Sport | 08.11.2013

Ein turnerisches Feuerwerk

Am 3. November traf sich beim Swiss Cup im Hallenstadion Zürich die Crème de la Crème der internationalen Turnszene. Die Athletinnen und Athleten zeigten turnerische Perfektion auf höchstem Niveau: Für die Zuschauenden faszinierend und spannend bis zum letzten Moment.
Turnerische Perfektion auf höchstem Niveau am Swiss Cup 2013.
Bild: zvg/© Jasmin Schneebeli-Wochner

Der Swiss Cup fand in diesem Jahr bereits zum 31. Mal statt. Vom Teamwettkampf für Turnprofis hat er sich zu einem attraktiven Showevent für ein breites Publikum entwickelt. 7’000 begeisterte Zuschauende verfolgten die Darbietungen der Athletenteams aus neun Nationen.

 

In einem in vier Durchgänge gegliederten Wettkampf traten jeweils ein Turner und eine Turnerin aus demselben Land zusammen an. Beteiligt waren die Ukraine, Rumänien, Kanada, Italien, Frankreich, Grossbritannien, Deutschland und China. Einzig die Schweiz als Gastgeberland startete mit zwei Turnerpaaren: Giulia Steingruber – diesjährige Goldmedaillen-Gewinnerin an den Europameisterschaften in Moskau – mit Claudio Capelli und Ilaria Kaeslin gemeinsam mit Oliver Hegi.

 

Wettkampf und Show

Die Veranstaltung war eine Mischung zwischen Wettkampf und Show. Die Turner aus einem Team mussten pro Runde einmal an ein Gerät, das sie selbst aussuchen konnten. Im Kunstturnen massen sich die Frauen im Sprung, am Stufenbarren, Schwebebalken und Boden. Die Männer in den Disziplinen Reck, Barren, Sprung, Pauschenpferd, Boden und Ringen.

 

Nach dem zweiten Durchgang schieden zwei Paare aus. Manon Cormoreche und Arnaud Willig aus Frankreich sowie Chunsong Shang und Chenglong Zhang aus China mussten von der Halle auf die Tribüne wechseln. Der dritte Durchgang entschied darüber, welche vier Teams ins Finale einziehen. Es qualifizierten sich Rumänien, Deutschland, die Schweiz und die Ukraine. Im Finale fing die Punktezählung wieder bei Null an.

 

Überzeugende Steingruber und Capelli

Im Kunsturnen gibt es keine Maximalpunktzahl. Die Endnote setzt sich aus drei Werten zusammen: Schwierigkeit, Ausführung und Strafpunkte. Im Finale zeigte Steingruber in ihrer Paradedisziplin Sprung einen Jurtschenko mit einer Schraube. Auch Capelli zeigte eine gute Leistung. Somit erhielten sie eine Gesamtpunktzahl von 29. Damit waren sie auf Punktegleichstand mit dem deutschen Team und es entschieden die beiden besten Einzelnoten über Platz zwei und drei – zugunsten von Deutschland. Den verdienten ersten Platz erturnte sich das rumänische Team mit Larisa Iordache und Andrei Muntean mit einer Gesamtnote von 30,35.

 

Zwischen den Einzeldarbietungen bot der Turnverein Mels eine unterhaltsame Show: der von über zwanzig Turnerinnen und Turnern gezeigte Mix aus Gymnastik, Akrobatik und turnerischen Elementen am Boden begeisterte das Publikum.

 

Die Stars ganz nahe

Dass hinter den mit Leichtigkeit gezeigten Leistungen viele Jahre hartes Trainings steckt, konnte am Giulia Kidz Day erlebt werden. Aus 750 Losen wurden 125 glückliche Kinder ausgewählt, die mit Giulia Steingruber, Claudio Capelli und anderen Turnidolen ein mehrstündiges Training absolvieren durften. All die Weltklasseturner und -Turnerinnen standen mit Hilfestellung und Tipps zur Seite und erfüllten am Ende auch jeden Autogrammwunsch der Mädchen und Buben. “Ich fand es toll, mit diesen vielen Athleten zu trainieren, sie konnten mir viele gute Tipps geben”, sagte Teilnehmerin Gianna.  “Wir wurden in Trainingsgruppen eingeteilt, alle Kinder waren fröhlich und freuten sich über die Autogramme.”

Es war ein Nachmittag, der dem turnerischen Nachwuchs sicherlich lange in Erinnerung bleiben wird.