Kultur | 27.12.2013

“Das grösste Vorurteil haben die Schweizer selbst”

Text von Laura Quadri | Bilder von zvg
Pegasus gehören aktuell zu den erfolgreichsten Schweizer Bands. Durch ihren grossen nationalen Erfolg hatten sie vergangenen November die Chance, als Vorband der britischen Synthie-Pop Chartstürmer Hurts auf Europatour zu gehen. Und im März 2014 erscheint bereits ihr nächstes Album. Tink.ch traf Pegasus für ein Interview über Tour, Album und Zukunft.
Wünschen sich eine funktionierende Gitarre zu Weihnachten: Pegasus.
Bild: zvg

Tink.ch: Europatour – ein grosses Wort für eine Schweizer Band. Was war eure grösste Überraschung auf der Tour?

Noah: Die grösste Überraschung auf der Tour war, dass es zum Beispiel in Deutschland völlig egal ist, von wo die Band kommt. Stimmt die Musik, ist das Publikum zufrieden. Das grösste Vorurteil der Schweizer Musik gegenüber haben die Schweizer selber.

 

Gab es Feedback?

Gabriel: Wir bekamen viel positives Feedback. Nach dem ersten Abend in Berlin stieg unsere Fangemeinde auf Facebook an und es gab zahlreiche positive Kommentare. Es ist super mit einer Band wie Hurts unterwegs zu sein, wir spielten jeden Abend vor 5000 bis 7000 Besuchenden und konnten zahlreiche Alben verkaufen.

 

Seid ihr mit dem Status “Schweizer-Vorband” gut klargekommen?

G: Auf der Bühne schien es, dass das Publikum praktisch keine Vorurteile hatte. Wir sagten jeden Abend, dass wir aus der Schweiz sind und dies wurde mit Freude aufgenommen. Wir waren positiv überrascht. Hauptsache, die Musik passte ihnen.

N: Das Schwierigste war, dass man dem Hauptact auf der Bühne nicht in den Weg kam. Wir hatten ein gutes Team, das genau managte wie viel Zeit wir hatten, sodass immer alles aufgeräumt war, sobald Hurts auf die Bühne kam. Es war alles auf die Minute berechnet und musste einfach klappen.

 

Wie war der Kontakt und die Zusammenarbeit mit Hurts?

G: Hurts waren sehr sympathisch. Wir haben viel mit ihnen gesprochen, auf dem Flur oder beim Mittagessen. Es sind auch nur Menschen, Musiker aus Manchester. Sie hatten ihr Studio dabei und wir durften uns neue Songs von ihnen anhören.

N: Das grösste Problem hätte es zwischen den Crews geben können, doch dies war kein Problem und es hat alles einwandfrei funktioniert.

 

Wie war es nach Hause zu kommen? Für euer Konzert in Bern?

N: Es ist immer etwas Persönliches in Bern oder Biel zu spielen, immer angespannt. Du siehst am Konzert stets jemanden, den du kennst. Ehrlich gesagt war ich froh wieder unterwegs zu sein, diese Shows sind nie locker.

 

Im März kommt euer neues Album auf den Markt. Freut ihr euch darauf?

N: Grundsätzlich freuen wir uns! Aber es ist immer eine Nervosität dabei. Man fragt sich, ob es ankommt und wie man es auf der Bühne umsetzen kann.

Die letzten zwei Jahre waren unglaublich für uns, wir bekamen viele Reaktionen und man fragt sich, ob das so weitergeht. Jedoch hatten wir eine gute Vorproduktion und Vorbereitungszeit. Ich schrieb den grössten Teil der Songs in Berlin und es ist ein spannendes Album.

 

In diesem Fall seid ihr mit eurem Produkt zufrieden?

Beide: Sehr, ja!

G:  Eine Albumproduktion geht lange, es braucht viel Arbeit, bis man das fertige Album in den Händen hält.

 

Hat sich eure Musik weiterentwickelt? Und in welcher Form?

N: Ich denke, es ist eine Weiterentwicklung des letzten Albums. Es ist nicht etwas radikal Neues, aber es ist trotzdem innovativ – es hat viel Perkussion und experimentelle Klänge darauf. Aber es ist schwer zu sagen, weil wir dem Ganzen viel zu nahe sind.

G: Ich würde sagen, es hat auf der einen Seite mehr elektronische Elemente und auf der anderen eben gerade nicht.

N: Es ist auf alle Fälle abwechslungsreich und jeder Song hat etwas Eigenes. Auf der zweiten Hälfte erwartet die Zuhörer und Zuhörerinnen eine Überraschung, aber es ist noch zu früh, um mehr zu verraten. (lacht)

 

Wie sieht eure Zukunft aus, was wünscht ihr euch? Seid ihr auf das Ausland fokussiert?

N: Eine Gitarre, die funktioniert!

G: Ja, zu Weihnachten!

N: Das Wichtigste ist, dass wir weiterhin Freude haben an unserem Job und der Zusammenarbeit. Es ist nicht einfach, wir sind immer zusammen und haben Druck, das kann auch nerven. Aber wir möchten in der Schweiz gerne weitermachen wie bisher und dann natürlich auch mehr Konzerte im Ausland spielen.

G: Wir freuen uns im Februar wieder in unserem Tourbus unterwegs zu sein.