Kultur | 05.11.2013

Foals sind zurück

Text von Laura Quadri | Bilder von Laura Quadri
Im Februar warteten Indie-Rock-Anhänger sehnsüchtig auf das dritte Album von Foals, um sich auf das Konzert am M4 Music-Festival vorzubereiten, welches schlussendlich ausverkauft war und hauptsächlich gute Kritik erntete. Nun kehrten die fünf Briten für eine Show im Volkshaus nach Zürich zurück.
Foals stehen hinter ihrem Sound und versprühen wahre Emotionen.
Bild: Laura Quadri

Seit ihrem ersten Album von 2008 gelten die Briten bei Musikkritikern und Indie-Anhängern als eine der vielversprechendsten Indie-Rock-Bands. Foals sind mittlerweile fester Bestandteil von Indie-Blogs und -Playlists und spätestens seit dem dritten Album “Holy Fire” nicht mehr von der Bühne wegzudenken. Am 23. Oktober bewiesen sie ihr Können erneut in Zürich.

 

Gelungener Start

Der Theatersaal des Volkshauses ist in blaues Licht getaucht. Die starken Bässe von No Ceremony verbreiten erste Vorfreude auf das darauffolgende Headliner-Konzert von Foals. Die Bühne wird umgebaut, Instrumente getestet, Bier und Wodka bereitgestellt. Pünktlich um halb zehn hört man die ersten Töne. Von diesem Moment an sind die Besucher und Besucherinnen im Bann der Foals. Nach einem langen Intro treten die Briten nacheinander auf die Bühne, um das Konzert mit der Prelude von “Holy Fire” zu eröffnen.

 

Musik, Schweiss und Freude am Spiel

Foals ist eine Band, die live mehr überzeugt als auf dem Album. Die Briten besitzen eine starke Bühnenpräsenz und sind spontan. Sie haben keine Angst davor, sich auf musikalische Experimente einzulassen und die Fans in ihre Klangwelten zu entführen. Musikalisch fehlt es ihnen an nichts und sie wissen, wie sie ihre Fans packen können.

 

Spätestens beim dritten Song, ihrem aktuellen Hit “My Number”, wird die Mitte des Saals zur Tanzfläche, während sich am Rande die verträumteren Zuhörer und Zuhörerinnen sammeln. Foals machen Indie für jedermann und -frau. Während die einen die Musik ruhig und für sich geniessen, hören die anderen mit dem Tanzen nicht mehr auf.

Lange Instrumentalparts dienen nicht etwa dazu, die Zuschauenden zu langweilen, sondern einen Spannungsaufbau auf dem Weg zu grossen musikalischen Feuerwerken zu erzeugen. Die Musik erinnert an den frühen Rock der 70er-Jahre, hat aber auch moderne Elemente aus dem Minimal und Math-Rock. Ihre Gitarrenmusik ist unverkennbar und verhalf den Foals dazu, sich in den letzten Jahren einen Namen in der Indie-Szene zu erspielen.

 

Die Stimmung, welche von den Foals erzeugt wird, ist voller Energie und die Band legt grossen Wert auf Publikumsnähe. Sänger Yannis Philippakis verschwindet drei Mal mit seiner Gitarre mitten im Raum, sucht den Kontakt zu den Fans und verkörpert seine Musik. Man sieht die Spielfreude in den Augen des Musikers, der plötzlich vor einem steht, und seine Freude überträgt sich auf das Publikum. Die geplante Zugabe bildet den Höhepunkt des Konzerts und lässt die Fans sichtlich atemlos und glücklich im Rausch der Musik zurück.

 

Nach dem Konzert: Im Indie-Universum angekommen

“Absoluter Hammer”, “unfassbar”, “einfach nur geil” – Die Stimmen der Konzertbesucher und -besucherinnen nach der schweisstreibenden Show zeigen, dass die Foals ihren Job mehr als gut gemeistert und die hohen Erwartungen nach der letzten Show erfüllt haben. Auch bei SRF Virus heisst es nach dem Konzert, dass die Foals als stets überraschende, musikalische Grenzen ausblendende Band wieder ihr Ding durchgezogen und grosses Potenzial bewiesen habe. Es war eine Show, die zeigte, was echter Indie ist. Man darf gespannt sein, wo die Foals in Zukunft landen werden.