Kultur | 04.12.2013

Das Lächeln nach dem Konzert

Text von Laura Quadri | Bilder von Laura Quadri
Die vier Schotten der Alternative-Band Glasvegas kehrten letzten Donnerstag nach Zürich zurück. Mit ihrem neuen Album in der Tasche verzauberten sie den Komplex Klub und liessen ihre Gäste mit einem Lächeln im Gesicht zurück. Ein gelungenes Konzert mit Höhepunkten, die Schwachstellen ausblenden lassen.
Sänger James fragte, ob die junge Frau, welche beim letzten Konzert auf der Bühne mittanzte, wieder dabei sei, doch niemand meldete sich.
Bild: Laura Quadri

Anfang November begleiteten sie noch Hurts durch die grossen Konzerthallen Deutschlands und trennten sich dann von den grossen Popsternen, um ihre eigene Tour durch Europa fortzusetzen. Nach Skandinavien folgte nun die Schweiz und so gaben die vier Glasgower ein familiäres Clubkonzert in Zürich.

 

Als Support eröffneten FAQ den Donnerstagabend und feierten zugleich ihr zehnjähriges Bandjubiläum. Die Schweizer machten, was man von einer Vorband erwartet: Sie zogen ihr Ding durch. Mit ihrem Wavesound stimmten sie die Besucher auf den Konzertabend ein. Durch ihren akustischen Abschluss war der Komplex Club bereit für Glasvegas.

 

Familiäre Stimmung

Glasvegas kamen auf die Bühne, spielten die ersten paar Songs und langsam gelang es ihnen, ihre Zuhörer für sich zu gewinnen. Die Startschwierigkeiten lagen wohl daran, dass das Publikum von Grund auf eher zurückhaltend war. Sänger James konnte durch den direkten Kontakt zu seinen Fans ihre ganze Aufmerksamkeit gewinnen, so erzählte er von vergangenen Konzerten in der Schweiz. Zum Beispiel fragte er, ob die junge Frau, welche beim letzten Konzert auf der Bühne mittanzte, wieder dabei sei, doch niemand meldete sich. Eine kleine Gruppe wünschte sich spontan einen Song und das Eis brach gänzlich. Diese Stimmung konnte die Band durch das ganze Konzert durchziehen, es war eine Show auf Augenhöhe.

 

Ein Rauschen in den Ohren

Glasvegas spielten mit grosser Freude und liessen die kalten Wintertage mit ihrem Indie vergessen. Ein Hauch von Sommer verbreitete sich im Club. Ihr Lagerfeuersound mit viel Gitarre und der unverkennbaren Stimme des Sängers liessen die Zuschauer und Zuschauerinnen träumen. Doch die Glasvegas-typischen Gitarren waren viel zu laut und überdeckten die Stimme und den Bass. Die Lautstärken war falsch abgemischt und so mischte sich, nach den ersten Songs ohne Ohrenschutz, ein Rauschen in die Ohren. Allerdings verschwand mit den Ohropax die Stimme von James gänzlich im Klanggemisch. Es war ein zwielichtiger Kampf mit dem Sound.

 

Finales Lächeln

Ein schönes Bild gab die Schlagzeugerin Jonna, die seit 2010 bei der Band ist. Sie stand das ganze Konzert über und spielte Rhythmen, die so komplex wirken, dass der Zuhörer sich fragt, wie irgendjemand diese überhaupt spielen kann. Auch dank ihr gelang es Glasvegas das Publikum auf seine Seite zu ziehen und am Ende des Konzertes sprühten die Funken von überall her, auch wenn der Auftritt zwischenzeitlich langatmig wirkte. Die Band hätte auf ein paar Songs verzichten können. Allerdings spielten sie ihre grossen Hits und entliessen so die Fans mit einem Lächeln in die kühle Nacht.