Kultur | 27.11.2013

Wo Kino am grössten ist

Text von Melanie Schmidt | Bilder von Mazlum Toprak
Autokinos sind heute noch Kult, auch wenn sie immer weiter von der Bildfläche verschwinden. Der Dokumentarfilm von Alexander Wigger erzählt von den sterbenden Grossleinwänden und spürt Liebhaber auf.
Im Foyer des Kino Bourbaki treffen sich die Festivalbesucher, ob sie den Film von Alexander Wigger schauen gehen?
Bild: Mazlum Toprak

Die Leinwand wird hell. Die erste Frage im Kopf des Zuschauers. Ist da ein Parkplatz zu sehen? Definitiv nein. Es ist der Platz eines Autokinos. Schon nach wenigen Sekunden die ersten Lacher.

 

Eigene vier Wände

Die Vorteile an einem Autokino überwiegen klar, dies stellen auch die Befragten im Film fest. Kein Geraschel von Chips- und Popcorntüten, kein Geschmatzte und keine blöden und unnötige Lacher, bei Szenen, die definitiv nicht witzig sind. Heimelige Atmosphäre in den eigenen vier Wänden seines Autos und viele Vorteile mehr zeigt der Film von Alexander Wigger.

 

Lachen und Lernen garantiert

Wiggers Werk ist definitiv nicht einer dieser langweiligen Dokumentarfilme, durch die man sich durchkämpfen und sich zwingen muss, nicht einzuschlafen. Bestückt mit Humor und Kulissen bieten diese 20 Minuten reichlich Abwechslung und machen einem Lust auf mehr Autokino. Genau hinhören, sollte man bei den Interviews, denn dort gibt es definitiv etwas zu lachen. Bei den Antworten wird erst geschmunzelt und nachher lauthals losgelacht. Es werden Leute befragt, die mit ihrer Art einfach perfekt in ein Autokino passen.

 

Es lohnt sich

Der Film lohnt sich, für Leute, die immer noch sagen: «Autokino, ne nix für mich und da geht eh keiner mehr hin«, und für die, die früher regelmässig ins Autokino gefahren sind und es sich wieder schmackhaft machen wollen. Wer noch nie in einem Autokino war, der hat definitiv etwas verpasst und sollte es unbedingt nachholen. Vor dem Film stellt sich die Frage, Autokinos immer noch top oder flop? Nach dem Film: Ganz klar top!