Kultur | 11.11.2013

Der einzigartige Charme des Zeig

Text von Andrea Pinck | Bilder von Andrea Pinck.
Am 2. November fand das Zeig zum 30. Mal statt. Die Veranstaltung erlaubt es jeder und jedem sein oder ihr Talent für zehn Minuten auf kleiner Bühne zu präsentieren. Die offene Bühne in Basel zeichnet sich durch Vielfältigkeit, Humor und Spontanität aus.
Die Talente des Abends auf der offenen Bühne im Jungen Theater Basel.
Bild: Andrea Pinck.

In einem abgedunkelten Raum sitzt das Publikum still auf Sitzsäcken und Bänken. Die Blicke sind auf die kleine Bühne im Foyer des Jungen Theaters Basel gerichtet, von der leise Gitarrenklänge erklingen und eine raue Stimme ein Lied zum Besten gibt.

 

Ab und an hört man das abgedämpfte Kreischen vom Kasernenareal, wo die Herbstmesse viele Besucherinnen und Besucher anlockt. Das Lied verstummt und die rund 100 Personen im Raum zollen mit Beifall. Während der junge Mann die Bühne verlässt, betritt Suna Gürler die Bühne und kündet den nächsten Auftritt an. Das Publikum klatscht, Suna begibt sich nach vorne wo eine Tafel steht und schreibt mit einer Kreide den Namen des Künstlers hin.

 

Ein simples Konzept

Jeden ersten Samstag im Monat findet das Zeig um neun Uhr abends statt. Das Konzept ist simpel. Jeder und jede kann auf der Bühne sein oder ihr Talent präsentieren. Die einzige Einschränkung: Alle haben nur zehn Minuten Bühnenzeit. Obwohl man im Voraus seinen Beitrag anmelden kann, ist es praktisch jederzeit möglich, sich spontan zu melden.

 

Die Veranstalter stellen ein Keyboard, eine Gitarre sowie Laptop und Beamer zur Verfügung. Dies ermöglicht auch andere Kunst zu zeigen, etwa Filmbeiträge. Unter anderem entstehen dadurch immer mal wieder kleinere technische Probleme, die allerdings zu einer positiven Atmosphäre beitragen. Genau die kleinen Fehler, ob technisch oder auch wenn ein Sänger oder eine Sängerin Teile des Textes vergisst, verleihen dem Zeig einen einzigartigen Charme.

 

Inspirationsquelle Zürich

Entstanden ist die Veranstaltung durch Suna Gürlers Einblick in das Schauspielhaus Zürich. Dort gibt es unter dem Namen Matchpoint eine offene Bühne, bei der allerdings ein Thema jeweils festgelegt wird. Die Idee der offenen Bühne wollte Suna Gürler nach Basel bringen. Allerdings betont sie gegenüber Tink.ch, dass es ihr und ihrem Team wichtig sei, keine Vorgaben zu liefern. Aus diesem Grund seien auch die Anmoderationen kurz gehalten. Zudem legen die Organisatoren Wert darauf, das Zeig weiterhin ohne Eintritt für die Besuchenden zu veranstalten.

 

Seit bald drei Jahren besteht das Zeig und lockt jeweils am ersten Samstag des Monats eine treue Zuhörerschaft an. Aber auch an Talenten fehlt es nicht. Immer wieder tauchen neue Gesichter auf der Bühne auf.

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