Kultur | 17.11.2013

Sakkos und Hemden als Erfolgsrezept

Text von Anita Béguelin | Bilder von zvg
Diesen Montag spielen Hurts in der Festhalle Bernexpo. Die Engländer werden von der Schweizer Band Pegasus begleitet. Abgesehen von der gemeinsamen Vorliebe zu Anzügen könnten die Musiker nicht unterschiedlicher sein. Man darf sich auf einen vielseitigen Abend und hochstehende Musikalität freuen.
Gut sitzende Anzüge bei Hurts... ...und Pegasus,
Bild: zvg

Gut sitzende Anzüge, ernste Gesichter und Musik, die für einen Laien schwer einzuordnen ist: Das sind Hurts. Nachdem sie zunächst Teil weniger erfolgreicher Bands waren, starteten Adam Anderson und Theo Hutchcraft 2009 als Duo durch. Ihr Debütalbum “Happiness” wurde in der Schweiz mit Platin ausgezeichnet.

Es folgten zwei Jahre voller Auftritte und ein Echo als bester internationaler Newcomer. Danach zogen sich die beiden Musiker aus Manchester eine Weile zurück, bis im Januar 2013 ihre zweites Album “Exile” erschien. Im März diesen Jahres spielten sie im Kaufleuten in Zürich. Das Konzert war restlos ausverkauft, nun statten sie der Schweiz erneut einen Besuch ab. Diesen Montag spielen Hurts in der Festhalle in Bern.

 

Vielseitige Talente

Manch einer bezeichnet die Songs von Hurts als “schnulzige Liebeslieder”, andere sprechen von Elektro oder Synthie-Pop. Hutchcraft und Anderson lassen sich nicht leicht einordnen. Ihre Musik ist berührend, bisweilen gar von verstörender Intensität.

Die Singleauskopplung “Better than Love” beispielsweise erinnert im Intro an Pink Floyd und ist grösstenteils elektronisch geprägt. Die beiden belassen es aber keinesfalls dabei, bei einer bestimmten Stilrichtung zu bleiben. So coverten sie 2013 eine Akustikversion von “Ohne Dich” der deutschen Rockgruppe Selig und bewiesen ihre vielseitigen Talente: Das Deutsch von Sänger Hutchcraft war fast akzentfrei und die emotionale Tiefe der Interpretation faszinierte.

 

Gegensätze und doch eine Einheit

Im Kontrast zu den unnahbar wirkenden Engländern mit nach hinten gegelten Haaren stehen vier junge Männer, die Hurts auf ihrer Europatournee als Vorband begleiten: Noah, Gabriel, Simon und Stefan von Pegasus. Die tragen zwar auch Anzüge, ihre Haare liegen aber keinesfalls flach am Kopf. Während das Tragen von Anzügen bei Hurts Teil eines ästhetischen Gesamtkonzepts zu sein scheint, vermutet man bei Pegasus eher einen Mangel an Stilsicherheit, der durch das Sakko versteckt werden soll. Als unnahbar lassen sich die vier Schweizer keinesfalls bezeichnen – Sie sind die sympathischen “Giele” von nebenan geblieben. Und das trotz eines Erfolgs, der sich sehen lassen kann: Mit dem Album “Human Technology” erreichten sie Goldstatus, ihre Single “Skyline” wurde zum Schweizer Olympia-Song gewählt und landete auf Platz eins der Schweizer Charts. Nach Auftritten mit dem 21st Century Orchestra Anfang November, die erneut die Musikalität von Pegasus unter Beweis stellten, begleiten sie nun Hurts durch Europa.