Gesellschaft | 05.12.2013

Gesättigter Weinmarkt in der Schweiz

Seit vierzehn Jahren versucht die Vinothèque La Passion Du Vin in der Berner Schauplatzgasse die Ansprüche der Weinbegeisterten zu befriedigen. Unter anderem betreibt die Vinothèque seit dem Jahr 2001 einen Messestand an der Berner Weinmesse. Diese gehört heute zu einer der bedeutendsten Weinfachveranstaltungen in der Region.

In Zeiten, in welchen Grossverteiler wie Coop und Denner zu den  marktführenden Weinanbietern in der Schweiz gehören, sei es für sogenannte “Nischen-Player” besonders schwer, sich auf dem gesättigten Markt halten zu können, meint Jürg Rufener. Er ist Geschäftsinhaber und Gründer einer der namhaftesten Vinothèquen Berns, La Passion Du Vin.  “Die Berner Weinmesse bietet uns daher eine ideale Gelegenheit, regional präsent zu bleiben und wertvolle Neukunden zu gewinnen.” In diesem Jahr beispielsweise, sei die Anzahl der Neukunden von La Passion Du Vin gegenüber dem Vorjahr markant gestiegen. Ein Erfolg, der den ganzen Stress der vergangenen Wochen in den Hintergrund stelle.

 

Rufener erklärt, dass gerade die Zeit rund um die Berner Weinmesse  eine grosse Herausforderung bedeute – sowohl der zeitliche, als auch finanzielle Aufwand seien immens. So koste der Messestand den KMU-Betrieb 22’000 Franken. Weitere Kostenstellen wie Personal, Degustationsflaschen oder Transportkosten beliefen sich auf rund 27’000 Franken.

 

Eingespieltes Team

Abgesehen davon, bereite die Berner Weinmesse allen Mitwirkenden bei La Passion Du Vin immer eine besondere Freude. Rufener selbst geniesst besonders das Zusammenstellen der Weinkarte aber auch den Verkauf seiner exklusiven Ware sowie den Kundenkontakt. Denn seit die Vinothèque auch in Biel und Aarau mit Niederlassungen vertreten ist, müsse er sich leider vermehrt den administrativen Tätigkeiten widmen.

 

Zum Glück kann er sich aber auf seine Mitarbeiter stets verlassen. “Wir haben ein eingespieltes Team”, erzählt Rufener. Während der Berner Weinmesse legten sogar Freunde des Hauses Hand an, von welchen viele leidenschaftliche Weinliebhaber sind. Dieses familiäre Konzept scheint zu wirken.

 

Jürg Rufener ist auf jeden Fall fest davon überzeugt, dass sich sein Weinstand aufgrund des Engagements seines Teams und dem reichhaltigen Sortiment von den Mitbewerbern abheben könne. “Die Resonanz der Messebesucher bestätigt uns darin”, so Rufener.

 

Der verlorene Sonntag

Während der Messe sorgten diverse organisatorische Anpassungen für Debatten. “Zwar werde die Messe an sich qualitativ immer besser, was sich an der Infrastruktur sowie den Ständen der Teilnehmenden bemerkbar mache”, meint Rufener. Allerdings wurde den Weinhändlern in diesem Jahr der letzte Messetag genommen, ohne dass die Teilnahmegebühren nach unten angepasst worden seien. Dabei erwies sich der letzte Sonntag bislang als ein gelungener Abschluss der Fachmesse.

 

Dies sorgte vielerorts für Unverständnis. Auf Anfrage von Tink.ch distanziert sich die Berner Weinmesse von der Kritik. Man habe die Infrastruktur an den Ständen für die Aussteller dieses Jahr ausgebessert und die Weinhändler sparten durch die kürzere Messe auch Personalkosten, so Claudia Aragao von der Geschäftsleitung der Weinmesse.

 

Organisatorische Anpassungen

Bereits im Jahr 2012 setzte die Berner Weinmesse eine wichtige organisatorische Anpassung um. Im Vorjahr wurden die Eintrittspreise um 5 Franken auf 30 Franken pro Besucher erhöht. Als Gegenleistung profitierte jeder Besucher von einer Reduktion bei einer Bestellung seines Weinhändlers. Dieses komplizierte System sei weder von den Weinhändlern noch von den Besuchenden begrüsst worden. “Wir sind deshalb für 2013 wieder zum alten System zurückgekommen”, so Aragao.

 

Da die Berner Weinmesse bereits in der Vergangenheit aus ihren Fehlern gelernt hatte, besteht die Hoffnung weiter, dass der letzte Sonntag wieder aufs Programm 2014 der Berner Weinmesse zurückkehren wird. Trotz aller Unstimmigkeiten hofft Jürg Rufener auch in den nächsten Jahren auf weitere tolle Erlebnisse an der Berner Weinmesse.