Kultur | 24.11.2013

Upcoming Filmmakers als Sprungbrett

Lucas Ackermann ist mit seinem Film "Can You?" der jüngste Anwärter im Wettlauf um den grossen Preis. Doch da er noch keine 18 Jahre alt ist, geht es hier auch um den Preis als bester Nachwuchsregisseur.
In nur einem halben Tag Drehzeit entstand ein Film über das Leben einer Coladose. Das Ergebnis von Lucas Ackermann überzeugt trotzdem.
Bild: Mazlum Toprak

Lucas Ackermann fühlte sich nur beim Abspann kurz belächelt, als die Zahl seines Jahrgangs auf der Leinwand erschien. Ansonsten ist es für ihn nicht sonderlich speziell dieses Jahr der Jüngste zu sein, dessen Film am Upcoming Filmmakers in Luzern gezeigt wird.

Er ist Hobbyfilmer, Ackermann ist noch in der Schule. Für seinen Film über das Leben einer Coladose drehte er nur einen halben Tag. Die Coladose schwamm auch im Wasser seines Lavabos und nicht im Fluss oder dem Meer. Diese Gewässer und Geräusche kamen erst bei einem weiteren halben Tag Computerschneidearbeit hinzu.

Seiner Meinung nach geht die Arbeit in einem Zweier-Team schneller, als wenn man auf sich alleine gestellt ist.

Mit einem Freund verfilmte Ackermann in seiner Schulzeit “Die Panne” von Friedrich Dürrenmatt, was, wie er erzählt, ein totales Desaster wurde. Allerdings eins, das gehörig Spass machte.

 

Kein Red Bull

Der Spass, die Lust am Film und die Experimentierfreude sind es auch, die Ackermann antreiben. Dies strahlt er auch als Mensch aus. In der Diskussion nach seinem Film kommt die Frage auf, weshalb das Hauptwesen in seinem Film eine Coladose ist und nicht eine Redbulldose. Die Antwort ist simpel: “Weil ich in dem Moment eine Cola trank, kein Red Bull.” So kann auch die Coladose froh sein um diesen Moment und darüber, dass sie alle anderen besiegt hat und nichts dafür tun musste.

In “Can you?” verbindet Lucas Ackermann die Literingproblematik mit einem anderen Blick auf die Welt. Rückmeldungen kriegte er vorwiegend Positve.

“Meine Verwandten sind natürlich begeistert. Die Meinungen der Schulkameraden sind auch vorwiegend positiv und sie interessiert meine Arbeit auch grundsätzlich.”

 

Das Ziel seiner Arbeit war vorerst das Ausprobieren von verschiedenen Einstellungen. Schon immer, sagt Lucas, habe er nach speziellen Perspektiven gesucht. Und die Welt aus der Öffnung einer Coladose zu sehen, das ist eine spezielle Perspektive sowie eine Erfahrung, die man als Zuschauer nicht missen möchte. Erst später kam die Verbindung mit der Literingproblematik hinzu, ein Problem, das ihn allgemein stört.

 

 

Im Moment ist Lucas Ackermann dabei weitere Drehbücher zu schreiben. Eines davon will der 16-Jährige im Sinne einer Maturaarbeit verfilmen.

Das Upcoming Filmmakers Luzern stellt für ihn den ersten Schritt in die Öffentlichkeit dar. Und bei der Resonanz des Publikums werden sicherlich noch weitere Schritte folgen.