gewartet. Die Stimmung ist freundlich und von Erwartung erfüllt. Dann endlich treten die vier Indie-Rock-Musiker von Imagine Dragons auf die Bühne und spielen ihren Fans ein Konzert, als hätten sie jahrelange Bühnenerfahrung. Überzeugend ist vor allem der Kontakt, den die Band zum Publikum pflegt und der alle Distanz verschwinden lässt. Sänger Dan Reynolds ist sich nicht zu schade, über vergangene Konzerte zu witzeln und mit glücklichen Fans im Publikum Gespräche zu führen. Es gelingt ihm, eine typische Club-Atmosphäre in eine Halle mit 3000 Besuchern zu bringen und seinen Fans hohe Aufmerksamkeit zu schenken.

Musikalisch bewiesen die Amerikaner, dass sie ausgebildet sind. Sie spielen fehlerfrei und mit einer geschulten Lockerheit, wodurch es ihnen gelingt, den Kontakt zum Publikum nicht zu verlieren. Es überzeugten nicht nur ihre grossen Hits, auch die weniger bekannten Songs stiessen beim Publikum auf regen Anklang.

 

Ohne grosse Emotionen

Es war kein Konzert der Superlative, dafür fehlten die Emotionen. Die Musiker hatten sichtlich Spass und die Besucher und Besucherinnen genossen das Konzert, aber die Songs wurden eher emotionslos performt und es entstanden keine grossen Spannungen bis zum Schluss. Einzige Ausnahme war Radioactive, der zweitletzte Song. Damit packte die Band ihre Fans zum Schluss noch einmal – aber richtig – und musste zurück auf die Bühne um eine ruhige Zugabe zu spielen.