Sport | 18.11.2013

Erst keck, dann kraftlos gegen Kaka

Text von Jonas M'barki | Bilder von Jonas M'barki
Gegen den Topklub AC Milan wollte YB am vergangenen Samstag eine Reaktion auf die letztwöchige Cup-Blamage gegen den Erstligisten Le Mont zeigen. Doch die Berner verloren 1:3 und hoffen nun auf einen Erfolg in der Meisterschaft.
Das Testspiel im Berner Stade de Suisse.
Bild: Jonas M'barki

YB gab von der ersten Minute an Vollgas. Mit aggressivem Pressing drängten die Berner die Italiener weit in die eigene Platzhälfte zurück und erarbeiteten sich früh exzellente Chancen zur Führung. Der Schuss von Renato Steffen verfehlte das Tor nach fünf Minuten aber knapp. Nur eine Minute später war es Gonzalo Zarate, der mit seinem starken linken Fuss abziehen konnte, sein Schuss verfehlte das Ziel um Haaresbreite. Die Berner standen sehr hoch und dies ermöglichte Milan die Möglichkeit auf Konter.

 

Nach elf Minuten wurde es dann auch das erste Mal vor dem YB-Tor gefährlich. Kaka schickte Alessandro Matri mit einem gut getimten Pass in die Tiefe. Dieser verstolperte den Ball, kam dennoch zum Abschluss, und zwang YB-Goalie David Von Ballmoos zu einer Glanzparade. Der Wyniger durfte sein Startelfdebüt für die Hauptstädter feiern weil mit Marco Wölfli und Yvon Mvogo die beiden ersten Torhüter mit den Nationalmannschaften unterwegs waren.

 

Milan lässt YB gewähren

YB erhielt von den Italienern sehr viel Platz und wusste diesen auch auszunützen. Milan Gajic per Freistoss und Steffen mit einem Distanzschuss scheiterten beide am starken Milan-Torhüter Gabriel.Ab der 30. Minute wurde das Spiel offener. Die Berner schalteten einen Gang runter und der AC Milan kam besser ins Spiel. Doch wer nun dachte, dass Milan zu Chancen käme, sah sich getäuscht. In der 39. Minute wurden die Berner Offensivbemühungen schliesslich belohnt. Gajic tankte sich durch das Mittelfeld und passte in den Lauf von Raphael Nuzzolo, der direkt abschloss und in die linke obere Torecke traf. Gabriel war chancenlos. Der Rückstand weckte die Gäste aber nicht. YB war aktiver, schneller und erarbeitete sich weiter Chancen, verpasste es aber, daraus Kapital zu schlagen.

 

Milan sehr fehlerhaft

Die Führung zur Pause ging für die Berner in Ordnung. Der AC Milan war zu fehlerhaft. Im Aufbauspiel der Italiener gab es viele Fehlpässe. Die Berner dagegen zeigten nach der peinlichen Cup-Niederlage gegen Le Mont, dass sie es besser können. Mit der motivierten und spritzigen Vorstellung der ersten Halbzeit konnte das junge Team von Uli Forte zufrieden sein.

Die Milanesi kamen druckvoll aus der Pause und suchten sofort den Weg zum YB-Tor. Die Berner mussten nun um jeden Ball kämpfen. Als Matri in der 55. Minute im YB-Strafraum fiel,  gab es Penalty. Der ehemalige Weltfussballer Kaka lief an und scheiterte vorerst am gut reagierenden Von Ballmoos, der  den Ball aber in die Mitte abprallen liess. Der Brasilianer war zur Stelle und glich die Partie aus.

 

70 Minuten ebenbürtig

Das Team von Uli Forte versuchte zu reagieren, doch der eingewechselte Philippe Mexès brachte Sicherheit in die Milan-Abwehr, die kaum mehr Chancen zuliess. Bis zur 70. Minute konnte YB mithalten. Der junge Riccardo Saponara entwischte dann allerdings nach toller Vorarbeit des starken M’Baye Niangs der YB-Abwehr und brachte den Champions League Sieger von 2001 erstmals in Führung.

Die Berner taten sich schwer, Milan dagegen begann zu brillieren. Emanuelson setzte sich in der 74. Minute mit herrlichen Tricks gegen Nuzzolo und Veskovac durch, passte auf Niang, der den Rest der YB-Abwehr überlief und zu Bryan Cristante abspielte. Der 18-Jährige überlegte nicht lange und knallte den Ball unter die Latte zum Schlussresultat von 3-1 für Milan. Die Niederlage hätte durchaus auch höher ausfallen können, Matris Kopfball traf aber in der 76. Minute nur die Latte.

 

Blick nach vorn

Trotz der erneuten Niederlage können die Berner dem Spiel Positives abgewinnen. “Die erste Halbzeit haben wir klar dominiert. Leider konnten wir in der zweiten Halbzeit nicht an dieser Leistung anknüpfen”, sagte Spielmacher Moreno Costanzo. Und Flügel Renato Steffen, der für einmal während 90 Minuten eingesetzt wurde, meinte: “Die Jungen haben es wirklich gut gemacht und man kann ihnen nichts vorwerfen.” Gegen Lausanne will man am nächsten Samstag motiviert wie in der ersten Halbzeit agieren, denn dann habe man gute Chancen einen Heimsieg zu feiern.