Sport | 28.10.2013

Youngster Frey trumpft bei YB auf

Text von Jonas M'Barki | Bilder von Jonas M'Barki
Unter dem Motto "Gegen Gewalt und Rassismus" wurde am letzten Samstag das Spiel YB-Aarau ausgetragen. Die Berner, welche seit sieben Spielen nicht mehr gewonnen haben, mussten unbedingt wieder einen Dreier einfahren. Aarau dagegen will den Schwung aus dem 5-1 Sieg gegen den FCZ mitnehmen.
Das Spiel von YB gegen Aarau stand unter dem Motto "Gegen Gewalt und Rassismus".
Bild: Jonas M'Barki

Um Punkt 19:45 wird das Spiel im Stade de Suisse angepfiffen. Die Berner haben in der zweiten Minute die erste Halbchance. Nach einer Flanke des erst 19-jährigen Florent Hadergjonaj, köpft Gerndt den Ball aus guter Position über das Tor von Joel Mall. Dieser hat, wie auch letzte Woche gegen den FCZ, den Vorrang vor Routinier Sven König erhalten.

 

YB bleibt weiter am Drücker und drängt den FCA weit in die eigene Platzhälfte zurück. Nach fünf Minuten ist es der Aarauer Staubli, welcher den YB-Stürmer Afum in letzter Sekunde am Abschluss hindert. Dieser ist nach einem weiten Abstoss von Wölfli an den Ball gekommen, legt sich diesen jedoch zu weit vor.

Die Aargauer, welche mit derselben Startformation ins Spiel gehen wie gegen den FCZ, sind zu Beginn vor allem mit Abwehrarbeit beschäftigt. So auch nach einer knappen Viertelstunde, als Nuzzolo Torhüter Mall mit einem Fallrückzieher prüft.

 

YB geht verdient in Führung

In der 21. Minute ist es Christoph Spycher, welcher sich auf der linken Seite durchsetzt und zur Mitte flankt. Seine gut getimte Flanke wird von Aarau-Verteidiger Jäckle unglücklich zu Gerndt abgelenkt und dieser ist so überrascht, dass der Ball den Weg zu ihm findet, dass er das Spielgerät mit der Brust in Richtung Tor befördert. Mall wehrt den Ball ab, aber Michael Frey steht genau richtig, um abzustauben. Die Berner dürfen die erste Führung seit fünf Spielen bejubeln.

 

Aarau ohne Chance in der ersten Halbzeit.

Nach 45 Minuten pfeift Schiedsrichter Nikolaj Hänni ab. Aarau war erschreckend passiv und wurde dafür bestraft. Defensiv standen die Aargauer zwar gut, aber in der Offensive brachten sie keinen Fuss vor den Anderen und somit steht in der Torschussstatistik auch eine Null unter dem Wappen der Aarauer.

 

Aarau versucht zu reagieren

Die Pausenansprache von Aarau-Trainer René Weiler war offenbar laut, denn kurz nach Widerbeginn kommt Calla frei zum Kopfball, doch er scheitert am guten Stellungspiel von Marco Wölfli. Aarau spielt jetzt aktiver als in der ersten Halbzeit. Dennoch gehört die nächste Chance den Bernern. Afum knallt den Ball nach einer tollen Frey-Flanke in den Berner Nachthimmel.

YB-Trainer Uli Forte peitscht seine Schützlinge weiter nach vorne und prompt ist das 2-0 Tatsache. Steffen, der zuvor eingewechselt wurde, flankt herrlich auf Frey und dieser köpft in der 64. Minute gnadenlos ein.

 

Fare-Trade Actionweek

Das Spiel ist mehr Kampf und Krampf als Kunst. Allerdings ist der Match fair, der Unparteiische Nikolaj Hänni hat keine Probleme mit der Spielführung. Einzig ein Zuschauer, welcher den Schiedsrichter beleidigt, muss von Uli Forte beruhigt werden.

“Gegen Gewalt und Rassismus” so lautet das Motto des Spiels. Der Berner Mittelfeldspieler Renato Steffen meint dazu: “Es ist definitiv eine tolle Sache und ich hoffe, dass alle, die uns als Vorbilder nehmen, sich von Gewalt und Rassismus distanzieren.” Die Trikots von YB werden in den nächsten Tagen versteigert und der Erlös wird an die Fanarbeit Bern gespendet.

 

YB macht alles klar

In der 70. Minute hat YB das Fussballgeschehen im Griff, doch Aarau gibt noch nicht auf und lanciert in der 74. Minute einen gefährlichen Angriff. Lüscher flankt gefühlvoll auf Calla, welcher wieder ohne Gegenwehr auf das YB-Tor köpfelt. Wölfli jedoch bestätigt seinen Aufwärtstrend und kratzt den Ball mirakulös aus dem unteren Eck.

Praktisch im Gegenzug schafft es der Berner Alexander Gerndt nicht den Ball, nach einem Kubo-Solo, einzuschieben. Joel Mall kann den Ball mit der Fussspitze über die Latte lenken.

Die Aargauer rennen noch einmal bei Wölfli an, doch der Schuss von Ionita ist zu ungenau, um dem YB-Schlussmann Probleme zu bereiten.

Da viele Aarauer aufgerückt sind, können die Berner einen Konter lancieren. Kubo schnappt sich auf der Höhe der Mittelinie den Ball und sprintet an der linke Seitenlinie entlang. Von der Grundlinie aus legt er auf den aufgerückten Affolter zurück, welcher in Stürmermanier einschiebt.

 

YB gewinnt wieder – endlich

3-0 für YB, daran kann der Aufsteiger nichts mehr ändern und ist nach dem Schlusspfiff auch sichtlich enttäuscht. Auf die Frage, warum man in der ersten Halbzeit in der Offensive nichts ausrichten konnte, antwortete Alain Schultz nur: “YB war zu stark, wir kämpften, aber standen nicht optimal und hatten viele Fehlpässe aufzuweisen.”

Ganz anders die Stimmung bei Doppeltorschütze Frey. Er meinte, dass nun endlich einmal die stärkere Mannschaft gewonnen habe und sie angesichts des Resultates auch alles richtig gemacht hätten. Übrigens, war dies sein erstes Doppelpack in der Super League und wird aus Sicht der Berner hoffentlich auch nicht das Letzte bleiben.