Hauptsache mehr Ausgaben?

Nachdem sich SP-Fraktionspräsident Andy Tschümperlin zu Beginn der Präsidentenrunde aus der Abstimmungsniederlage herauszureden versucht, kommt SVP-Präsident Toni Brunner zur Sprache. Bereits in seinem dritten Satz befiehlt Brunner dem Publikum: “Wer nein gesagt hat zur Abschaffung der Wehrpflicht, muss ja sagen zum Gripen-Kampfjet-Kauf.” FDP-Präsident Philipp Müller bestärkt Brunners Aussage umehend: “Konsequent wäre es, und logisch auch.”

 

Falsche Logik

Das ist komplett falsch, da die Wehrpflicht mit einem Kampfjetkauf nichts zu tun hat. Ein Grossteil der Bevölkerung befürwortet eine Armee, hält aber Kosten in Milliardenhöhe nicht für verantwortbar. Das wurde jedoch vertuscht, indem das Thema zur Frage “Armee ja oder nein” umgewandelt wurde, um was es gar nicht geht.

 

Verfechter der Effizienz und eines schlanken Staates, kämpfen dafür, dass der Staat keine unnötigen Ausgaben tätigt. Und zwar egal in welchem Sektor. Das ist konsequent.

 

Alle Parteien wollen mehr Ausgaben, warum wohl?

Denn das nächste Argument für den Kampfjetkauf ist, gemäss Brunner, dass er in etwa gleichviel koste wie das gesamte schweizerische Asylwesen in einem Jahr.

 

Seit wann rechtfertigen riesige Ausgaben in einem Bereich riesige Ausgaben in anderen Bereichen? Was wenn wir an beiden Orten weniger Ausgaben sehen wollen? Wieso soll jemand, der die Asyl-Kosten drastisch senken will, dann plötzlich die Milliardenausgabe für Kampjets befürworten?

 

Diese Fragen hat niemand gestellt, da alle politischen Lager generell für höhere Ausgaben sind, nur eben möglichst in ihren Bereichen, wo sie davon profitieren können. Die einen profitieren mittels Verflechtungen und Lobbymandaten reichlich von neuen Rüstungsdeals. Die anderen haben beispielsweise das Sozialwesen zu einer eigenen Industrie aufgebauscht, in der sich genauso viele Leute bereichern. Viele Politikerinnen und Politiker wollen abkassieren. Das beweist auch die Lohnerhöhung, die sich der Berner Grossrat trotz massivem Sparen in allen anderen Bereichen kürzlich selbst gegönnt hat.

 

Als Resultat des Lobbyismus wird in den falschen Bereichen bis auf die Knochen gespart, bloss weil sich niemand für sie einsetzt, da es dort nichts zu holen gibt. Wir sollen immer neue Ausgaben bewilligen, während gleichzeitig wegen der Sparmassnahmen Behindertenheime um Ihre Existenz kämpfen?

 

Mit angeblichen Umfragen die Wähler beeinflussen

Als nächstes wird Phillip Müller gefragt, wie er es als Präsident sähe. Seine Antwort: “Da gibt es bereits erste Umfragen, die klar zeigen, dass sowohl die SVP- wie vor allem auch die FDP-Wähler zum Gripen ja sagen werden.”

 

Angebliche Umfrageergebnisse werden vor Wahlen gerne als Beeinflussungsmittel verwendet. Den Nachteil von Umfragen, kennt jede und jeder: Je nachdem, wen und wie man befragt, kann man leicht lenken, was für ein Umfrageresultat herauskommen soll. In dieser Sendung konnten die Zuschauerinnen und Zuschauer nicht einmal überprüfen, ob es diese “ersten Umfragen” wirklich gibt.

 

Solche Behauptungen zu überprüfen, würde jedoch den Rahmen gewöhnlicher Sendungen sprengen. Das weiss auch Phillip Müller und deswegen hat er den Satz gezielt gewählt. Denn nichts beeinflusst mehr als Umfragewerte, ob diese stimmen oder nicht. Diesmal wollte Müller das Bild einer geeinten Wählerschaft vermitteln, ohne dass die Realität überprüft werden kann. Das “vor allem FDP-Wähler” kann als Hinweis an die eigene Wählerschaft verstanden werden: “Wagt es nicht, anders zu stimmen!”

 

Die Antwort Müllers hätte eigentlich so lauten müssen: “Niemand darf den Wählern vorschreiben, was sie zu stimmen haben.” Vor allem als Präsident einer angeblichen Freiheits- und Demokratiepartei.

 

Zu hohe Sozialausgaben rechtfertigen zu hohe Militärausgaben?

Müller versucht weiter zu argumentieren, man müsse dem Kampfjetkauf zustimmen, da das Militärbudget heute weniger von den Gesamtausgaben ausmacht, als im Jahr 1990. Die Erklärung dafür liefert er ironischerweise gleich selbst: “Die Militärausgaben betragen heute des Gesamtbudgets prozentual weniger, weil sich die Sozialausgaben gleichzeitig verdreifacht haben. Wenn die Kosten an einem Ort explodieren, darf man am anderen Ort auch massiv mehr ausgeben? Bei dieser Einstellung ist es kein Wunder, dass die Steuern immer mehr werden und die Ausgaben vielerorts aus dem Ruder laufen.

Wie man sieht, sind Zahlen – gleich wie Umfragen – immer mit Vorsicht zu geniessen. Sie werden oft und gerne zur Meinungsbildung im eigenen Interesse missbraucht.

 

Fazit

Aus den Milliarden Steuergeldern die in der Schweiz jährlich bezahlt werden, wird ein staatlicher Kuchen geformt, von dem sich alle ein möglichst grosses Stück abschneiden wollen. Das ganze gleicht einem Selbstbedienungsladen, bei dem vergessen geht, dass das Geld in Wahrheit der Gemeinschaft gehört. Mit politischer Rhetorik wird versucht, das Stimmvolk zum Absegnen der gewünschten Ausgaben zu bringen. Am besten wird dies erreicht, indem man die Wähler in ein Links-Rechts-Schema zwängt und sie gegeneinander aufspielt. So sind alle abgelenkt und man kann sich unbemerkt die Taschen füllen.

 

Auch beim Gripen verhält es sich nicht anders. Es zeigt sich immer mehr, dass sich hier eine Gruppe von Politikern, Parteien und Lobbys einen riesigen Rüstungsdeal zuschanzen will, von dem sie am liebsten selbst profitiert.

Politische Beeinflussung geschieht täglich. Dieser Kommentar behandelte lediglich ein einziges Beispiel von Tausenden. Genau deswegen ist beim Konsumieren von Medien immer höchste Aufmerksamkeit und kritisches Hinterfragen gefordert.

 

Heute mehr denn je ist die Fähigkeit gefragt, unabhängig pro Sache abzustimmen. Sich nicht um die Meinung von Parteien zu kümmern, sondern sich in jeder Frage eine eigene Meinung zu bilden. Menschen mit dieser Fähigkeit gibt es genügend. Leider erhalten sie keine Medienplattform, da sie sachlich und rational denken und nicht polemisieren. Und das lässt sich bekanntlich weniger gut verkaufen.

 

Deshalb liebe Leute mit eigener Meinung: Ihr seid nicht alleine. Man sieht uns nur nicht, weil wir nicht als polarisierende Parteipräsidenten im Fernsehen auftreten.

Rock trifft Klassik

In der St. Galler Tonhalle fand ein aussergewöhnliches Konzert statt. Die einheimische Band Gion Stump And The Light House Project traten zusammen mit dem ebenfalls ortsansässigen Orchester Camerata Salonistica auf.

Zu Beginn spielte das Orchester Camerata Salonistica unter der Leitung von Michael Schläpfer einige Stücke der Filmmusik von “The Star Wars Epic”.

Ständig wechselnde Lichtfarben brachte dabei Star Wars dem Publikum auch visuell näher. Nach der Star Wars-Suite kam die Uraufführung von War Poems an die Reihe. Komponist des Werks, dessen Text aus einer Sammlung von Kriegsgedichten besteht, ist der 22-jährige Gion Stump. Auf die Idee war er beim Gespräch mit einem ehemaligen Soldaten gekommen. Die Gedichte handeln von Kindern im Krieg, die unschuldig sterben, von Bomben, Gräbern und Soldaten, welche in den Krieg ziehen müssen. Die Texte von unterschiedlichsten Dichtern berühren.

Nach der Pause spielte die Band Gion Stump And The Light House Project einige ihrer bekanntesten Songs. Diese hatte Stump fürs Orchester neu arrangiert. Teilweise spielte nur die Band, dann wieder nur das Orchester, meist aber beide zusammen. Es war kein Auftritt einer Band unter Begleitung eines Orchesters oder umgekehrt, sondern ein gleichberechtigtes Miteinander. Die Erwartung des Publikums wurde sichtlich übertroffen und so gab es am Schluss Standing Ovations und mehrere Zugaben.

Alles nur Gelaber?

Wer den Jugendlichen im Nationalratssaal zuhört, ist erstaunt über den Elan, mit dem debattiert wird: “Geschätzte Kolleginnen und Kollegen”, begrüsst ein Redner die Anwesenden. “Unterstützen wir den Vorschlag des Nationalrates!”, fordert ein anderer auf, und ein dritter erinnert: “Mehrsprachigkeit ist die Grundlage unseres Landes.” Solche Sätze erinnern an National- und Bundesräte. Unweigerlich fragt man sich: Fehlt da noch was oder wären unsere Schweizer Politiker problemlos mit dem Juse-Nachwuchs austauschbar?

 

 

Die Rede-Strategien im Griff

Die an der Jugendsession präsentierten rhetorischen Fähigkeiten sind mindestens so vielfältig wie die politischen Meinungen. Einige Redner beherrschen es, die Zuhörer mit emotionalen Reden um den Finger zu wickeln: “Die Landessprachen nicht zu verstehen, schafft Grenzen. Die Deutschschweizer zu Deutschland, die Französischsprachigen zu Frankreich – so wollt ihr die Schweiz vernichten. Aber eigentlich gehören wir alle zur Schweiz!” Ergriffen von den Worten beginnt der gesamte Saal zu klatschen. Ein anderer betont herzzerreissend: “Nessuno è perfetto” (Keiner ist perfekt) und zieht mit seinem Charme alle auf seine Seite.

 

Es wird ermahnt, gelobt, Angst verbreitet, oder gar der Gegner abgewertet, um die eigenen Argumente durchzubringen. “Die Zeit ist reif”, überzeugt ein Redner durch seine heroische Wortwahl, während  ein weiterer weiss , wie man das Volk an die Hand nimmt: “Wir sehen uns in der Schweiz in einem fortschrittlichen Land, und jetzt sollten wir dem auch gerecht werden!” Die Jugendlichen nutzen gekonnt bewährte Rede-Strategien der Profis (wie etwa die Emotionalisierung) um ihren Argumenten zum Durchbruch zu verhelfen.

 

Alles nur leere Worte?

Doch: Wissen die wirklich, über was sie reden? Oder sind die Jugendlichen vielleicht zu jung für manche Themen? Die Jugendsession ist die erste Gelegenheit für Jugendliche, ihr politisches Potenzial unter Beweis zu stellen. Schaut man von der rhetorischen Sprengkraft einiger Argumente ab und konzentriert sich auf den Inhalt, sieht man bald: Da fehlt schon mal der Boden unter einigen Argumenten im Nationalratssaal. Schneller als bei geübten Rednern wird etwas wiedergegeben, das auf einer unreflektierten Meinung basiert.

Liberale Denker wie ein junger Mann aus dem rechten Kreis begründen eine Steuer-Hinterziehung dann schon mal als tolerierbar, da viele vermögende Schweizer durch höhere Besteuerung keine Existenzmöglichkeiten mehr in der Schweiz hätten.

 

Wie ein Sturm, der vorbeizieht, sind auch diese Argumente nach Abschluss der Diskussion schnell wieder vergessen. Schwierig wird es allerdings, wenn sich die Jugendlichen in den Medien bewähren müssen. Was gesagt wird, bleibt dann – anders als bei der mündlichen Debatte – haften und kann auch später noch nachgelesen werden. Das kann einer noch jungen politischen Karriere schon mal einen kleinen Dämpfer verpassen.

 

Übung macht den Meister

Allerdings gilt: Man sollte nicht immer alles allzu ernst nehmen. Schliesslich gehört die demokratische Redetradition zur Schweiz. Was auch bedeutet, dass Argumente angegriffen und umgeformt werden, das Wissen erweitert wird oder zumindest gelernt wird, sich etwas vorsichtiger auszudrücken. Und vielleicht haben die Jugendlichen durch die Trockenübung an der Jugendsession ja auch gelernt: Manchmal ist es nicht der Inhalt, der ausschlaggebend ist, sondern  der Auftritt vor dem Publikum.

 

Abschliessend muss gesagt werden, dass die Jugendlichen an der Jugendsession viel  Interesse und überzeugende Meinungen zu politischen Themen gezeigt haben. Abgesehen von einigen Ausnahmen waren die Meinungen reflektiert und gut begründet.  Der junge Nachwuchs hat gezeigt: Er kann sich eine eigene Meinung bilden. Ob redend, dem Sitznachbar zunickend, schlafend, zeichnend, oder mit dem Gegner flirtend, der Nationalratssaal könnte schon morgen zu ihrem zweiten Wohnzimmer werden.

Und eines haben sie sicher besser gemacht als ihre grossen Vorbilder: Sie waren vollzählig anwesend!

Die reisende Multimedia-Generation

Als aktive Zugfahrerin erlebt man immer wieder interessante Situationen. Doch nur selten trifft man auf Leute, die etwas zu erzählen haben. Letztens ergab es sich trotzdem wieder einmal.

 

Ich sass im selben Abteil wie ein älteres Ehepaar aus der Ostschweiz, das auf dem Weg ins Tessin war. Das Lunchpaket in der Tasche, den Thermobecher auf dem Tischchen und die Fahrkarten in der Hand – so wie man sich das bei einem älteren, reiselustigen Ehepaar vorstellt. Bereit für den heutigen Ausflug.

 

Als wir ins Gespräch kamen und auf das Phänomen des Videokanals Youtube stiessen, war ich verwundert, wie versiert dieses Rentnerehepaar in Sachen Internet ist. Als ihnen vor kurzer Zeit die kaputte Kaffeemaschine den letzten Nerv raubte, überliessen sie kurzer Hand ihr Problem dem mächtigen Videokanal. Und siehe da, der defekte Milchschäumer war in Windeseile mit Hilfe einer Videoanleitung repariert.

 

Zug fahren ohne ein smartes Gerät

Ein Smartphone besass das Ehepaar nicht. Zugfahren konnten sie auch ohne dieses smarte Ding. Hält man in den Bahnhofshallen nach alten Fahrplantafeln Ausschau, sieht man zwar welche, aber beobachtet nur wenige Leute, die sich dort nach den Zugverbindungen erkundigen. Dank den heutigen Smartphones oder leicht mitnehmbaren Tablets wird der Weg zum richtigen Ziel ein Kinderspiel. Kein lästiges Suchen mehr nach optimalen Verbindungen am Bahnschalter.

 

Doch sieht man ältere Leute, die vom Land in die Stadt mit dem Zug reisen, bemerkt man eine gewisse Unsicherheit. Als mich ein Herr vor kurzem im Zug fragte, ob das jetzt der Zug in Richtung Zürich sei und ich ihm dies bestätigte, folgte die grosse Erleichterung. Als der Zug jedoch an einem Bahnhof einen längeren Zwischenhalt einlegte, war er blitzartig wieder verunsichert und fragte aufs Neue nach. Er erklärte darauf hin, dass er seit Jahren nicht mehr Zug gefahren sei.

Ob dieser Herr nun mit einem Smartphone besser unterwegs wäre, wage ich zu bezweifeln. Aber ich wage zu behaupten, dass die heutige, jüngere und modernere Generation dem iPhone mehr vertraut als anderen Dingen im Leben.

 

Handy vergessen?!

Laut Umfragen können viele Leute nur schlecht einen Tag lang ohne ihr geliebtes Touchscreen-Handy auskommen. Für viele gar eine unvorstellbare Situation. Nicht nur für die jüngeren Generationen, auch für die älteren Semester.

 

Ein Beispiel: Eine Frau, geschätzte 65 Jahre alt, suchte zehn Minuten vergebens nach ihrem Smartphone in der Tasche. Dass es sich um ein Smartphone handeln musste, erfuhr ich aus ihren verzweifelten Selbstgesprächen. Mit einem genervten, jedoch auch hilflosen Blick wandte sie sich kurz darauf an eine nette Dame im gleichen Tramabteil und fragte, ob sie rasch ihr Handy ausleihen dürfe. Leider sprach die Dame kein Deutsch und so verwandelte sich der genervte, hilflose Blick der smartphonelosen Frau in einen wütenden und gereizten Gesichtsausdruck. An der nächsten Haltestelle stieg sie aus. Ob sie wohl die nächste Telefonkabine suchte? Dann viel Glück! Von denen gibt es nicht mehr allzu viele.

 

Kurse bringen Sicherheit im Alltag

Da die digitale Welt mehr und mehr an Bedeutung gewinnt, sind sogenannte Computerkurse ein Renner. Es gibt viele seriöse Angebote für Digitalinteressierte. Diese Kurse schaffen neue Kontakte, aber vor allem steigern sie die Sicherheit im heutigen Alltag. Jüngere Leute bringen ihr Wissen bereits aus der Schulzeit und Ausbildung mit.

 

Die neue Generation ist in vielem auf der Überholspur, aber aufgepasst: Die ältere Generation passt sich der jüngeren immer mehr an. In vielem sind sie uns Jüngeren mit einem Reichtum an Erfahrungen voraus und jetzt zeigen viele auch, dass das Neue ihnen keine Angst macht.

 

Smartphonelose Ausflüge mit dem Zug werden in Zukunft seltener. Neben dem Thermosbecher und den selbstgemachten Sandwiches wird ein smartes Gerät bei jedem im Rucksack seinen Platz haben. Nicht nur für die passende Zugverbindung unterwegs, sondern auch für das elektronische Bahnticket auf dem iPhone, welches bereits existiert und früher oder später das Bahnbillet aus Papier ersetzen wird.

Riesenballone im Hallenstadion

Ein riesiges schwarzes Tuch verdeckt das Geschehen hinter der Bühne. Bühnenarbeitende eilen hin und her, kommen hinter dem Vorhang hervor, um gleich wieder dahinter zu verschwinden. Auf die Verhüllung, die den Umbau verdeckt, wird gross das Bandlogo projiziert. Rund 7’300 Menschen sind im Publikum.

 

City of Angels

Die Alternativ-Rock-Gruppe 30 Seconds To Mars besteht aus den beiden Brüdern Jared (Gesang, Gitarre) und Shannon Leto(Drums) sowie Tomislav Miličević (Gitarre, Keyboard). Gegründet wurde die Band 1998 von Jared und Shannon in Los Angeles. Ein Song ihrer neuesten CD Love, Lust, Faith and Dreams heisst City of Angels und ist eine Hommage an Los Angeles, der Stadt, in der alles begann.

 

Der Vorhang fällt

Kurz nach neun Uhr abends bewegt sich der Vorhang zum ersten Mal. Das Publikum kreischt vor Begeisterung. Das Konzert beginnt noch nicht. Zwei Männer in schwarzen Anzügen mit Masken treten hervor. Mit dem Licht starker Taschenlampen beginnen sie das Publikum in der abgedunkelten Halle abzuleuchten und heizen damit die Stimmung noch mehr auf. Nach einer Weile verschwinden die beiden Männer wieder. Dann beginnt das Konzert.

 

Jared Leto, Frontmann und Sänger der Band, wird auf einem Gerüst von der Decke auf die Bühne heruntergelassen. Das Publikum begrüsst die Band mit ohrenbetäubendem Geschrei. Schon zu Beginn ist im Hallenstadion die Hölle los.

 

Eine Reise bis zum Mars

Leto singt, als gäbe es keinen Morgen. Er geht auf das Publikum ein, bewegt sich von einer Seite der Bühne zur anderen, dreht sich um sich selbst und fällt beinahe um. Immer wieder fordert er die Fans auf: “Jump! Jump!” Und das Publikum folgt.

 

Lieder von der neuesten CD wechseln sich ab mit solchen der drei Vorgänger-Alben. Vor dem Song This Is War reckt Jared Leto immer wieder seinen Arm in die Luft und ruft den Titel des Songs ins Publikum. Die Konzertbesuchenden folgen ihm und Augenblicke später erfüllen einstimmige Rufe das Hallenstadion.

 

Akrobatik, Riesenballone und Konfetti- Kanonen

Zirka 30 Minuten nach Konzertbeginn fliegen dutzende farbige Riesenballone ins Publikum und fast gleichzeitig geht eine Kanone mit Konfettis los. Das Publikum hat seine kindliche Freude daran. Die beiden Maskierten vom Anfang tauchen für eine Akrobatik-Show wieder auf.

 

Auf der Bühne herrscht Freude

Nachdem für die Zugabe einige Fans auf die Bühne geholt wurden, ist das Konzert zu Ende. Die 90 Minuten waren durch die abwechslungsreiche Show und den Akrobatikeinlagen gefühlt kurz. 30 Seconds To Mars kann sich für kreative Live-Auftritte rühmen.

Wo Kino am grössten ist

Die Leinwand wird hell. Die erste Frage im Kopf des Zuschauers. Ist da ein Parkplatz zu sehen? Definitiv nein. Es ist der Platz eines Autokinos. Schon nach wenigen Sekunden die ersten Lacher.

 

Eigene vier Wände

Die Vorteile an einem Autokino überwiegen klar, dies stellen auch die Befragten im Film fest. Kein Geraschel von Chips- und Popcorntüten, kein Geschmatzte und keine blöden und unnötige Lacher, bei Szenen, die definitiv nicht witzig sind. Heimelige Atmosphäre in den eigenen vier Wänden seines Autos und viele Vorteile mehr zeigt der Film von Alexander Wigger.

 

Lachen und Lernen garantiert

Wiggers Werk ist definitiv nicht einer dieser langweiligen Dokumentarfilme, durch die man sich durchkämpfen und sich zwingen muss, nicht einzuschlafen. Bestückt mit Humor und Kulissen bieten diese 20 Minuten reichlich Abwechslung und machen einem Lust auf mehr Autokino. Genau hinhören, sollte man bei den Interviews, denn dort gibt es definitiv etwas zu lachen. Bei den Antworten wird erst geschmunzelt und nachher lauthals losgelacht. Es werden Leute befragt, die mit ihrer Art einfach perfekt in ein Autokino passen.

 

Es lohnt sich

Der Film lohnt sich, für Leute, die immer noch sagen: „Autokino, ne nix für mich und da geht eh keiner mehr hin“, und für die, die früher regelmässig ins Autokino gefahren sind und es sich wieder schmackhaft machen wollen. Wer noch nie in einem Autokino war, der hat definitiv etwas verpasst und sollte es unbedingt nachholen. Vor dem Film stellt sich die Frage, Autokinos immer noch top oder flop? Nach dem Film: Ganz klar top!

Wiederaufnahme des Jungfilmfestival

Am vergangenen Wochenende fand im Kino Bourbaki Luzern nach zweijähriger Pause das Schweizer Jungfilmfestival Upcoming Filmmakers statt. Angehenden Regisseuren bietet es eine Plattform, um sich zu präsentieren und Kontakte zu knüpfen. Ein Grossteil der Nachwuchsfilmer studiert an der Hochschule Luzern Design & Kunst oder an der Zürcher Hochschule der Künste. Die teilweise im Rahmen von Projektarbeiten entstandenen Produktionen schwankten zwischen aufwändig gestalteten Animationsfilmen und eher improvisierten, rohen Filmen.

 

Die Gewinner

Der Gewinner des Luzerner Filmpreises ist in seiner Szenerie karg und nüchtern, in der Umsetzung aber sehr einfühlsam: Dieses Verdikt erhielt der Gewinnerfilm “Traumfrau” von Oliver Schwarz, der zur Preisverleihung nicht erschien. Die eindringliche Dokumentation zeigt einen Mann, der nach einem Burnout und gescheiterten Beziehungen endlich seine grosse Liebe findet. Klingt perfekt, ist aber grundsätzlich anders. Eine schockierende und befremdende Inszenierung, die zum Nachdenken verleitet.

 

Experimente und Spontanität prägten die Kurzfilme. “Teneriffa” von Hannes Baumgartner beispielsweise, der trotz karger Story dank natürlicher Bildsprache mit dem dritten Platz ausgezeichnet wurde. Auch die schauspielerische Leistung von Matthias Britschgi und Aaron Hitz dürfte einiges zu der Platzierung beigetragen haben. Die beiden erhielten dementsprechend auch verdient die Auszeichnung für die beste schauspielerische Leistung. “Grandpère” von Kathrin Hürlimann stach als “präzis gedrechseltes Einod” heraus und gewann als solches den zweiten Preis.

 

Omnipräsent an der Veranstaltung war Deborah Gassmann: Sowohl hinter der Bar im Bourbaki als auch als schlaflose Tänzerin in der Dokumentation Durchwacht, welche die teilweise harten Arbeitsbedingungen in der Theaterszene aufzeigt. Die lebensnahen Aufnahmen machten den Film zum Publikumsliebling. Zusätzlich erhielt das Werk von Florian Geisseler den Preis für den besten Schnitt.

 

Weitere Preise erhielten Jane Mumford für ihre Animation “Another Round” und Tamer Ruggli für “Hazel”. Das Rennen um den Preis bei der Kategorie Nachwuchs machte Raphael Willi mit “Hotel Harmony”, der sich damit gegen den sechzehnjährigen Lucas Ackermann mit seinem Film “Can you?” durchsetzt.

 

Das Festival war am Samstag, wo an der After-movie-Party auch DJ Harald Seemann für Stimmung sorgte, im Vergleich zum Freitag einiges besser besucht. Etwas irritierend war die grosse Anzahl an prämierten Regisseuren, die durch Abwesenheit glänzten. Auch die Publikumsdiskussion waren oft etwas zäh. Trotzdem: Es ist sehr zu begrüssen, dass dieses für junges Schweizer Filmschaffen wichtige Festival wieder stattfindet. Der engagierten Festivalleitung und ihrem Team darf man ein Lob aussprechen, Upcoming Filmmakers wieder ins Leben gerufen zu haben.

 

 


Anmerkung der Redaktion:

Luzerner Filmpreis

1. Traumfrau – Oliver Schwarz

2. Grandpère – Kathrin Hürlimann

3. Teneriffa – Hannes Baumgartner

 

 

Nachwuchsfilmpreis: Hotel Harmony – Raphael Willi

 

Bester Schnitt: Durchwacht – Florian Geisseler

 

Beste Ausstattung:  Hazel – Tamer Ruggli

 

Beste Umsetzung: Another Round – Jane Mumford

 

Beste schauspielerische Leistung:  Teneriffa – Hannes Baumgartner

 

Publikumspreis: Durchwacht – Florian Geisseler

 

 

Wochenende der Newcomer

Kodaline hatten ihren grossen Durchbruch mit der Erfolgssingle “All I want”. Nicht nur die Presse wurde auf sie aufmerksam, sondern der Song bekam auch seinen Platz in der TV-Serie Grey’s Anatomy. In der Schweiz fanden Kodaline durch ihre weitere Single “High Hopes” und dem anschliessenden Debut “In a perfect world” Anhänger und hatten die Chance am Openair Gampel aufzutreten. Kurz danach spielten sie eine Live Session bei Radio Energy und kommen nun erneut in die Schweiz zurück.

Mit ihrem ruhigen, von Indie angehauchten Folk erzählen die vier Iren rund um Leadsänger Steven Garrigan Geschichten vom Leben und verflossenen Geliebten. Auf Facebook freut sich die Band über ihren ausverkauften Auftritt in Zürich und schreiben: “Another sold out date on our European Tour. Thank you Zurich…looking forward to seeing you.” (“Ein weiterer ausverkaufter Auftritt auf unserer Europatour. Danke Zürich, wir freuen uns darauf, dich zu sehen.”) Sie spielen am 8. Dezember im Komplex 457.

 

Wunderkind des Rock and Roll

Wer sich die Lieder von Jake Bugg anhört, stellt sich einen dreissigjährigen verrauchten Rocker vor. Doch die Vorstellung trübt, denn der Brite ist erst 19 Jahre alt, erinnert an den Jungen von Nebenan. Doch gilt als einer der vielversprechendsten Newcomer des letzen Jahres. Sein Debüt schlug mit grossem Erfolg ein und dieses Jahr folgte sein zweites Album “Shangri La”. Jake Bugg lernte mit 12 Jahren Gitarre spielen und übte sich im Songwriting. 2011 trat Bugg auf der BBC-Nachwuchsbühne des Glastonbury-Festival auf, es folgten weltweit Auftritte im Fernsehen, Radio und viele Konzerte. Bereits ein Jahr später spielte er am Glastonbury auf der Hauptbühne und war damit der Erste, der es von der Nachwuchsbühne direkt vor das grosse Publikum schaffte.

Der Auftritt von Jake am St. Gallen Open-Air überzeugte und er kehrt nun zurück, mit seinem Rock and Roll, der an Oasis, the Beatles oder Bob Dylan erinnert. Am 6. Dezember wird er die Maag-Halle mit seiner heiseren, unverkennbaren Stimme in seinen Bann ziehen.

 

Auch die Drachen kommen zurück

Bereits die Zeltbühne des Gurten-Festivals schien zu klein und die Festivalbesucher mussten das Konzert von aussen mitverfolgen: Imagine Dragons spielten auf. Sie kündigten ein Konzert in Zürich an und wenig später war es bereits ausverkauft. Zum Glück der vielen traurigen Fans geben sie am 9. Dezember ein Zusatzkonzert in der Maag-Halle Zürich. Für die vier Musiker aus Las Vegas folgte mit den Singles “Radioactive” und “It’s time” weltweiter Erfolg und das viel gelobtes Debütalbum “Night Visions”.

Durch ihren radiotauglichen Indie-Pop erspielten sie sich einen Namen in der Musiklandschaft und hatten mehrere Charterfolge. Auf der Bühne legen sie grosse Spielfreude an den Tag und wollen dies nun erneut in der Schweiz zum Besten geben.