Kultur | 20.11.2013

Experiment der Sonderklasse

Text von Flavia von Gunten | Bilder von zvg
Drei Abende volles Haus in Folge - Das gemeinsame Schaffen der Popband Pegasus mit dem 21st Century Orchestra mobilisierte Musikliebende. Die Künstler liessen sich nicht lumpen und spickten ihre Konzerte im KKL Luzern mit einigen Überraschungen.
Pegasus demonstriert wie Klassik und Pop zusammenspielen. Die Bieler Band unterwegs mit dem 21st Century Orchestra.
Bild: zvg

Zugegeben: Eingefleischte Pegasus-Fans würden das KKL Luzern wohl nicht als erste Adresse für den Samstagabend angeben. Schliesslich gehen dort – so das Klischee – Cüpli trinkende Menschen in der zweiten Lebenshälfte mit einem vollen Bankkonto ein und aus.

 

Ungewohntes Publikum

Das Bild bestätigte sich auch am Freitag 8. November, jedoch mit einigen Ausnahmen. Die Bieler Popband lockte jüngere Generationen in den über 1’800 Leute fassenden Konzertsaal am Vierwaldstättersee. Das Publikum wurde zwei Stunden lang in eine magische Synthese zweier Musikstile gehüllt.

 

Das Zusammenspiel von Stromgitarren, Elektrobass, Schlagzeug und klassischen Instrumenten harmonierte perfekt. Durch die Interpretation des 21st Century Orchestra – eines der grössten Orchester der Schweiz –  wurde einmal mehr klar, welche Vielfalt und Tiefgang die Melodien von Pegasus haben. Für die Band, welche schon zwei Swiss-Music-Awards auf dem Konto hat, ging mit dieser Umsetzung ein Traum in Erfüllung: “Wir freuen uns riesig, Teil eines Orchesters zu sein”, schwärmte Frontmann Noah Veraguth. Diese Euphorie galt auch für die andere Seite: “Ich  hätte nie gedacht, dass ich einmal als Dirigent in einer Band mitwirken werde”, freute sich Ludwig Wicki, Dirigent des 21st Century Orchestra, welches sonst auf Filmmusik spezialisiert ist.

 

Schmunzler garantiert

Nebst der Musik auf höchstem Niveau kamen auch die Lachmuskeln nicht zu kurz. Jeder der vier Pegasus-Männer gab ein Müsterchen aus der über zehnjährigen Bandgeschichte zum Besten. So verriet Gabriel (Bassist), dass er und Stefan (Schlagzeuger) einst mit dem Velosolex falsch abgebogen und auf der Autobahn gelandet seien. Eine Nacht auf dem Polizeiposten und Sozialarbeitsstunden waren die Folgen dieser Aktion.

 

Keine Verschnaufpause

Einer der vielen Höhepunkte des Abends war der Gastauftritt des Rappers Stress. Gemeinsam mit dem 21st Century Orchestra und Pegasus gab er den Song “Elle”, den er vor zwei Jahren mit Noah Veraguth eingespielt hatte, zum Besten – begeisterte Jubelrufe aus dem Publikum inklusive. Diesem bot sich keine Verschnaufpause: Gleich drei Song-Premieren vom Pegasus-Album “Love and Gunfire” wurden präsentiert. Als Dank folgten Standing Ovations bereits in der ersten Konzerthälfte, wohlverstanden.

 

Nach dem erfolgreichen Zusammenspiel mit dem 21st Century Orchestra reiten Pegasus weiterhin auf einer Erfolgswelle. Die vier Männer begleiten die britische Band “Hurts” auf ihrer Europatour als Vorband. Am 18. November machte diese Halt in der Festhalle in Bern, um ihr einziges Konzert auf Schweizer Boden zu geben.