Politik | 16.11.2013

Italienschsprachige Minderheit in Bern

Text von Sina Kloter | Bilder von Kaspar Rechsteiner
Adriano Alari ist der einzige Tessiner im Organisationskomitee der Jugendsession 2013. Er spricht über sprachliche Minderheiten und seine Erfahrungen mit dem grössten Politikanlass für Jugendliche in der Schweiz.
Adriano Alario ist acht Jahre nach seiner ersten Teilnahme zum zweiten mal als Mitglied des Organisationskommitees dabei.
Bild: Kaspar Rechsteiner

Mein Name ist Adriano, ich bin 23 Jahre alt und komme aus dem Tessin. Seit drei Jahren studiere ich Rechtswissenschaften an der Universität Bern. Zudem bin ich dieses Jahr zum zweiten Mal im Organisationskomitee der Jugendsession tätig.

Angefangen habe ich vor acht Jahren als Teilnehmer. Die Arbeit im Organisationskomitee letztes Jahr bereitete mir grosse Freude. Deshalb bin ich bei dieser Ausgabe wieder dabei.

 

Italienischsprachige Minderheit

Zur letztjährigen Austragung der Jugendession versammelten sich die Teilnehmer zwei Tage in ihrer Sprachregion, bevor sie nach Bern reisten. Ich war alleine für die Region Bellinzona verantwortlich, was eine zeitintensive Arbeit war. Dieses Jahr wollte ich mich stärker auf die Universität konzentrieren und habe deshalb ein weniger zeitaufwendiges Ressort im Organisationskomitee gewählt. Ich verschaffte uns Kontakte zu Politikern und plante das Rahmenprogramm.Mit meinem Engagement möchte ich jungen Leuten ermöglichen, dieselben wertvollen Erfahrungen zu sammeln, die ich selber einst als Teilnehmer machte. Zudem bin ich der einzige Tessiner im Organisationskomitee und es liegt mir am Herzen, die italienischsprachige Minderheit zu vertreten.Die Jugendsession führt den Jugendlichen vor die Augen, dass nicht nur Italienisch oder Schweizerdeutsch in der Eidgenossenschaft gesprochen wird. Dadurch werden sie mit den Problemen, welche die Mehrsprachigkeit mit sich bringt, vertraut gemacht.

 

Der ausschlaggebende Punkt

Zum ersten Mal gehört habe ich von der Jugendsession, als mir ein Kollege davon vorgeschwärmt hat. Er erzählte, dass sich Jugendliche aus der ganzen Schweiz treffen und gemeinsam über politische Themen diskutieren. Seine Schilderungen weckten die Neugierde in mir. Der ausschlaggebende Punkt für meine Teilnahme war aber die verlockende Aussicht, das Bundeshaus von innen zu erleben. So habe ich mit fünfzehn Jahren zum ersten Mal an der Jugendsession teilgenommen.

 

Gut acht Jahre später bin ich neben meinem Studium Präsident des Vereins der Tessinischen Studenten in Bern. Das war auch das grösste Problem bei der Organisation der Jugendsession: Wir vom Organisationskomitee der Juse arbeiten alle ehrenamtlich neben zahlreichen anderen Verpflichtungen. Dieser Umstand macht es schwieriger, alles zu koordinieren. Deshalb dauert es zum Beispiel länger, bis Mailanfragen beantwortet werden. Für mich ist die Jugendsession ein Erfolg, wenn wir einen reibungslosen Ablauf sicherstellen und die Teilnehmer unbezahlbare Erfahrungen sammeln können.

 

Mittlerweile gibt es viele Nationalräte und kantonale Politiker, die ihre ersten politischen Schritte an der Jugendsession gegangen sind. Ich persönlich habe mir aber noch nicht überlegt, ob meine berufliche Laufbahn künftig in eine politische Richtung gehen soll. Die Jugendsession hat mir vor allem einen Einblick verschafft, wie Politik funktioniert.